Ein Schlag ins Gesicht der Klimaschützer

Umwelt- und Klimaschützer fühlen sich vor allem von den GRÜNEN im Rat der Stadt Hamm betrogen…
Die Entscheidungen von SPD, CDU und FDP hingegen verwundern niemanden.

Pressemitteilung des Klimabündnis Hamm

Energiewende? Beschlüsse und Ziele der Klimaschutzkonferenz 2015 in Paris? – Für die führenden Parteien im Rat der Stadt Hamm sind das scheinbar ungekannte und unwichtige Themenfelder. Jedenfalls hat der Rat der Stadt Hamm am Dienstag, 15.03.2016 FÜR Gasbohren im Münsterland und gleichzeitig GEGEN Windkraftanlagen im Gebiet Weetfeld und Isenburg gestimmt. [Korrigiert. Siehe Kommentar unten]

Wie passt da das gleichzeitig bewilligte und von der Stadtwerke Hamm geplante Mega-Windrad in Barsen ins Bild? Diese Entscheidung hat Geschmäckle und bestärkt das Klimabündnis in dem Willen, zu einem Wechsel des Strom- und Gasanbieters aufzurufen: Weg von den Stadtwerken – Hin zu den Anbietern, die 100% saubere Energie anbieten.

Der Verbraucher hat es in der Hand

Rainer Sturm / pixelio.de

Das Klimabündnis unterstützt deshalb enttäuschte Stadtwerke-Kunden, die als Reaktion auf die verfehlte Energiepolitik in Hamm einen Wechsel des Versorgers anstreben. Auf diese Weise kann jeder Kunde selbst das Risiko-Kapital abziehen. Dirk Hanke von der Bürgerinitiative gegen Gasbohren (BIGG), einem Bündnispartner des Klimabündnisses Hamm:

„Wichtiges Kriterium beim Wechsel ist eine Garantie des neuen Versorgers, die Ökostrom-Kapazitäten entsprechend dem Neukundenverbrauch auszubauen. Bei Gasversorgern sollte man darauf achten, dass das Biogas aus Reststoffen gewonnen wird. Alternativ gibt es Anbieter, die zwar konventionelles Erdgas verkaufen, aber den Aufbau neuer Technologien wie power-to-gas finanzieren.“

Ein Wechsel des Versorgers ist in der Regel jederzeit möglich. Der Aufwand für den Kunden besteht im Wesentlichen in der Mitteilung der Zählernummern.

ÜBRIGENS… Der Blick in die Stromkennzeichnung der Stadtwerke Hamm zeigt schon lange, dass dieses städtische Unternehmen nicht der richtige Anbieter für uns ist. Der verkaufte Strom der Stadtwerke Hamm ist nicht grün, sondern dunkelgrau. Beteiligt ist lt. Stromkennzeichnung 2014 die Kernkraft mit 11,46%. Kohle ist mit 32,09% im Mix. Deutlich zu viel! Mehr hierzu…

„BBU empört über die Freigabe des Rates der Stadt Hamm zum Gasbohren“

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat am 16.03.2016 eine Pressemitteilung herausgegeben, die wir hier veröffentlicht haben.

„Taschenspielertricks der Stadtwerke Hamm?“

Ein Artikel unsere Bündnispartners „Hamm gegen Atom – Erneuerbare Energien für Hamm“.

Pressespiegel

Das Ratsprotokoll

Was sagen die Parteien?

Das Internet schläft nicht…

Die Stimmung in Facebook zeigt sich unter anderem in diesem Beitrag vom 16.03.2016:

 

12 Gedanken zu „Ein Schlag ins Gesicht der Klimaschützer“

  1. Lügen werden nicht dadurch richtiger, dass man sie im Internet verbreitet. Selbstverständlich haben die Grünen in Hamm nicht gegen die Nutzung der Windenergie und auch nicht für Gasbohren gestimmt. Im übrigen, wie wäre es mit einem Perspektivwechsel: Linke,Piraten und Pro Hamm haben für Gasbohren in Holland, für Gasbohren in der Nordsee, für Piplines in der Ostsee und für die Frackingindustrie in Texas gestimmt.

  2. Danke für den Hinweis, Reinhard. Fehler im Internet haben jedoch den Vorteil, dass man sie korrigieren kann. Du nennst es „Lügen“, jedoch müsste es sich dabei um Absicht handeln.

    Ich sehe es ein: Uns ist leider ein ganz blöder Fehler unterlaufen, den ich inzwischen korrigiert habe und für den ich mich im Namen des Klimabündnisses entschuldige.

    ** Der Fehler **
    Im ersten Absatz haben wir die Abstimmungsergebnisse (die Nennung der Parteien) überflüssigerweise zu sehr, und dann auch noch fehlerhaft, detailiert. Es geht uns jedoch um die Sache (Das Ergebnis der Abstimmung) und nicht in erster Linie darum, Ross und Reiter bei den Parteien zu nennen. Die falsche Formulierung ist nun nicht mehr zu sehen. Ich möchte sie jedoch nicht unterschlagen. Der erste Absatz lautete wie folgt:
    „…Für die führenden Parteien im Rat der Stadt Hamm, also CDU und SPD – aber auch bei den kleineren Parteien Grüne und FDP – sind das ungekannte und unwichtige Themenfelder. Jedenfalls haben diese Parteien am Dienstag, 15.03.2016 im Rat der Stadt Hamm FÜR Gasbohren im Münsterland, aber GEGEN Windkraftanlagen im Gebiet Weetfeld und Isenburg gestimmt. Lediglich DIE LINKEN, DIE PIRATEN und Pro Hamm haben im Sinne des Klimaschutzes gestimmt.“

    ** Die Korrektur **
    „…Für die führenden Parteien im Rat der Stadt Hamm sind das scheinbar ungekannte und unwichtige Themenfelder. Jedenfalls hat der Rat der Stadt Hamm am Dienstag, 15.03.2016 FÜR Gasbohren im Münsterland und gleichzeitig GEGEN Windkraftanlagen im Gebiet Weetfeld und Isenburg gestimmt.“


    Im übrigen glaube ich nicht, dass Die Linke, Die Piraten und Pro Hamm FÜR Gasbohren in Holland und anderswo sind, nur weil sie GEGEN Gasbohren in unserer Nachbarschaft gestimmt haben. Deshalb lade ich diese Parteien ein, sich hier mit einem Kommentar zu äußern.

    (Unter uns:) Auch wenn es für die Sache nicht wichtig ist: Sicherlich nicht nur für mich wäre es interessant, aus erster Quelle zu erfahren, WER nun genau WIE gestimmt hat. Schließlich möchten wir uns vor der nächsten Wahl ein Bild von den Parteien und ihren Vertretern machen…

    1. Lieber Uli Mandel,
      ( unter uns ) “ Ross und Reiter zu nennen“ sei nicht so wichtig?
      Aber das Verhalten der Parteien bei der nächsten Wahl berücksichtigen willst Du schon? Aha!

      1. Freut mich, dass du das verstanden hast, Reinhard.
        Deshalb habe ich ja wie folgt kommentiert: „Auch wenn es für die Sache nicht wichtig ist: Sicherlich nicht nur für mich wäre es interessant, aus erster Quelle zu erfahren, …“

  3. Lieber Reinhard Merschhaus,
    unser Gas kommt nicht aus Texas. Die Holländer haben ihre Gasproduktion aufgrund der massiven Probleme zurückfahren müssen, obwohl ihnen das wirtschaftlich wirklich weh tut. Und ja, Nordsee-Gas ist besser als HammerGas, weil es aus konventionellen Lagerstätten stammt. Mit wesentlich weniger Bohrungen lassen sich wesentlich größere Mengen gewinnen. Ganz nebenbei leben wir hier in einem der am dichtesten besiedelten Räume nicht nur Europas, sondern der ganzen Welt. Wo gerade kein Haus steht, werden Lebensmittel produziert. Die Zustimmung zu HammGas ignoriert diese Raumkonflikte. Insofern ist Gas aus der Nordsee oder Sibirien tatsächlich besser als das aus Hamm. Schön, dass ich das hier mal erklären konnte.
    Die genannten Parteien haben natürlich nicht für das besagte Gas gestimmt. So etwas zu behaupten, wäre eine glatte Lüge, der vorgeschlagene Perspektivwechsel soll das aber insinuieren. Das Abstimmungsverhalten der grünen Hammer Fraktion – unabhängig von kosmetischen Alibi-Abweichlern – ist eine Schande. Die echte Alternative zum Nordsee-Gas heißt Energiewende, und dafür haben die anderen Parteien sich mit ihrer konsequenten Ablehnung eingesetzt.

    1. Na prima, lieber Dirk Hanke,jetzt hat wenigstens mal einer deutlich gesagt, dass wir noch einige Zeit Erdgas brauchen.
      Über die Frage, ob man dieses Gas vielleicht auch hier förder nkönnte, denken wir aber lieber gar nicht erst nach. Denn dann müsste man ja probebohren.
      Stattdessen erklären wir dann, dass Erdgasförderung in der Nordsee oder in Russland irgendwie ganz in Ordnung sei.
      Prima! Ob alle die Menschen , die z.B. den Bau von Pipelines in der Ostsee heftig bekämpfen , das auch so sehen?

      1. Zunächst einmal habe ich nicht gesagt, dass wir noch einige Zeit Gas brauchen. Das einfach zu behaupten, ist ein platter rhetorischer Trick, den ich hier doch mal klar benennen will, ohne mich näher darauf einzulassen.
        Nichtsdestotrotz sind wir sicher gleicher Meinung, wenn es darum geht, für die Übergangszeit die Energieträger Atom, Gas, Stein- und Braunkohle in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Was wir sicherlich auf gar keinen Fall für die Übergangszeit brauchen ist DIESES Gas. Darüber habe ich natürlich nachgedacht und andere Leute auch. Das Ergebnis ist z.B. hier veröffentlicht:
        http://www.nature.com/nature/journal/v517/n7533/abs/517150a.html
        Dort kann man nachlesen, dass 50% der weltweiten Gasreseven bis 2050 im Boden bleiben müssen, wenn wir das 2° Klimaziel erreichen wollen. Wohlgemerkt „Reserven“. Darunter versteht man den unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten förderbaren Anteil der Ressourcen. Die Vorkommen der HammGas dürften also wohl kaum mitgezählt worden sein. Nach 2050 können wir uns dann noch einmal unterhalten, wie es mit der Energiewende so geklappt hat. In dieser Hinsicht etwas Versöhnliches zum Schluss: Die klare grüne Haltung zur Windenergie in Hamm begrüße ich sehr, denn bei mir kommt der Strom nicht einfach aus der Steckdose.

  4. Um es vorweg zu sagen: Ich bin gegen Gasbohren im Münsterland und für Windkraft in Weetfeld und Isenburg. Ich habe an der denkwürdigen Ratssitzung am Dienstag (15.03.2016) als Gast teilgenommen und war nach der Abstimmung über dieses Thema derart emotional aufgewühlt, dass ich am liebsten aus Hamm wegziehen wollte. Daher kann ich Uli Mandel gut verstehen, dass ihm bei der Abfassung des 40. NL aus lauter Erregung dieser „Übertragungsfehler“ unterlaufen ist.

    Dass die Debatte im Rat zu diesem Thema schon wegen ihrer Wichtigkeit ebenfalls hoch emotional war, versteht sich daher von selbst. Dass die Ratsvertreter der Grünen hierbei sogar die Grenzen des Anstands überschritten, verstehe ich allerdings weniger. Zum „Glück“ wurden sie zur Mäßigung aufgerufen. Verstanden habe ich allerdings auch nicht, aus welchen Gründen sie sich für das Gasbohren im Münsterland ausgesprochen haben. Bei der der Ratssitzung vorausgegangenen MV der Grünen, bei der ich ebenfalls zugegen war, haben deren Mitglieder zu diesem Thema mit 15 zu 15 (mit 1 Enthaltung) gestimmt. Sie haben also weder für noch gegen das geplante Gasbohren gestimmt.

    Konsequenterweise und nach meinem demokratischen Verständnis hätte sich dieses Abstimmungsergebnis im Rat mit einer Stimmenthaltung ausdrücken müssen. Dieses ist nicht geschehen. Dem Ganzen „die Krone aufgesetzt“ hat Volker Burgard mit seinem Stimmverhalten. In der Sache klar und deutlich für das Gasbohren, hat er nach seinen Worten mit Rücksicht auf die kritischen Mitglieder seiner Partei mit „Nein“ gestimmt. Das riecht doch stark nach Opportunismus, oder?

    Was ich bei der Energiediskussion in Hamm vermisse, ist das Thema Blockheizkraftwerk. Ich erinnere mich, dass vor ca. 10 Jahren Bärbel Höhn von Bündnis 90/Die Grünen, in ihrer Eigenschaft als Umweltministerin, im Forum des WA über das Thema „Regenerative Energie“ referiert hat. Gesprächspartner war Marc Herter (SPD, MdL), der unsere Stadtwerke „vertrat“ (moderiert von D. Burrichter). In diesem Referat schlug Bärbel Höhn unseren Stadtwerken das Installieren von Blockheizkraftwerken vor. Ich bin kein Energiefachmann, aber wenn eine ehemalige Ministerin solch eine Technologie vorschlägt, muss doch etwas Positives damit verbunden sein. Sie hat sich im Laufe der Zeit sicherlich verbessert und hat außerdem lt. B. Höhn den Vorteil, dezentral zu funktionieren.

  5. DIE LINKE, KV Hamm: Wie hat Andrea Pfeiffer (Bezirksvertreterin der GRÜNEN in Rhynern) die Positionierung der Grünen genannt: „Rumgeeiere“.

    Wir haben uns als Fraktion für regenerative Energien ausgesprochen, für den Klimaschutz und damit gegen die Beteiligung an der HammGas und die Ausbeutung fossiler Energieträger.

    Roland Koslowski hat in der Ratssitzung völlig zurecht darauf hingewiesen, dass die Argumentation der Gasbohrbefürworter eine jahrzehntelange Tradition hat – und zwar von der Atomlobby.

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