Wie öko ist der Ökostrom?

Logo vom DGSDGS 20.01.2017 | Mit dem Wechsel zu Ökostrom können wir die Energiewende aktiv voranbringen. Aber aufgepasst: Nicht jeder Ökostrom-Vertrag bietet einen neuen Nutzen für Umwelt und Klima. Oft profitieren gerade die Unternehmen davon, die noch immer mit Atom und Kohle wirtschaften. Robin Wood hat die Spreu vom Weizen getrennt und gibt Empfehlungen.

Die Energiewende kommt voran. Heute beziehen über eine Millionen Kunden echten Ökostrom bei den von Robin Wood empfohlenen Anbietern. Nimmt man diejenigen hinzu, die im guten Glauben zu Ökostrom-Angeboten gewechselt sind, aber – angesichts der Komplexität der Angebote – bei Anbietern gelandet sind, die gleichzeitig Atom- und Kohlestrom erzeugen oder damit handeln, liegt die Zahl um ein Vielfaches höher. Nahezu jedes Unternehmen und jedes Stadtwerk vermarktet heutzutage Strom als Ökostrom.

Der Bezug von Ökostrom hat das Potential, die Energiewende aktiv voranzubringen. Doch dies ist zu oft nicht der Fall: Wenn der bezogene Strom beispielsweise aus seit Jahrzehnten bestehenden Laufwasserkraftwerken stammt, hat dies keinen nachhaltigen Einfluss auf die Energiewende. Normaler Strom wird dann zu Ökostrom: „alter Wein in neuen Schläuchen“. Darüber hinaus handeln die meisten der Unternehmen – oftmals in Tochtergesellschaften oder in konventionellen bzw. Gewerbekund_innen-Tarifen – mit Atom- und Kohlestrom. Damit das Potential des Ökostroms für die Energiewende genutzt werden kann, ist es wichtig, dass die Ökostrom-Anbieter wirtschaftlich nicht mit den großen Energiekonzernen verflochten sind. Darüber hinaus muss gewährleistet sein, dass der bezogene Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien stammt, dass auf Neuanlagen gesetzt wird und dass Unternehmen in den Neuanlagenbau sowie in Klimaschutzprojekte investieren.

Robin Wood hat die bundesweit tätigen Ökostromanbieter unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse wurden nun im Dezember 2016 in einem Bericht veröffentlicht. Unter den betrachteten Anbietern werden sieben empfohlen. Diese Ökostrom-Anbieter sind nicht direkt verflochten mit Kohle- oder Atomkonzernen, sie investieren in Erneuerbare Energien, und ihr Strom stammt zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien. Ein Wechsel bringt somit die Energiewende voran. Erfüllt werden die Robin Wood-Kriterien von: Bürgerwerke, Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Naturstrom, Polarstern sowie Ökostrom+/Solidarstrom. Das Unternehmen Lichtblick wird von Robin Wood ebenfalls empfohlen – allerdings mit der kleinen Einschränkung, dass ein Prozent des Strommixes bei Lichtblick aus Erdgas-betriebener Kraft-Wärme-Kopplung stammt.

Mehr Informationen und der Recherchebericht zum Download: oekostrom-report.de

Quelle: Newsletter der Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.