Lieber ein Ende mit Schrecken, …

Gasbohren in Herbern beschäftigt die Justiz

Die Stadtwerke Hamm wollten sich einfach mit einer Außerordentlichen Kündigung ihrer 30%igen Geschäftsanteile in der HammGas GmbH aus der Verantwortung ziehen. „Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende“, dachten sich wohl die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der Stadtwerke. Wer den Westfälischen Anzeiger (WA) aufmerksam gelesen hat, konnte im Dezember 2016 das große Aufatmen der verantwortlichen Gasbohrbefürworter in den Ratsparteien CDU, SPD, Grüne und FDP herauslesen. – Sie haben inzwischen erkannt, dass wir in der BIGG Hamm und im Aktionsbündnis Energiewende Münsterland & Hamm mit unseren Vermutungen Recht hatten, dass sich Gasbohren nicht lohnt und dass es umweltpolitisch und im Sinne des Klimaschutzes nicht vertretbar ist.

Vielleicht sollte die Rechtsabteilung der Stadtwerke Hamm Gesellschafterverträge und -beschlüsse besser vor der Unterzeichnung lesen, denn nun kann es tatsächlich ein „Ende mit Schrecken“ werden. Der Hauptgesellschafter in der HammGas, die PVG GmbH – Resources Services & Management (63,4 %) wehrt sich mit juristischen Mitteln und fordert die Rückkehr des abtrünnigen Gesellschafters Stadtwerke Hamm GmbH. Sie möchten nicht auf die geplante zweite Probebohrung an der Martinstraße in Hamm-Lohauserholz verzichten.

Bundesanzeiger Stand 16.02.2017 (Click vergrößert)

Kann es sein, dass die HammGas durch den Ausstieg der Stadtwerke Hamm nun an Bonität verloren hat und dass nun Banken Probleme machen? – Schließlich sind die Stadtwerke als Tochtergesellschaft der Stadt Hamm ein wichtiger Gesellschafter, wenn es um die Prüfung der Kreditwürdigkeit geht. Außerdem: die PVG GmbH – Resources Services & Management  kommt ihrer Veröffentlichungspflicht gemäß HGB nicht nach, der letzte Jahresabschluss wurde per 31.12.2013 veröffentlicht. Die Jahrgänge 2014 und 2015 sind überfällig. Das wird seinen Grund haben, führt aber sicherlich (oder hoffentlich) auch bei den Banken zu Fragen.- Es ist nur eine Vermutung. Uns bleibt aber nichts anderes übrig, als Vermutungen anzustellen. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Hamm tagt hinter geschlossenen Türen, bei den Parteien wird in Hinterzimmern gekummelt und weder die HammGas, geschweige denn die PVG als ihr Hauptgesellschafter spielen mit offenen Karten.

Jan Schmitz, Redakteur des WA, dürfte wohl Recht haben: „Die Ergebnisse der Herberner Bohrung wurden bislang […] nicht öffentlich gemacht, könnten im Rahmen eines Gerichtsverfahrens aber ans Tageslicht gelangen. „

Leserbrief Jürgen Blümer
WA vom 17.02.2017 (Click vergrößert)

Update

Medienecho

  • „Gasbohren in Hamm gestoppt: Stadtwerke steigen aus!“
    08.12.2016 Westfälischer Anzeiger online | Archiv
  • „BI ist erleichtert über Scheitern der Gasbohrung“
    09.12.2016 Westfälischer Anzeiger online | Archiv
  • „HammGas vom Ausstieg aus Gasbohrvorhaben überrascht“
    12.12.2016 Westfälischer Anzeiger online | Archiv
  • „Stadtwerke-Ausstieg aus der HammGas wird ein Fall für die Justiz“
    14.02.2017 Westfälischer Anzeiger online | Archiv

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2 Gedanken zu „Lieber ein Ende mit Schrecken, …“

  1. Es muss zu denken geben, dass die PVG nicht einfach die Anteile der Stadtwerke überschrieben bekommen möchte. Von verkaufen war ja nirgendwo die Rede. Wenn es sich um ein lohnendes Geschäft handeln würde, müsste die PVG über das Geschenk doch jubeln. Aber nichts dergleichen: Man benötigt offenbar die Liquidität und Bonität der Stadtwerke. Die Mittel der PVG sind derzeit in der LauenhagenGas gebunden. Zwei solche Projekte könnte sich nicht einmal ein gesundes Unternehmen leisten.
    Es wird interessant werden: Muss die Aufsuchungserlaubnis zurückgegeben werden, wenn die Voraussetzungen für die Erteilung nicht mehr vorliegen? Ist die finanzielle Leistungsfähigkeit der PVG alleine hoch genug, um einer Überprüfung dieser Frage durch die genehmigende Bezirksregierung Arnsberg standzuhalten?
    Die Stadtwerke sollten – wie in unserem Positionspapier ausgeführt – die eigenen rechtlichen Möglichkeiten prüfen, um sich an der PVG schadlos zu halten.

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