Leit(d)planke an der Radbodstraße

Vor 25 Jahren wurde die Stadt Hamm als „fahrradfreundliche Stadt“ gefeiert. Für dieses Jahr ist eine Jubiläumsfeier geplant. Wie „fahrradfreundlich“ das für Radwege zuständige Stadtamt wirklich ist, das zeigt dieses Beispiel.

Rampe der Kanalbrücke Radbodstraße am 23.05.2017

Im Sommer 2015 wurde an der südlichen Rampe der Kanalbrücke Radbodstraße der Fuß- und Radweg einseitig neu gepflastert. Die alte Leitplanke wurde dabei entfernt. Sie ist scheinbar entsorgt worden. Ich habe mich schon gefreut, schließlich ist es mein täglicher Arbeitsweg.

Erstaunt war ich, als anschließend wieder an der gleichen Stelle zwischen Rad- und Fußweg eine NEUE Leidplanke errichtet wurde. Ich war so naiv, anzunehmen, die Stadtverwaltung hätte hinzu gelernt. Meine Anfrage an die Stadt, ob es sich um ein Versehen handelt, wurde verneint.

Also habe ich den Vorgang mit Siegbert Künzel besprochen. Er ist Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr. Siegbert hat eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Die Stellungnahme der Verwaltung war ernüchternd und zeigt die dortige Denkweise PRO Auto. Niemand scheint sich dort Gedanken darüber zu machen, dass die Sicherung der Autofahrer dort eine Gefahr für Radfahrer darstellt. Der Radfahrer wird auf dem schmalen Radweg zwischen der Leid(t)planke und der Fahrbahn eingekeilt. Hinzu kommt, dass der Radweg auch nach 1,5 Jahren noch nie gereinigt wurde, weil es so schmale Kehrmaschinen gar nicht gibt.

Warum ist diese Leidplanke nicht direkt am Straßenrand?

Zitat aus der Stellungnahme der Verwaltung:

Zu 1. Eine Schutzplanke ist auf diesem Abschnitt erforderlich, weil der Geh- und Radweg auf einer Stützmauer verläuft. Da der hierfür in den Vorschriften geforderte Bordanschlag von 15 cm nicht vorhanden ist, muss eine Schutzplanke eingebaut sein. Eine Umsetzung der Schutzplanke zum Fahrbahnrand ist nicht möglich, da die dann vorhandene Mindestbreite für einen gemeinsamen Geh-/Radweg nicht gewährleistet ist.

Zu 2. Eine Veränderung der Schutzplankenlage wurde geprüft, ist aber aus den unter 1. genannten Gründen nicht möglich.

Zu 3. Bei einer weiteren Radwegeinstandsetzung ist in Abhängigkeit der Lage des Geh/Radweges festzulegen, ob eine Schutzplanke erforderlich ist oder nicht.

Zu 4. Eine weitere Sanierung ist derzeit nicht geplant.

Nun gehen wir mit der Beantragung einen Schritt weiter. Aber dazu später …

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