2016: Stellungnahme des ADFC Hamm zum Thema E-Mobilität

Logo ADFCDie Zukunft ist elektrisch – weniger auf vier, denn auf zwei Rädern. Während Elektroautos wenig alltagstauglich und ökologisch bedenklich sind (hohe Kosten, geringe Reichweite, Umweltbelastung durch die Akkuherstellung, hoher Stromverbrauch bei ungeklärter Öko-Bilanz), stehen Elektrofahrräder schon als Serienprodukt bereit. Allein 2015 wurden ca. 500.000 Exemplare bundesweit verkauft, gegenüber einigen tausend E-Autos.

In Hamm sind laut Stadt derzeit 40 reine E-Autos angemeldet, aber mindestens 2000 E-Bikes unterwegs.

Das hat gute Gründe: für das Leichtfahrzeug Fahrrad lässt sich mit minimalem technischen Aufwand und Energieverbrauch ein Maximum an Effizienzsteigerung erzielen.

Das E-Bike vergrößert das Potenzial fürs Radfahren, gerade in der Flächenstadt Hamm. Es erweitert die Reichweite nicht nur für ältere Fahrer, sondern auch für Berufspendler, die nicht verschwitzt bei der Arbeit ankommen.

Damit ersetzen Elektrofahrräder in erster Linie Autofahrten, nicht Fahrradfahrten- wie Studien aus den Niederlanden und der Schweiz schon 2009 und 2010 gezeigt haben.

Um das Potenzial der E-Räder auszunutzen, sind allerdings private und öffentliche Initiativen nötig. Der ADFC fordert deshalb statt der fragwürdigen Förderung von E-Autos die Förderung der Elektromobilität auf zwei Rädern.

Dazu kann auch eine Stadt wie Hamm ihren Beitrag leisten.

  • Förderung eines E-Bike-Verleihs, z.B. an der Radstation. Der ADFC begrüßt die Überlegungen der Stadt dazu.
  • Förderung von Ladestationen, an Privatgebäuden (z. B. Ausflugslokalen) und öffentlichen Einrichtungen, Ausflugszielen möglichst an Radrouten. Die Ladestation am Maxipark ist ein erster Schritt. Weitere mögliche Standorte wären z.B. Schloss Oberwerries, Maximare,  Selbachpark, andere Schwimmbäder und Freizeiteinrichtungen, aber auch Hochschulen, VHS etc., auch am Kurhaus. Allein beim Fahrradmarkt zum Sattelfest wird seit Jahren nach einer Ladestation gefragt.
  • Am umweltfreundlichsten wäre eine Kombination von Solarstrom und E-Tankstelle, z. B. als Referenzmodell im geplanten Energiequartier Luther-Viertel. Die Stadtwerke sollten das beim aktuellen Umbau ihres Hauses berücksichtigen. Auch die ADFC-Geschäftsstelle würde sich als Standort zum Nachladen anbieten, weil sie in der Saison dreimal wöchentlich geöffnet ist.
  • Bei der Entwicklung und beim Betrieb einer E-Bike-Infrastruktur könnten sich die Hochschulen in Hamm einbringen, statt einseitig auf den Bereich E-Auto zu setzen.
  • Eine Forderung an die Verkehrsplanung: Schnellere Räder brauchen breitere Radwege, um Platz zum Überholen und mehr Abstand zu Fußgängern zu bieten. Oft sind E-Bikes am besten auf der Straße aufgehoben, weil sie innerorts kaum noch langsamer sind als Autos.
  • Das E-Rad erhöht auch den Bedarf für einen Radschnellweg, wie er im Ruhrgebiet geplant ist. Wir begrüßen es, dass sich die Stadt Hamm mit dem Abschnitt auf dem Mitteldeich für einen zügigen Baustart des RS 1 einsetzt.
  • Unbedingt nötig sind mehr sichere Abstellanlagen, weil E-Bikes vergleichsweise teuer und damit auch bei Dieben begehrt sind.

Kontakt: Rainer Wilkes adfc-kvhamm@hamcom.biz

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