Essbare Stadt – nur eine Idee?

Autor: Friedel Moor | Lassen wir es uns schmecken! Aus der Stadt wird ein Gemeinschaftsgarten und jeder darf ernten: Himbeeren oder Stachelbeeren, Nüsse oder Äpfel … Je nach Eignung der Fläche werden fruchttragende Hecken und Bäume gepflanzt, Gemüse oder Kräuter angebaut.

Eine utopische Vorstellung?

Weltweit versuchen immer mehr Städte die Utopie in Realität zu verwandeln und Grünanlagen essbar zu machen. So entsteht zum Beispiel in Seattle, USA, gerade ein essbarer Wald mitten in der Stadt. Eine Fläche von 21.000 Quadratmetern wird mit Hunderten von Fruchtbäumen, Beerenbüschen, Gemüsesorten und Kräutern bepflanzt. Ernten können Spaziergänger und Anwohner.

Todmorden (GB) war eine trostlose englische Industriestadt. Nun ist sie ein Vorzeigeort im Königreich. Hier setzte man auf Eigeninitiative. So haben die Bürger 70 private und öffentliche Grundstücke mit Obst und Gemüse bepflanzt. Statt Tagetes wachsen hier Kräuter in den Blumenkästen. In der Schule bringt man den Kindern bei, ihr „eigenes Essen“ anzubauen. Mittlerweile kann sich Todmorden durch den Eigenanbau von Lebensmitteln nahezu selbst versorgen.

Nach der Idee der essbaren Stadt Todmorden machte sich in Deutschland besonders die Stadt Andernach auf den Weg.

„In Andernach heißt es ,Pflücken erlaubt‘ und nicht ,Betreten verboten‘. Gemüsesorten wie Möhren und Bohnen, Obstsorten, Beerensorten, Spaliergehölze, Küchenkräuter oder Schnittpflanzen werden in den Grünanlagen gepflanzt und lassen völlig neue Wahrnehmungs-räume entstehen. Jedes Jahr steht eine Nutzpflanze besonders im Fokus. So wurden 2010 an der Mauer im Schlossgarten 101 Tomatensorten gepflanzt, 2011 100 Bohnensorten und 2012 20 Zwiebelsorten; 2013 war das Jahr des Kohls.“ (aus dem Flyer der Stadt Andernach)
Der Stadt gelingt ohne aufwändige Baumaßnahmen eine Aufwertung ihrer Grünanlagen.

Gemeinschaftsgärten in der Stadt haben viele Namen und unterschiedliche Formen: Am bekanntesten sind die „Interkulturellen Gärten“, deren erstes Projekt in den 90er Jahren in Göttingen entstand. Hier ist das gemeinsame Gärtnern Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Nach dem Göttinger Vorbild entstanden über 100 interkulturelle Gartenprojekte. Darüber hinaus gibt es Kiezgärten, Nachbarschaftsgärten, Selbsternteprojekte und Stadtteilgärten.

In München hat man mit einem Pilotprojekt begonnen, das auf einer kleinen Fläche der städtischen Baumschule ausprobiert wird. Der Garten kann während der Öffnungszeiten von 8:00 bis 20:00 Uhr genutzt werden. Sicher lässt sich ein solcher Ansatz auch in Hamm umsetzen. Hierfür bietet sich das ungenutzte Freibadgelände in Heessen an, weil das Gelände eingezäunt und abschließbar ist. So ist es einigermaßen geschützt. Für viele Anwohner in der sogenannten „Gartenstadt“ lässt sich der Wunsch nach einem eigenen Garten nicht verwirklichen. Deshalb sollte der öffentliche Raum diese Lücke schließen und die Möglichkeit zum Gärtnern in einem interkulturellen Garten anbieten. Bei der Planung der essbaren Stadt sollten Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mit eingebunden werden. Außerdem bietet sich eine Kooperation mit sozialen Projekten an. Wenn der Versuch erfolgreich ist, könnten weitere Flächen in anderen Stadtbezirken folgen.
Anfänge sind aber auch in der Stadt Hamm schon sichtbar. So hat man es sich zur Aufgabe gemacht, einzelne städtische Brachflächen in Streuobstwiesen umzuwandeln, die öffentlich zugänglich sind. Bürgerinnen und Bürger können dann die Früchte zur Erntezeit kostenlos pflücken.

Jetzt schon in Hamm

Walnussring in HeessenIn den letzten Jahren wurden Obstwiesen u.a. an der Flurstraße und am Großen Sandweg in Bockum-Hövel sowie an der Birkenstraße in Uentrop angelegt. In Heessen entstand an der Üdinghoffstraße ein Walnussring.

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