FAQ

Fragen und Antworten



  • Glossar
  • EIKE
    Uli Mandel

    EIKE ist…

    "die Speerspitze der Lobby, die den menschengemachten Klimawandel leugnet."

    Quelle: lobbypedia.de | PDF-Archiv


    "Der Verein wird von der Fachwelt nicht als seriöses Institut, sondern als klimaskeptische und politisch aktive Lobbyorganisation betrachtet."

    Quelle: wikipedia.org | PDF-Archiv


    "In Deutschland gibt es mit 'Eike' eine Organisation, die sich selbst als 'Institut' bezeichnet, 'ein Zusammenschluss einer wachsenden Zahl von Natur, Geistes- und Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren, Publizisten und Politikern', die den menschengemachten Klimawandel ablehnen..."

    Quelle: taz.de | PDF-Archiv

  • FabLab
    Uli Mandel

    Wikipedia schreibt dazu:

    Ein FabLab (engl. fabrication laboratory – Fabrikationslabor), manchmal auch offene Werkstatt oder MakerSpace, ist eine offene, demokratische Werkstatt mit dem Ziel, Privatpersonen den Zugang zu Produktionsmitteln und modernen industriellen Produktionsverfahren für Einzelstücke zu ermöglichen.

    Weiter zum Wikipedia - Artikel…

  • Deutsche Wildtier Stiftung
    Uli Mandel

    Die Deutsche Wildtier Stiftung ist eine durch den Hamburger Unternehmer Haymo G. Rethwisch 1992 gegründete, nach unternehmerischen Prinzipien geführte private gemeinnützige Stiftung, die sich für den Schutz und die Förderung heimischer Wildtiere einsetzt. (…)

    Quelle: Wikipedia | PDF-Archiv


    Stiftungsvorstand (Alleinvorstand) ist (Stand 29.10.2017) Fritz Vahrenholt. Hierzu schreibt Wikipedia:

    Fritz Vahrenholt (* 8. Mai 1949 in Gelsenkirchen-Buer) ist ein deutscher Politiker (SPD), Buchautor und Manager. Er war in den 1990ern Umweltsenator in Hamburg, danach ging er in die Wirtschaft und ist seither bei verschiedenen Energiekonzernen tätig. Besondere Beachtung findet er in der medialen Kontroverse um die globale Erwärmung als Vertreter des Klimaskeptizismus. (…)

    (…) 1998 wechselte Vahrenholt zur Deutschen Shell AG, die bestrebt war, ihr schlechtes Image zu verbessern, das vor allem infolge der öffentlichen Proteste gegen die Versenkung des schwimmenden Öltanks Brent Spar gelitten hatte. (…)

    Quelle:  Wikipedia | PDF-Archiv

     

     

  • Fracking
    Uli Mandel

    Fracking ist eine Abkürzung für Hydraulic Fracturing. (…)

  • Carsharing
    Uli Mandel

    Carsharing (auf Deutsch etwa: „Autoteilen“ oder „Gemeinschaftsauto“) ist die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines oder mehrerer Automobile auf der Grundlage einer Rahmenvereinbarung. Carsharing erlaubt anders als konventionelle Autovermietungen ein kurzzeitiges, auch minutenweises Anmieten von Fahrzeugen.  (…)

  • THTR-300
    Uli Mandel

    Das Kernkraftwerk THTR-300 (Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor) war ein heliumgekühlter Hochtemperaturreaktor des Typs Kugelhaufenreaktor im nordrhein-westfälischen Hamm mit einer elektrischen Leistung von 300 Megawatt. (…)

    (…) am 1. September 1989 (wurde) die Stilllegung des THTR-300 beschlossen, die dann am 26. September 1989 von der HKG gemäß Atomgesetz bei der Aufsichtsbehörde beantragt wurde.

  • Stromkennzeichnung
    Uli Mandel

    Das schreibt Wikipedia dazu:

    Unter Stromkennzeichnung versteht man die gesetzlich vorgeschriebene Information an Endverbraucher von Strom über dessen Erzeugung. Sie beinhaltet die anteilmäßige Aufteilung der Energieträger, aus denen der Strom erzeugt wird, welcher an den Endverbraucher geliefert wird. Die Aufstellung dieser Anteile wird auch Strommix genannt und kann sich sowohl auf ein bestimmtes Produkt beziehen, als auch auf den Strommix eines Lieferanten. Die Stromkennzeichnung einzelner Lieferanten ist in der Veröffentlichung jeweils dem Bundesdurchschnitt gegenüberzustellen.

  • EnWG § 42
    Uli Mandel
    Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG)
    § 42 Stromkennzeichnung, Transparenz der Stromrechnungen, Verordnungsermächtigung
    (1) Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind verpflichtet, in oder als Anlage zu ihren Rechnungen an Letztverbraucher und in an diese gerichtetem Werbematerial sowie auf ihrer Website für den Verkauf von Elektrizität anzugeben:
    1. den Anteil der einzelnen Energieträger (Kernkraft, Kohle, Erdgas und sonstige fossile Energieträger, erneuerbare Energien, finanziert aus der EEG-Umlage, Mieterstrom, finanziert aus der EEG-Umlage, sonstige erneuerbare Energien) an dem Gesamtenergieträgermix, den der Lieferant im letzten oder vorletzten Jahr verwendet hat; spätestens ab 1. November eines Jahres sind jeweils die Werte des vorangegangenen Kalenderjahres anzugeben;
    2. Informationen über die Umweltauswirkungen zumindest in Bezug auf Kohlendioxidemissionen (CO2-Emissionen) und radioaktiven Abfall, die auf den in Nummer 1 genannten Gesamtenergieträgermix zur Stromerzeugung zurückzuführen sind.
    (2) Die Informationen zu Energieträgermix und Umweltauswirkungen sind mit den entsprechenden Durchschnittswerten der Stromerzeugung in Deutschland zu ergänzen und verbraucherfreundlich und in angemessener Größe in grafisch visualisierter Form darzustellen.
    (3) Sofern ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen im Rahmen des Verkaufs an Letztverbraucher eine Produktdifferenzierung mit unterschiedlichem Energieträgermix vornimmt, gelten für diese Produkte sowie für den verbleibenden Energieträgermix die Absätze 1 und 2 entsprechend. Die Verpflichtungen nach den Absätzen 1 und 2 bleiben davon unberührt.
    (4) Bei Strommengen, die nicht eindeutig erzeugungsseitig einem der in Absatz 1 Nummer 1 genannten Energieträger zugeordnet werden können, ist der ENTSO-E-Energieträgermix für Deutschland unter Abzug der nach Absatz 5 Nummer 1 und 2 auszuweisenden Anteile an Strom aus erneuerbaren Energien zu Grunde zu legen. Soweit mit angemessenem Aufwand möglich, ist der ENTSO-E-Mix vor seiner Anwendung so weit zu bereinigen, dass auch sonstige Doppelzählungen von Strommengen vermieden werden. Zudem ist die Zusammensetzung des nach Satz 1 und 2 berechneten Energieträgermixes aufgeschlüsselt nach den in Absatz 1 Nummer 1 genannten Kategorien zu benennen.
    (5) Eine Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien zum Zweck der Stromkennzeichnung nach Absatz 1 Nummer 1 und Absatz 3 liegt nur vor, wenn das Elektrizitätsversorgungsunternehmen
    1. Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien verwendet, die durch die zuständige Behörde nach § 79 Absatz 4 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes entwertet wurden,
    2. Strom, der aus der EEG-Umlage finanziert wird, unter Beachtung der Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ausweist oder
    3. Strom aus erneuerbaren Energien als Anteil des nach Absatz 4 berechneten Energieträgermixes nach Maßgabe des Absatz 4 ausweist.
      Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind berechtigt, für den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien, finanziert aus der EEG-Umlage, unter Beachtung der Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in der Stromkennzeichnung auszuweisen, in welchem Umfang dieser Stromanteil in regionalem Zusammenhang zum Stromverbrauch erzeugt worden ist, wenn Regionalnachweise durch die zuständige Behörde nach § 79a Absatz 4 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes entwertet wurden.
    (6) Erzeuger und Vorlieferanten von Strom haben im Rahmen ihrer Lieferbeziehungen den nach Absatz 1 Verpflichteten auf Anforderung die Daten so zur Verfügung zu stellen, dass diese ihren Informationspflichten genügen können.
    (7) Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind verpflichtet, einmal jährlich zur Überprüfung der Richtigkeit der Stromkennzeichnung die nach den Absätzen 1 bis 4 gegenüber den Letztverbrauchern anzugebenden Daten sowie die der Stromkennzeichnung zugrunde liegenden Strommengen der Bundesnetzagentur zu melden. Die Bundesnetzagentur übermittelt die Daten, soweit sie den Anteil an erneuerbaren Energien betreffen, an das Umweltbundesamt. Die Bundesnetzagentur kann Vorgaben zum Format, Umfang und Meldezeitpunkt machen. Stellt sie Formularvorlagen bereit, sind die Daten in dieser Form elektronisch zu übermitteln.
    (8) Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, Vorgaben zur Darstellung der Informationen nach den Absätzen 1 bis 4, insbesondere für eine bundesweit vergleichbare Darstellung, und zur Bestimmung des Energieträgermixes für Strom, der nicht eindeutig erzeugungsseitig zugeordnet werden kann, abweichend von Absatz 4 sowie die Methoden zur Erhebung und Weitergabe von Daten zur Bereitstellung der Informationen nach den Absätzen 1 bis 4 festzulegen. Solange eine Rechtsverordnung nicht erlassen wurde, ist die Bundesnetzagentur berechtigt, die Vorgaben nach Satz 1 durch Festlegung nach § 29 Absatz 1 zu bestimmen.
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
    Uli Mandel

    BMWi ist die Abkürzung vom "Bundesministerium für Wirtschaft und Energie"

  • BNetzA
    Uli Mandel

    BNetzA ist die Abkürzung der "Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen"

     

  • Gasbohren
  • Was bedeutet "Fracking"?
    Jürgen Blümer

    Fracking ist eine Abkürzung für Hydraulic Fracturing. Siehe Artikel bei Wikipedia

  • Kann die Förderung von Erdgas Erdbeben verursachen?
    Jürgen Blümer

    Ja. Der NDR brichtete bereits über den Zusammenhang. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Niedersachsen schreibt dazu:
    "Daher ist ein Zusammenhang zwischen der Erdgasförderung und den seismischen Ereignissen in der Nähe der produktiven Erdgasfelder in Norddeutschland als wahrscheinlich einzustufen."

    In den NIederlanden im Erdgasfeld Gronigen sind über 25.000 Menschen von sogenannten Mikrobeben betroffen, 50.000 Wohnungen sind beschädigt. In einem Untersuchungsbericht fällte der nationale Sicherheitsrat das Urteil: Maximaler Gewinn war Behörden und Unternehmen demnach wichtiger als die Sicherheit der Bürger.

  • Ist Fracking eine Ursache für Erdbeben?
    Jürgen Blümer

    Dazu gibt es bisher keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Radio Bremen hat dazu ermittelt:
    "Das Landesamt für Bergbau ist sich inzwischen sicher, (dass) Erdbeben durch Gasförderung, nicht aber durch Fracking verursacht werden.
    ...
    Zum Erdbeben am 1. Mai im Landkreis Diepholz könne man sagen, dass im betreffenden Erdgasfeld (Klosterseelte) gar nicht nicht gefrackt wurde."

  • Wie stark können Erbeben werden, die durch Gasförderung ausgelöst werden?
    Jürgen Blümer

    Das stärkste Erdbeben in Niedersachsen hatte es im Oktober 2004 in der Nähe von Rotenburg (Wümme) mit einer Stärke von 4,5 gegeben. Dieses Beben war noch im 90 Kilometer entfernten Hamburg zu spüren.

  • Ist die Entschädigung z.B. von Immobilienbesitzern bei Schäden durch Erdgas-Beben gesetzlich eindeutig geregelt?
    Jürgen Blümer

    Nein. Hausbesitzer müssen immer wieder um Entschädigungen kämpfen, wie diese Beispiele aus Niedersachsen und demSaarland zeigen.

  • Warum ist die Entschädigung in Deutschland nicht so unbürokratisch geregelt wie in den Niederlanden?
    Jürgen Blümer

    In den Niederlanden gilt ein anderes Bergrecht. Im deutschen Bergrecht ist eine unbürokratische Entschädigung nicht vorgesehen.

  • Wird HammGas Vorkehrungen treffen, um Ewigkeitsschäden, die durch Erdbeben entstehen, zu entschädigen?
    Jürgen Blümer

    Nein. HammGas ist auf den schnellen Gewinn aus und wird die Risiken bei der Gasförderung dem Steuerzahler aufbürden - genau so, wie dies bereits im Ruhrgebiet mit der Kohleförderung geschehen ist.

  • Kann die Förderung von Erdgas Krebs verursachen?
    Jürgen Blümer

    Die neuesten Untersuchungen legen den Verdacht nahe. In Bothel (Landkreis Rotenburg) ist innerhalb von ca. zehn Jahren bei 40 Männern Blut- und Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert worden. Normal im Sinne der Statistik wären 20 derartige Erkrankungen gewesen. Umweltschützer hatten zuvor in der direkten Umgebung von zwei Bohrplätzen bei Söhlingen 40- bis 70-fach überhöhte Quecksilberwerte gemessen.

    Die niedersächsische Landesregierung hat auf eine kleine Anfrage der Grünen im Landtag zu den erhöhten Quecksilberwerten Stellung genommen. Fazit: Die Ursache der Kontamination des Bodens konnte bis jetzt nicht gefunden werden. Nach Ansicht der Landesregierung wurde nach Stand der Technik gearbeitet. Dies hat aber die Vergiftung des Bodens nicht verhindern können.

  • Leisten neue fossile Energiequellen wie unkonventionelles Erdgas aus Kohleflözen einen Beitrag zur Energiewende?
    Jürgen Blümer

    Nein. Die Energiewende in Deutschland ist ein Projekt, dass die Abkehr von endlichen Energiequellen wie Atom, Erdgas, Kohle und Erdöl zum Ziel hat. Stattdessen soll die Versorgung in Deutschland auf erneuerbare Energien wie Wind, Sonne und Wasser umgestellt werden.

    Die konkreten Ziele der Energiepolitik wurden 2013 nochmals im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD bekräftigt: "National wollen wir die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Stand 1990 reduzieren. Innerhalb der Europäischen Union setzen wir uns für eine Reduktion um mindestens 40 Prozent bis 2030 als Teil einer Zieltrias aus Treibhausgasreduktion, Ausbau der Erneuerbare Energien und Energieeffizienz ein. In Deutschland wollen wir die weiteren Reduktionsschritte im Lichte der europäischen Ziele und der Ergebnisse der Pariser Klimaschutzkonferenz 2015 bis zum Zielwert von 80 bis 95 Prozent im Jahr 2050 festschreiben und in einem breiten Dialogprozess mit Maßnahmen unterlegen (Klimaschutzplan)."

    Bereits heute hat die Bundesregierung große Probleme, diese ehrgeizigen Ziele umzusetzen. Jeder Cent, der in weitere fossile Energieträger investiert wird, wirkt da wie ein Bremsklotz bei der Umsetzung der Energiewende.

  • Welchen Beitrag soll Erdgas bei der Energiewende leisten?
    Jürgen Blümer

    Der Verbrauch von Erdgas muss rasch und massiv reduziert werden. Gerade im Bereich der Wärmeerzeugung in privaten Haushalten wird dieser fossile Energieträger eingesetzt. Hier liegen auch Einsparpotentiale von bis zu 80 Prozent.
    In den letzten Jahren ist es der Bundesregierung nicht gelungen, dieses Einsparpotential auch nur ansatzweise zu nutzen. Hier muss endlich ein energetischer Riese geweckt werden: "In Deutschland gibt es 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser. 75 Prozent davon sind vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet worden und daher in einem energetisch schlechten Zustand."

  • Mit wievielen Bohrplätzen ist in den nächsten Jahren zu rechnen?
    Jürgen Blümer

    HammGas will nach eigenen Angaben rund 20 bis 25 Bohrungen durchführen. Damit soll dann die Versorgung von Hamm (ca. 180.000 Einwohner) mit Erdgas möglich sein. Zum Vergleich: Allein NRW hat 17,5 Millionen Einwohner. Sollten diese ebenfalls auf gleiche Weise mit unkonventionellem Erdgas versorgt werden, wären dazu rund 2400 Bohrungen erforderlich.

  • Soll in Ascheberg unkonventionelles Erdgas gefördert werden?
    Jürgen Blümer

    Ja. Die Lagerstätten werden in unkonventionelle und konventionelle Lagerstätten unterschieden. Bei dem Gas unter Ascheberg handelt es sich um Kohleflözgas - und das ist eine unkonventionelle Lagerstätte.

  • Warum ist die Unterscheidung zwischen konventionellem und unkonventionellem Gas so wichtig?
    Jürgen Blümer

    In Nordrhein-Westfalen existiert zur Zeit ein Moratorium, dass die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten mittels Fracking untersagt. Sollte die Argumentation von HammGas zum Zuge kommen und das Voraben in Ascheberg als 'konventionelle Gasförderung' gewertet, ist das Moratorium nicht anwendbar und die Bohrung könnte beginnen.

  • Wie werden Bohrungen und Förderung überwacht?
    Jürgen Blümer

    In der Regel durch die Unternehmen selber. Die zuständigen Bergbehörden sind nicht in der Lage, regelmäßig und unangekündigt Kontrollen durchzuführen. Die zuständige Behörde in Niedersachsen schreibt dazu:
    "Das LBEG kontrolliert die Umsetzung der erteilten Genehmigungen. Daneben werden stichprobenartig Inspektionen und Befahrungen der Betriebe durchgeführt. In beiden Fällen werden betriebliche Unterlagen eingesehen, die Einhaltung von Rechtsvorschriften und der Zustand der Betriebsanlagen geprüft. Das LBEG veranlasst die Beseitigung von Mängeln und trifft die notwendigen Anordnungen."

    Dies hat zur Konsequenz, dass z.B. das Ziehen von Bodenproben oder eine Grundwasserüberwachung von den Bergbauunternehmen selber durchgeführt werden. Und wie ein Bericht des NDR zeigt, haben Behörden und Unternehmen schon Probleme, einen Bohrplatz mit einem verschließbaren Tor zu sichern.

    Das Problem der Überwachung ('Monitoring') ist bereits vor zwei Jahren von den Experten in dem Gutachten "Gutachten mit Risikostudie zur Exploration und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten in Nordrhein-Westfalen (NRW) und deren Auswirkungen auf den Naturhaushalt insbesondere die öffentliche Trinkwasserversorgung" erkannt worden. Als konkrete Maßnahmen werden dort aufgelistet:

    "Hierbei ist es wichtig, mit dem Konzept des Monitorings frühzeitig (weit im Vorfeld der geplanten Vorhaben) zu beginnen, um beispielsweise im Hinblick auf die aktuelle Grundwasserbeschaffenheit und Gasgehalte im oberflächennahen Grundwasser geeignete Nullmessungen zu haben. Das Monitoring ist dann im Laufe der Zeit fortlaufend zu konkretisieren. Aufbau und Organisation eines funktionierenden Monitorings sind komplexe Aufgaben. Mit den entsprechenden Arbeiten sollte frühzeitig begonnen werden."

    Ein Monitoring-Konzept hat HammGas bisher nicht vorgelegt. Nullmessungen an den Gewässern im Fördergebiet sind nicht bekannt. Eine Arbeitsgruppe 'Monitoring' mit allen Beteiligten wurde bisher nicht eingesetzt.

    Die erste Probebohrung soll in wenigen Monaten beginnen.

  • Ist das von HammGas verwendete Verfahren der Tektomechanik sicher und kommt es ohne Fracking aus?
    Jürgen Blümer

    Beides ist ungewiss. Die Tektomechonik ist bisher noch nie zum Einsatz gekommen bei der Erdgasförderung. Es wird also ein Experiment im Raum Ascheberg durchgeführt mit ungewissem Ausgang. Ob am Ende unfallfrei Gas gefördert werden kann oder ob doch nach gefrackt werden muss steht in den Sternen.

  • Wenn das Verfahren und die Risiken so groß sind - warum wird das Projekt überhaupt gestartet?
    Jürgen Blümer

    Das Unternehmen PVG GmbH – Resources Services & Management - ist mit 63,4% an HammGas beteiligt - und besitzt patentierte Verfahren wie eben die 'Tektomechanik'. Um dieses Verfahren weltweit gewinnbringend verkaufen zu können, muss ein erfolgreicher Test her. Und das am besten unter den strengen Umweltauflagen in Deutschland.

    Das Gasförderprojekt von HammGas dient wesentlich dazu, den weltweiten Verkauf der 'Tektomechanik' von PVG zu fördern. Die 'Verkausshow' im Münsterland muß aber starten, bevor es zu grundlegenden Rechtsänderungen am Bergrecht kommt, wie z.B. der Beweisslastumkehr oder einer finanzielle Absicherung gegen Ewigkeitsschäden. Solche Gesetzesänderungen würden das gesamte Projekt aus finanzieller Sicht in Frage stellen.

  • Ist eine Bürgerbeteiligung oder eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Förderung gesetzlich vorgeschrieben?
    Jürgen Blümer

    Nein. Das Bergrecht sieht weder eine Bürgerbeteiligung noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung vor.

  • Warum ist das Bergrecht nicht längst modernisiert worden, insbesondere angesichts der Probleme mit der unkonventionellen Gasförderung?
    Jürgen Blümer

    Jeder Ansatz einer Bergrechtsänderung auf Bundesebene durch Bündnis 90 / Die Grünen oder Die Linke ist von den Bundesregierungen aus CDU/CSU/FDP oder CDU/CSU/SPD in den letzten Jahren blockiert worden.

Weitere Fragen?

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Gemeinsam für den Klimaschutz in Hamm (Westf.)