FUgE-News 2/2014 im Download

„Nachhaltig leben – Schritte in die Postwachstumsgesellschaft“

Verschiedene Vertreter/-innen eines alternativen Lebensstils u.a. aus Hamm zeigen in dieser Ausgabe, wie schön und entspannend es sein kann, dem Konsumterror zu entkommen, u.a. die Hammenserin Alina Rüter (auf dem Titelbild) – von PETA zur attraktivsten Veganerin Deutschlands gekürt – und Gabi Thamm. (Seite 2ff)

Wie notwendig es ist, anders zu wirtschaften, zeigt Niko Paech, bekanntester Vertreter einer „Postwachstumsökonomie“, auf. Seine Ideen, die er Juni 2014 in Hamm vortrug, wollen wir „testen“: weniger konsumieren, mehr reparieren, selber machen.
Dafür haben wir Hammer Mitbürger/innen befragt, positive Beispiele gesucht, aber auch kritisch diskutiert.

Dass unsere Wirtschaft auf Wachstum angelegt ist, aber zugleich die „Grenzen des Wachstums“ immer deutlicher werden – nicht nur ökologisch! – wird uns immer stärker bewusst. Wir verbrauchen mehr als zwei Erden, die Klimaschutzziele rücken in immer weitere Ferne. Kann ein „grünes Wachstum“ uns retten? Paech widerspricht. Auch das sogenannte „grüne Wachstum“ braucht und verbraucht immer mehr Ressourcen und legitimiert letztlich einen Lebensstil, der nicht zukunftsfähig ist. (Seite 5ff)

Regionales Wirtschaften, Verzicht auf lange Transport- und Reisewege, längere und gemeinschaftliche Nutzung von Gütern, kürzere Arbeitszeiten, dafür mehr Eigenarbeit – das ist das Lebensmodell, das Paech propagiert. Ob wir einmal dazu gezwungen sein werden („by desaster“) oder uns frei dafür entscheiden („by design“)? Wer es heute schon erprobt, könnte die Avantgarde eines nachhaltigen Lebensstils sein. (Seite 10ff)
Wo das schon in Hamm in Ansätzen gelingt, wollen wir aufspüren.

Inhalt:

1 Editorial
2 Ein Lebensstil für Umweltschutz und Selbstschutz
3 Schön und genussvoll – vegan leben in Hamm
4 Warum ich Wachstumskritiker bin
5 Wege aus dem Konsum-Burn-out
8 Interview: „Nico Paech greift zu kurz“
9 „Murks? Nein danke!“
10 Gemeinsam nutzen
12 „Knöpfe statt Knete“ – Tauschringe
13 Weiternutzen – ein kritischer Einwand
13 Ein Lastenrad für Hamm
14 Aus Alt mach Neu
15 Wegwerfkleidung?
16 Kleiderfasten!?
17 Leben ohne (eigenes) Auto
18 Es grünt so grün …
19 Essbare Stadt
20 Regional – saisonal – konsequent ökologisch
22 Mehrgenerations-Wohnen
23 Erde + Sonne = Nulltarif
24 Stadtradeln
25 Welches Lebensmodell exportieren wir?
26 News aus der Hellwegregion
28 Den Fairen Handel in die Mitte bringen
29 Papier ist geduldig. Wir nicht!
31 Bildungsgemeinschaft SALZ
32 Exkursion Klimakommune Saerbeck
33 „Faire Weihnachten“ im FUgE-Weltladen
35 Ein Blick auf unseren Lebensstil: Die Wanderausstellung von Vamos e.V.

Wie funktioniert eine Bio-Biogasanlage?

Exkursion zu einer alternativen Biogas-Anlage in Warstein-Belecke

Wie funktioniert eigentlich eine Biogas-Anlage? Welche Bedeutung haben solche Anlagen im Rahmen der angestrebten Energiewende? Und wie kann vermieden werden, dass Lebensmittel „verheizt“ werden und es zu einer „Vermaisung“ der Landschaft kommt?

Zur Beantwortung dieser Fragen hat FUgE für Samstag, 25. Oktober, zu einer Exkursion nach Warstein-Belecke eingeladen. Die Teilnehmer lernten auf dem Bioland-Hof von Christian Kroll-Fiedler nicht nur, wie eine alternative Biogasanlage („Bio–Biogasanlage“) funktioniert.

Bei der Hofbesichtigung wurde deutlich, was zu dem nachhaltigen Betrieb einer solchen Anlage ohne „Tank- oder Teller-Problematik“ gehört. Dieser beginnt schon bei der Viehhaltung und der Produktion der Futtermittel. Was für die Produktion von Biogas benötigt wird, stammt überwiegend in Form von Gülle und Mist aus der eigenen Rinderhaltung. Außerdem werden Pflanzen sowie Futterreste aus der Biolandwirtschaft verwendet. Nur wenn es nicht ausreicht, werden Reststoffe und Mist von anderen Bauern zugekauft. Das während des Gärprozesses dieser organischen Materialien entstehende Biogas wird im eigenen Blockheizkraftwerk (BHKW) in elektrische Energie umgewandelt und auf dem Hof selbst verbraucht bzw. ins öffentliche Stromnetz eingepeist. Überschüssige Wärme wird über eine Wärmeleitung für die Bezeizung von Stallungen an den Nachbarn geliefert.

Der Hof von Biolandwirt Christian Kroll-Fiedler besteht bereits seit 1998 und war damals einer der ersten seiner Art. 2006 wurde die Anlage erweitert. Heute erzeugt sie eine Jahresleistung von 700.000 kWh. 2007 entstand zudem ein Bürgerwindpark in Hofnähe und seit 2010 speist Kroll-Fiedler auch Strom aus seiner 120 kw Photovoltaikanlage ein.

Diese Exkursion fand mit der freundlichen Unterstützung von Engagement Global, Servicestelle NRW, statt.

Weiterführende Links

 

Pressebericht 18.10.2014

Initialtreffen Klimabündnis Hamm
am Samstag, 18.10.2014 bei FUgE

Der erste Schritt zur Gründung eines Klimabündnisses in Hamm ist getan. Am letzten Samstag trafen sich bei FUgE (Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung) Mitglieder und Vertreter mehrerer Umweltinitiativen und Verbände, um eine mögliche Zusammenarbeit auszuloten.

Die Teilnehmer waren sich schnell einig: Das „Klimabündnis Hamm“ wird die Hammer Stadtpolitik im Hinblick auf klimawirksame und klimaschädliche Maßnahmen beobachten. Es mischt sich ein, unterstützt das städtische Klimaschutzprojekt (Slogan “Stadt.Klima.Ich”) im Rahmen des Leitprojektes „Klimametropole Ruhr 2022“ und ermuntert Hammer Bürger zu einem klimafreundlichen Lebensstil. Hierzu wird das Bündnis mit Hilfe der teilnehmenden Einzelpersonen, Gruppen, Initiativen und Unternehmen Aufklärungsarbeit leisten. Im Internet sollen unter www.klimabuendnis-hamm.de klimafreundliche Beispiele gezeigt werden. Ein Veranstaltungskalender wird Informations- und Beteiligungsangebote auflisten und ein Newsletter liefert Informationen direkt per Email. Damit die Vorstellung klimafreundlicher Modelle nicht zu theoretisch wird, werden zum Beispiel Exkursionen zu beispielhaften Projekten und Kommunen oder Filme als Diskussionsgrundlage angeboten.

Bereits am Samstag, 25.10.2014 von 13-17 Uhr  bietet FUgE den Besuch einer Biogasanlage in Warstein-Belecke an. Bei Interesse wird um eine Anmeldung unter 02381/41511 gebeten.

In der nächsten Zeit werden weitere Interessierte in Hamm angesprochen, um sie zur Zusammenarbeit im “Klimabündnis Hamm” zu bewegen. Wer sich aktiv einbringen möchte, kann sich auch per Email an sta@klimabuendnis-hamm.de wenden.

Pressespiegel

Gemeinsam für den Klimaschutz in Hamm (Westf.)