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27.11.2014 Hamm, Schmutzige Kohle …?

Streitgespräch:
Schmutzige Kohle im Megakraftwerk?

Es diskutieren Sebastian Rötters (Bergbaureferent von PowerShift e.V.) und Prof. Dr. Henning Rentz (Leiter Corporate Responsibility RWE AG). Die Diskutanten sprechen über die Herkunft sowie Abbaubedingungen der Kohle für das Großkraftwerk Uentrop-Hamm.

In einer kurzen Einführung stellt Herr Rötters, PowerShift, die Folgen des Abbaus von Steinkohle für Menschen und Natur u.a. in Kolumbien und Südafrika dar. Auch im Ruhrgebiet hat der Steinkohlebergbau in der Tiefe große Schäden hinterlassen und auch die Spuren vom Abbau der Braunkohle in den Tagebauen im Rheinland sind deutlich zu sehen, obwohl gesetzliche Bestimmungen bei uns deutlich über denen anderer Länder liegen. Wie die Lage vor allem in Kolumbien ist, macht der Referent am Beispiel der Bergbau-Konzerne Drummond und Cerrejón in der Region La Guajira deutlich. RWE bezieht direkt oder indirekt von beiden Unternehmen Kohle.

„Wir verbinden in Deutschland Kohle ja nur mit Klimawandel und heimischem Bergbau. Doch der Kohlebergbau vernichtet zunehmend die Lebensgrundlagen hunderttausender Menschen auf der Welt. Wir profitieren von billigen Kohleimporten, während die boomende Kohleindustrie in Kolumbien weder auf die Umwelt, noch auf die Menschen Rücksicht nimmt“, so Rötters.

Prof. Dr. Rentz betont: „Alle Experten sind sich einig, wir werden die Kohle noch für mehrere Jahrzehnte für eine sichere Stromversorgung in Deutschland brauchen. Umso wichtiger ist es, dass wir mit dafür Sorge tragen, dass in den Lieferländern international vergleichbare Umwelt- und Sozialstandards nicht nur gesetzt, sondern auch eingehalten werden.“

In der Podiumsdiskussion soll die Frage nach der Verantwortung deutscher Unternehmen für Produktionsbedingungen sowie Folgen von Abbau und Verwendung von Kohle diskutiert werden:

  • Können RWE und andere Unternehmen die Verantwortung für die Kohleproduktion an die jeweiligen Exportländer und ihre Regierung abtreten?
  • Kann RWE die Herkunft der Kohle glaubhaft nachweisen und prüfen, ob durch die Geschäfte mit kolumbianischen, südafrikanischen und anderen internationalen Partnern Menschenrechte verletzt oder geachtet und geschützt werden?
  • Werden durch die RWE Better Coal Initiative soziale und ökologische Probleme wirksam angegangen?

Eine Veranstaltung von FUgE Hamm, Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung, in Kooperation mit der VHS Hamm und gefördert von Engagement Global NRW.

Hintergrund:

Die Stadtwerke Hamm beteiligten sich an dem RWE-Projekt und wollten somit ihre „Wirtschaftlichkeit stärken“ und ihr „Portfolio auf verschiedene Beine stellen“, begründete 2008 Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Oppenheim. Inwieweit das zu mehr Unabhängigkeit führte, stellt man allerdings fest: Zwei Drittel des deutschen Bedarfs an Kraftwerkskohle kommen heute aus Russland, den USA und Kolumbien. Darüber hinaus zeichnet der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland eine erhebliche Schwierigkeit einer profitablen Energieerzeugung des RWE-Projekts in Hamm.

Zahlen, Daten und Fakten zum Kraftwerk:

  • Kosten bei ca. 2 Milliarden.
  • Geschätzte CO2-Emission: 0,74 t CO2/MWh.
  • Wirkungsgrad: 46 Prozent.

Damit reduziert das neue Kraftwerk den CO2-Ausstoß im Vergleich zu Altanlagen um 2,5 Mio. Tonnen pro Jahr. Die Kraft-Wärme-Kopplung ist technisch möglich.

V.i.S.d.P.: Marcos A. da Costa Melo, FUgE Hamm

Donnerstag, 27. November 2014, 19:30 Uhr
VHS Hamm (1. Etage), Platz der Deutschen Einheit 1, 59065 Hamm

Eintritt: 4 € (2 €, erm.)

Quelle: FUgE (Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung, Hamm)

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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