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Hamm gegen Atom - 40 Jahre BI Umweltschutz 04.06.2016

25.04.2021: Radtour zur Mahnwache ’35 Jahre Tschernobyl‘

Update 21.04.2021: Beim Treffpunkt auf dem Willy-Brandt-Platz ist die medizinische Maske Pflicht!

Update 20.04.2021: Die Corona-Regeln wurden für Hamm mittels Allgemeiner Verfügung nochmals verschärft. Wir haben deshalb nachgefragt und heute von der Polizei die Mitteilung erhalten, dass unserer Veranstaltung (Radtour zur Mahnwache) nichts entgegen steht. Wir danken der Polizeidirektion Hamm und dem zuständigen Amt der Verwaltung für das Vertrauen, was uns mit dieser Einzelfallentscheidung entgegen gebracht wird!


Wir erinnern an 1986: Atom-GAU Tchernobyl und Störfall THTR-300 in Hamm-Uentrop

In diesem Jahr gibt es einen weiteren traurigen Jahrestag, denn es jähren sich am 26. April zum 35. Mal zwei Ereignisse:

Hamm gegen Atom - 40 Jahre BI Umweltschutz 04.06.2016
Hamm gegen Atom – 40 Jahre BI Umweltschutz 04.06.2016 (C) Gerd Peter

Der Super-GAU in Tchernobyl am 26.04.1986

und

der Störfall im THTR-300 (Hamm-Uentrop) im gleichen Jahr
… was die Abschaltung dieses Versuchs-AKW im Jahre 1988 zur Folge hatte.

Folgende Beiträge haben wir im Laufe der Jahre hierzu veröffentlicht:


Hamm gegen Atom - 40 Jahre BI Umweltschutz 04.06.2016
Hamm gegen Atom – 40 Jahre BI Umweltschutz 04.06.2016 (C) Gerd Peter

Folgendes ist für diesen Anlass geplant:

Wir treffen uns

einen Tag vorher,
am Sonntag, den 25. April

mit Fahrrädern um 14 Uhr am Hbf in Hamm und fahren gemeinsam zum Standort des abgeschalteten Atomkraftwerkes THTR-300 in Hamm-Uentrop, wo wir ca. 15:30 Uhr eintreffen werden. Aus Beckum und Ahlen werden weitere Teilnehmer:innen zu uns stoßen. Vor Ort werden wir unsere zum Teil alten Transparente und Fahnen auspacken und an die damalige Zeit erinnern.

Veranstalter: Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm, Hamm gegen Atom im Klimabündnis Hamm

Geplanter Streckenverlauf ab Hamm Hbf (Willy-Brandt-Platz):

Gustav-Heinemann-Straße, Westenwall, Nordenwall, Antonistraße, Widumstraße, Ostenallee, Alter Uentroper Weg, Mühlenstraße, Graevinghoffstraße, Siegenbeckstraße. Ziel ist der Parkplatz neben der Einfahrt zum stillgelegten THTR.

Wie war das damals?

Im Jahr 1986 fand nicht nur in Tschernobyl der verheerende GAU in der Ukraine statt, sondern zeitgleich ein Störfall im gerade in Betrieb genommenen Thorium Hochtemperatur Reaktor (THTR) in Hamm. Die Betreiber des THTR versuchten, den Störfall zu vertuschen und stritten ab, dass die in Hamm gemessene Radioaktivität aus dem Hammer Reaktor kam. Während der überlangen Bauphase und den Inbetriebnahmeversuchen traten immer wieder Probleme und Pannen auf. Der Störfall 1986 war darauf zurückzuführen, dass radioaktive Kugelbrennelemente sich im Rohrsystem des Reaktors verklemmt hatten. Bei dem Versuch sie freizublasen wurden sie zerstört und teilweise als Staub hinausbefördert, was zu einer erhöhten Strahlenbelastung in der Umgebung führte.

Es kam in den folgenden Jahren zu vielen Massendemonstrationen, Aktionen des zivilen Ungehorsams und Blockaden am THTR, die zusammen mit weiteren Störfällen, Inbetriebnahmeproblemen und enormen Kostensteigerungen 1989 zur Stilllegung führten.

Der THTR als wichtiger Baustein der Generation IV-Reaktoren wird von der Atomindustrie weltweit trotz der schlechten Erfahrungen in Hamm immer noch als besonders sicher propagiert. Die bevorstehende Inbetriebnahme des HTR in China wird seit vielen Jahren verkündet, aber Probleme beim Bau führen auch hier zu erheblichen Verzögerungen. Beim THTR in Hamm ist zur Zeit nicht bekannt, ob und wann ein jahrzehntelang dauernder Rückbau stattfinden wird. Die 600.000 radioaktiven Brennelemente des THTR lagern immer noch in Ahaus in einer Lagerhalle, ein Endlager ist nicht in Sicht. Das Kapitel „Folgen der Atomkraft“ ist in Hamm noch lange nicht abgeschlossen.

Deswegen ist es für uns auch nach 35 Jahren wichtig, auf dieses Datum in Hamm mit einer Fahrradtour zum THTR aufmerksam zu machen. (Text von Horst Blume)


Beitragsbild: Hamm gegen Atom – 40 Jahre BI Umweltschutz 04.06.2016 (C) Gerd Peter

 

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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