Förderung für Mini-PV-Projekt

Beteiligung am Bürgerwettbewerb zum Klimaschutz war erfolgreich.

Die Stadt Hamm hat im Oktober einen Bürgerwettbewerb zum Klimaschutz ausgeschrieben. Es wurden 2.500,00 EUR für sieben Gewinner in Aussicht gestellt. Beliebige Gruppen mit drei oder mehr Mitgliedern konnten ihre Projektvorschläge einreichen. Der Umweltausschuss der Stadt Hamm hat entschieden, welche Projekte einen Zuschuss erhalten sollen.

Wir haben hier schon darüber berichtet, dass die Internetpräsenz des Klimabündnisses einen Zuschlag erhalten hat und wir zukünftig den Aufruf unserer Internetseiten beschleunigen können.

Zu den Gewinnern zählt jedoch auch ein Projekt, was Mini-PV-Anlagen (z.B. für den Balkon) zu 3-4 einkommensschwachen Familien bringen soll. Ziel dieses Projektes soll es u.a. sein, die Machbarkeit dieser kleinen Anlagen zu demonstrieren und gleichzeitig aufzuzeigen, dass mit kleinem Geldeinsatz auch Stromkosten eingespart werden können.

Eingereicht haben dieses Projekt Rüdiger Brechler, Dirk Hanke und Ulrich Mandel. Demnächst wird an dieser Stelle über das Projekt berichtet. Zur Einstimmung in das Thema haben wir nachfolgend einen Film vom WDR veröffentlicht. Die Aussagen dort sind nicht alle korrekt, weshalb wir weiter unten einen Kommentar von Rüdiger Brechler veröffentlicht haben.

Kommentar von Rüdiger Brechler zum WDR-Beitrag:

Wenn man zum  gleichen Thema einen Netzbetreiber interviewt hätte, sähe der Beitrag ganz anders aus (…ungeklärte technische und rechtliche Situation, zusätzliche Kosten von bis zu 400 € für Elektriker und Zählerwechsel, damit unwirtschaftlich).
Dass inhaltlich ein paar Dinge zu optimistisch dargestellt wurden (bis zu 70 € im Jahr Einsparung bei der gezeigten Balkonanlage „Simon“ mit 150 W ist unrealistisch, auch das solare Kuchenbacken – ein Backofen dürfte ca. 2000 -3000 W Leistung benötigen – ist ein unglücklicher Vergleich) ist leider bei Journalisten nie auszuschließen: Elektrische Arbeit (=“Verbrauch“ in kWh) und Leistung (in kW) werden immer wieder munter durcheinander geworfen…

Aber insgesamt sind Mini-PV-Anlagen eine gute und technisch ausgereifte Sache, wenn Ihre einzelnen Bauteile über entsprechende Zulassungen und speziell die Mikro-Wechselrichter auch über einen sog. NA-Schutz entsprechend der Richtlinie VDE-AR-N 4105 verfügen. Was realistische Ertragsprognosen angeht, hilft vielleicht folgender Dreisatz: Eine gut aufgestellte PV-Anlage produziert in unserer Region etwa 900 kWh pro 1.000 W installierter Modulleistung. Eine Mini-PV Anlage – wie das im Betrag genannte Balkonmodul SIMON mit seinen 150 W installierter Modulleistung – also dann etwa 15%  (150/1.000) davon.

Ertragskalkulation : 0,15 x 900 kWh/a = 135 kWh/a. Wenn eine Kilowattstunden Strom brutto 30 ct kostet, sind dies bei guten Aufstellbedingungen: 135 kWh/a x 0,30 €/kWh = 40,50 € im Jahr

Größere Mini-PV-Module mit 250 W Modulleistung entsprechend: Stromertrag: 0,25 x 900 kWh/a = 225 kWh/a. ; Geldertrag: 225 kWh/a x 0,30 €/kWh = 67,50 € im Jahr

Eine senkrechte Installation der Module an Wänden oder Balkonen schmälert jedoch diese Erträge, weil der Winkel zur Sonneneinstrahlung nicht optimal ist. Als optimal können Aufstellwinkel von 30-35 Grad mit südlicher Ausrichtung gelten.

Und mit den selbst erzeugten 135 oder 225 kWh im Jahr lassen sich natürlich einige Kuchen backen. Aber nur in der Verbrauchsbilanz, nicht zum Zeitpunkt des Backens, weil eine Mini-PV-Anlage mit 150 W niemals ausreichen wird, den Backofen mit seinen 2.000 bis 3.000 W zu betreiben.

Weitere Infos:

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