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‚Abrisskosten den Kraftwerk-Betreibern auferlegen‘

Leserbrief von Karlheinz Röcher im WA vom 08.12.2020

Bezug: WA 02.12.2020: „Kraftwerk geht vom Netz“-Erweiterung ankämpfen“ [Archiv]

Die Skandalgeschichte des von RWE errichteten „modernsten“ Kohlekraftwerks Westfalen in Hamm-Uentrop wird also weiter fortgeschrieben: Zu Lasten der Steuerzahler allgemein, der Stromkunden und der beteiligten Kommunen. Wobei letztere auch an RWE selbst beteiligt sind.

Leserbrief im WA von Karlheinz Röcher, 08.12.2020
Leserbrief im WA von Karlheinz Röcher, 08.12.2020

Mit der im Jahre 2006 bekannt gewordenen Planung war eigentlich klar: Hier soll was errichtet werden, was die notwendige Energiewende aufgrund der Klimakrise auf nahezu 50 Jahre ignoriert und konterkariert. Davon unbeeindruckt ließen sich zahlreiche NRW-Kommunen mit ins RWE-„Boot“ ziehen. Heute werden die damals handelnden Personen vermutlich sagen: Nein, dass konnte ja keiner ahnen… vor allem auch nicht den Bau einer 50%-igen Ruine. Die Stilllegung bedeutet das Eingeständnis, dass das Kraftwerk gar nicht erst hätte errichtet werden sollen. Um nicht weiter die RWE-Bilanz zu belasten, wird dem Konzern durch die Bundesnetzagentur noch ein stattlicher 3-stelliger Millionen-Betrag hinterher geworfen. Der europaweit größte CO2-Emittent lässt sich auch mit diesen Mitteln seinen Konzernumbau („Wir sind das neue GRÜN“) auf Kosten der Allgemeinheit finanzieren. Der „Schadensersatz“ für das Auslaufen der Braunkohlenförderung und für die Stilllegung der Braunkohlenkraftwerke sind bereits gesetzlich verankert. Der mit den Stilllegungen einhergehende Verlust von gut bezahlten Arbeitsplätzen zeigt erneut, dass es in der fossilen Energiewirtschaft keine sicheren Arbeitsplätze (mehr) gibt. Die Lasten dieser Fehlplanung mit bislang insgesamt weit über 3 Mrd. EUR müsste RWE und nicht die Bevölkerung tragen. Aber hören wir einen Aufschrei in der Bevölkerung? … Nun: Wie wird es denn weitergehen mit der am 01.01.2021 still gelegten Ruine in Hamm-Uentrop bzw. auch weiterer Kraftwerke? RWE will damit sicherlich nichts mehr zu tun haben, aber ggf. für gutes Geld noch das Industriegelände an andere verkaufen. Um zukünftig dieser „Selbstbedienung“ mit Unterstützung der Politik einen (kleinen) Riegel vorzuschieben, ist zu fordern, dass die Abrisskosten aller Kohle-Kraftwerke den Betreibern auferlegt werden müssten, wie das beim Abbau von Windrädern selbstverständlich ist.

Beitragsbild: (C) Timo Klostermeier / pixelio.de

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