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Ippen: „Klimawandel findet einen Führer…“ (Abschrift WA 06.04.2019)

Kommentar von Ippen
Quelle: WA 06.04.2019

Ich muss mal wieder „Tippen für Ippen“, denn heute, am 06.04.2019, ist erneut ein Kommentar von Dirk Ippen im Westfälischen Anzeiger erschienen. Ein klarer Schuss mit Beleidigung in Richtung Greta Thunberg und die Bewegung „Fridays For Future“ mit Leugnung des Klimanotstands. Am Ende dieses Artikels habe ich eine Abschrift veröffentlicht. Außerdem kann sie bei uns als PDF heruntergeladen werden.

Lt. Wikipedia ist Dirk Ippen 78 Jahre alt. „Er besitzt zahlreiche regional verbreitete Tageszeitungen in Deutschland. Sein Verlagskonglomerat ist die fünftgrößte Zeitungsgruppe in der Bundesrepublik.“ (Quelle: Wikipedia) [Zusammenstellung bei uns]

Mit seiner Pressemacht könnte er nun für die junge Generation Gutes tun. Er macht jedoch genau das Gegenteil. In seinen Blättern kann er schreiben, was er will. Welche Redaktionsleitung könnte etwas dagegen unternehmen? Welche*r Redakteur*in sollte den Mut besitzen, ihn zu kritisieren, ohne Gefahr zu laufen, den Job zu verlieren und die Karriere zu gefährden?

Durch seine Machtstellung ist neutrale Berichterstattung in seinen Blättern schwierig. So kann Pressemacht immer mehr gegen uns verwendet werden. Einer meiner Mitstreiter meinte hierzu:

„Die letzte Schlacht der alten weissen Männer“

Mit den Folgen müssen die nächsten Generationen leben. Deshalb gehen die Schüler und Studenten auf die Straße. Dass sie dabei Regeln wie die Schulpflicht verletzen, ist nötig. Sonst würde sich niemand mit ihren Argumenten beschäftigen. Streiks finden immer während der Arbeitszeit statt, hier eben während der Schulzeit.

Harald Lesch, Professor für Astrophysik sagte am 31.03.2019 im TV bei Anne Will:

Harald Lesch (Wikipedia CC BY-SA 3.0)

„Im Vergleich zu der Bedrohung, die der Klimawandel, … die Klimakatastrophe, ich würde nichtmal von Krise reden, darstellt, halte ich die Schulpflicht für unerheblich… Wenn wir in Europa zwei Stürme wie Harvey oder Irma gehabt haben, redet sowieso niemand mehr von Schulpflicht, weil keine Schulen mehr da sind..“,

Aktion

Wenn von euch jemand ein Email an ippen@tz-online.de oder einen Leserbrief schreibt, bitte eine Kopie an redaktion@klimabuendnis-hamm.de, denn WIR veröffentlichen die Reaktionen auf jeden Fall. Als „Parents For Future“ können wir so die Schülerstreiks unterstützen.

Harald Lesch am 31.03.2019 bei Anne Will

Abschrift

Quelle: Westfälischer Anzeiger vom 06.04.2019

Kolumne „WIE ICH ES SEHE“
von Dirk Ippen

Klimawandel findet einen Führer…

Eine Anekdote über den Preußenkönig Friedrich handelt davon, wie er die ihn umringenden Potsdamer Schuljungen anfährt: „Macht, dass ihr in die Schule kommt!“ An diesem Nachmittag aber ist schulfrei und die Kinder antworten: „Der Alte Fritz will König sein und weiß nicht einmal, dass Mittwochnachmittag keine Schule ist!“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel, die obersten Autoritäten unseres Staates, wissen sehr wohl, dass Freitagvormittag Schule ist. Aber sie loben es ausdrücklich, wenn Schulpflichtige dem Unterricht fernbleiben und gegen den Klimawandel demonstrieren.

Dass Bundespräsident und Kanzlerin, die laut Amtseid zur Wahrung des Rechtes verpflichtet sind, diesen Rechtsbruch gutheißen, bedeutet, die Klimagefahren bilden nach ihrer Meinung eine Art Staatsnotstand. Für den gilt der alte Satz, dass Not eben kein Gebot kennt. So weit sind wir also in diesem Land.

Greta Thunberg, die kuriose Kinderheilige aus dem Norden, hat diese Denkweise befördert. In ihr hat die Klimabewegung ihre lange vermisste charismatische Führerin gefunden. Sie will, nach eigenem Bekunden, die Menschheit in puncto Klima nicht aufklären, sondern „in Panik“ versetzen.

Greta litt mit elf Jahren an der Asperger Krankheit, einer autistischen, depressiven Desorientierung. Daraus hat sie sich durch ihre Hinwendung zur Weltrettung befreit. Sie spricht leise, nickt oft nur und drückt ihre Einsicht so aus: „Wir haben nicht einmal mehr zwölf Jahre, um unsere Fehler ungeschehen zu machen“. Sie fordert daher jetzt „noch nie da gewesene Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft.“

Früher hätte man den Aufruf einer minderjährigen Schülerin zum Totalumbau unserer Gesellschaft innerhalb kurzer Zeit vermutlich als Hinweis auf eine gestörte Wahrnehmung gedeutet. Heute aber wagt das niemand mehr. Wer will schon als „Klimawandel-Leugner“ dastehen? Dabei gibt es unter Fachleuten grundlegend unterschiedliche Ansichten über Zustand, Ursachen, Dauer und Folgen der Weltklimaerwärmung.

So leben wir alle mit Greta. Sie ist eine Erscheinung, wie sie immer wieder in der Weltgeschichte auftritt, wenn die Not am größten zu sein scheint. Es gab ja schon den Kreuzzugsaufruf des Bernhard von Clairvaux und die Heilige Jungfrau Johanna von Orleans. Clairvaux glaubte fest, dass die Mutter Gottes ihm aus ihrer Brust einige Tropfen der für das Christuskind bestimmten Milch gespendet hat. Auch Johanna hatte reale Begegnungen mit Maria und den Heiligen erlebt, als sie aufbrach, Frankreich zu retten.

Greta, ein Mensch unserer Zeit, ist im Vergleich damit recht normal. Das zeigt ihre Bemerkung über die Kernkraft, zu der man vielleicht vorübergehend zurückkehren müsse, wenn der CO 2 Ausstoß anders nicht zu bremsen sei. Ihre Anhänger in Deutschland aber wollen davon partout nichts hören. Man möchte Greta wünschen, dass sie sich auch sonst von Panik verabschiedet und rationalen Überlegungen zur Rettung des Klimas zuwendet. Es gibt sie und sie funktionieren bereits, zum Beispiel im Handel mit sogenannten Verschmutzungsrechten, der den schädlichen CO 2 -Ausstoß teurer und weniger werden lässt.

Der Kolumnist ist erreichbar unter ippen@tz-online.de

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