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Imkerverein Hamm

Aus der
Bewerbung für den Umweltpreis 2019

(C) Imkerverein Hamm

Wir als Imkerverein Hamm fühlen uns ganz besonders verantwortlich für den Schutz von Bienen und anderen Insekten, und zwar nicht nur für unsere bewirtschaftete Honigbiene, sondern gerade für den Schutz von heimischen Wildbienenarten. Daher geben wir unser Bestes, einen Beitrag für die Schaffung von auf Wildbienen zugeschnittenen Lebensräumen zu leisten.

Beispielsweise haben wir im Rahmen der Veranstaltung „United Hamm“, einem Fest der Kulturen und Toleranz im Martin-Luther-Viertel, am 01.06.2019 an unserem Stand des Imkervereins jungen Menschen und Familien die Möglichkeit geboten, selbst einen Beitrag zu leisten. Wir haben gelagerte Hartholzstücke von einem Kaminholzlieferanten gekauft und zusammen mit den Besuchern mit Hilfe von mehreren Akku-Bohrmaschinen wirksame Nisthilfen für Wildbienen gebaut. Diese konnten von den Leuten kostenlos oder gegen eine kleine Spende für den Imkerverein mitgenommen werden. Dabei erklärten wir, worauf zu achten ist, damit die Nisthilfen von den Wildbienen und Insekten angenommen und nicht verletzt werden. Insgesamt konnten so ca. 80 Nisthilfen gebaut und in die Gärten Hamms verteilt werden. Außerdem haben wir umfangreiches Informationsmaterial zu der Aufklärung von Steingärten und deren negativen Auswirkungen für Insekten und das stadtnahe Klima verteilt und erläutert. Einen Video-Beitrag vom Westfälischen Anzeiger auf YouTube (Minute 2:26) dazu finden Sie unter folgender Adresse:

https://www.youtube.com/watch?v=v1-OxmLQ3HE

(C) Imkerverein Hamm

Darüber hinaus boten wir ein ähnliches Projekt an dem Tag der Imkerei am 07.07.2019 im Maximilianpark Hamm an. Auch hier wurden von den Besuchern des Parks zahlreiche Wildbienen-Nisthilfen gebaut. Zusätzlich konnten wir anhand von zwei unterschiedlich bepflanzten Balkonblumenkästen anschaulich vermitteln welche Blumen für die Insekten wertvoll sind und welche nicht.

Generell leisten die Mitglieder des Imkervereins Hamm auch einen Beitrag zur Versorgung der Vögel und Raubinsekten durch ihre Bienen. In der Nähe von Bienenständen findet man auch häufig Wespen- und Hornissennester. Beide gehören zu den Insektenfressern und ernähren sich auch von toten oder kranken Bienen.

Viele Vogelarten, wie zum Beispiel die Meise, räumen am Bienenstand auf, und haben so ganzjährig eine Nahrungsquelle. Denn jedes Bienenvolk produziert 50 kg Biomasse an toten Bienen. Eine Bienenkönigin legt jeden Tag 2000 Eier, woraus nach 21 Tagen 2000 Arbeiterinnen schlüpfen. Diese sterben nach ca. 3 Wochen und verbleiben in der Natur als Nahrung für andere Lebewesen.

Der Imkerverein hat 1994 angefangen, Anfängerkurse für Imker anzubieten, zu einer Zeit, in der die Imkerei noch nicht in aller Munde war. Diese Kurse werden nicht immer nur von angehenden Imkern besucht. So sind auch immer wieder Personen dabei, die nicht unbedingt mit der Imkerei beginnen wollen. Stattdessen sind es Teilnehmer, die Informationen über den Klimaschutz und die Imkerei einholen möchten. In dem ersten Kurs waren bspw. von insgesamt 16 Teilnehmern auch 7 Lehrer dabei, die unser Angebot genutzt haben, um sich intensiver mit den Bienen und ihrem Leben zu befassen.

Im Jahr 2019 wurde der 25. Grundkurs für angehende Imker und Interessierte durchgeführt.

Wir versuchen in den Kursen auch immer den Umweltgedanken für eine ausgewogene und verantwortliche Praxis am Bienenstock zu vermitteln. Unsere letzten Kurse hatten immer 25 bis 30 Teilnehmer.

Die Imker des Imkervereins setzen sich aber auch für die heimischen Wildbienenarten ein. So gibt es selbstverständlich auch in den Imkergärten Blühpflanzen für eine Vielzahl an Insekten, die ganzjährig blühen und Nisthilfen in vielfältiger Form. Durch die flächenmäßig gut verteilten Standorte der Bienen wird eine gute Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen erreicht. Dies sorgt für eine gute Versorgung unterschiedlichster Wildtiere im Herbst und Winter.

(C) Ulrich Mandel

Seit diesem Jahr nehmen wir Imker regelmäßig an den Feldbegehungen der regionalen Landwirte teil. Das gibt uns die Möglichkeit mit Ihnen in einen Dialog zu treten und auf die Probleme in Bezug auf Spritzmittel und Insektenvielfalt hinzuweisen. Eine Absprache von Spritzzeiten ist vereinbart und hat sich bewährt.

In Zukunft streben wir eine enge Zusammenarbeit mit dem FabLab Hamm-Westfalen um Herrn Jens Kneißel an. Auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Banning ist ein naturnaher Bienenstand mit unterschiedlichsten Beuten und einer Vielzahl an Wildbienen-Nisthilfen geplant. Dieser soll möglichst für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein. Des Weiteren sollen in der neu eingerichteten Werkstatt Workshops zum Bau von Wildbienen-Nisthilfen angeboten werden.

Wir haben den Umweltpreis 2019 gewonnen!

Mehr im Bericht „Umweltpreis-Verleihung 2019″…

Vorschläge der Imker’innen für den Klimaschutz

Notwendige Maßnahmen für den Klima-, Natur- und Artenschutz aus der Sicht der Imker*innen im Imkerverein Hamm.

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