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Bericht: „Raus aus der Kohle!“

Warum Deutschland einen Kohleausstieg braucht,
was er für NRW bedeutet und wie er gelingt“

Der Besuch dieser Veranstaltung im Plenarsaal des Landtags am Freitag, 09.10.2016 in Düsseldorf hat sich gelohnt. Vier Stunden aufschlussreiche Informationen.

Es war sowas wie eine Fortbildungsveranstaltung für Politiker und engagierte Bürger. Eingeladen hat Dipl.-Ing. (FH)  Wibke Brems MdL, Sprecherin für Energiepolitik und Klimaschutz der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen (Homepage). Leider waren von Hamm keine Vertreter von B’90/DIE GRÜNEN dabei. Eine Gruppe vom Klimabündnis ist jedoch hingefahren. 

Begrüßungsrede

Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig Holstein. Dort vorgestellt als „Energiewendeminister“

Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Foto: Wibke Brems
  • Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW
  • Dr. Patrick Graichen, Agora Energiewende
  • Oliver Krischer MdB, stv. Vorsitzender GRÜNE Bundestagsfraktion
  • Peter Lafos, ver.di NRW
  • Dr. Hans-Wilhelm Schiffer, Consultant RWE AG
  • Dirk Jansen, BUND NRW
  • Elmar Thyen, Leiter für Unternehmenskommunikation Trianel

Auf den Plätzen der Parlamentarier

Vertreter von Parteien und Umweltgruppen. Vertreter von STEAG.

Unser Fazit:

Robert Habeck. Foto: Wibke Brems

„Warum Deutschland einen Kohleausstieg braucht..“: Dieser Teil der Überschrift ist nicht ganz korrekt. Es ging inhaltlich weniger darum, WARUM ein Ausstieg aus der Kohle notwendig ist. – Das war für alle Teilnehmer klar. „Wer die Notwendigkeit der Energiewende anzweifelt, ist hier falsch“, so sagte es schon Robert Habeck in seiner Begrüßungsrede. Es ging hier also ganz zielgerichtet um das WIE, also was der Kohleausstieg für NRW bedeutet und wie er gelingt. – Und das war gut so!

Trotzdem blieb natürlich die angestrebte und in Paris beschlossene CO2-Reduktion nicht unerwähnt. Neben der CO2-Reduktion, sowie den Umwelt- und Folgeschäden der Kohleverstromung ist die Herkunft der Steinkohle für mich ein weiterer sehr wichtiger Grund für ein Umdenken. – Das wurde jedoch leider nicht erwähnt.

Auch den Vertretern von RWE, Trianel und ver.di werden diese Tatsachen bekannt sein: Es ist seit Jahren nicht die heimische Steinkohle, die verheizt wird und die mit deutschem Arbeits- Rechts- und Sozialschutz der Bergleute und Bevölkerung gefördert wird. Es ist zum großen Teil Kohle, die aus zweifelhaften Quellen stammt. Beispiel: Steinkohle aus Kolumbien, wo die Kohleförderung im Tagebau geschieht, wo mit Wissen der dortigen Kohleproduzenten Gewerkschaftler ermordet, die Bevölkerung vertrieben, verschleppt und ermordet wurde und immer noch wird. – Alles für die Kohleförderung, weshalb man in diesem Zusammehang auch von „Blutkohle“ spricht.
Dieses ist nachzulesen im Dossier „Bitter Coal“ von urgewald.
Download: https://www.urgewald.org/…/files/bittercoal_1_15_13.pdf

Apropos „Umweltschäden“ und „Ewigkeitskosten“ der Förderung von Braunkohle in Deutschland: Hierzu sagte Dr. Hans-Wilhelm Schiffer, Sprecher von RWE sinngemäß, der „Hambacher Forst“ würde anschließend schöner, als er jemals war. Außerdem würden die nach der Flutung entstandenen Seen sehr schön. Ewigkeitskosten würde es durch die Förderung von Braunkohle nicht geben. Für uns Besucher war das natürlich eine Lachnummer, aber daran sind wir bei solchen Diskussionen inzwischen gewöhnt.

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