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Zum Ferienbeginn: Besuch der Fridays in Ahlen

Am letzten Schultag vor den Sommerferien haben die Schüler*innen von Fridays For Future Hamm die Fridays in Ahlen besucht. Zur Verstärkung waren auch Teilnehmer der Parents For Future dabei. Auf dem Marienplatz wurden die Transparente ausgepackt und wir hörten drei Reden der Schüler*innen. Eine Rede habe ich am Ende dieses Beitrags zitiert.

Anschließend ging es mit einem Demonstrationszug durch die Straßen. – Jedoch nicht lange und es ging an der Werse entlang und durch einen Park, weil die Genehmigungsbehörde für die Demonstration (Polizei und Stadtverwaltung) die geplante Route erst zwei Tage vorher geändert hatte. Hier einige Fotos von mir dazu:

Erste Rede

Hi und herzlich Willkommen zum 4. mal zu FFF in Ahlen.
Zunächst mal möchte ich mich bei jeden einzelnen, der heute erschienen ist, bedanken.

  • Danke das ihr mit uns gemeinsam kämpft.
  • Danke das ihr nicht schweigt.
  • Danke das ihr der Politik beweist, dass wir – obwohl wir frei haben – trotzdem demonstrieren.

Für uns beginnen Montag die Ferien, doch uns allen ist bewusst, dass der Klimawandel keine Ferien macht. Deswegen werden wir auch in den Ferien weiter machen, weiter kämpfen weiter Stellung beziehen. Sei es nun durch die Teilnahme am Sommerkongress von FFF oder durch Mahnwachen. Wir haben heute Zeugnisse bekommen. Würde man der Politik heute ein Zeugnis ausstellen, wäre sie wohl im Thema Klimaschutz durchgefallen.

Seit über einem halben Jahr kämpft FFF in Deutschland für eine zukunftsfähige Klimapolitik, dabei werden uns von der Politik noch zusätzlich Steine in den Weg gelegt, statt dass uns geholfen wird, diese aus den Weg zuräumen. Es scheint so, als wäre es der Politik nicht bewusst, wie gravierent schon heute die Folgen des Klimawandels sind und wie gravierend sie noch werden. Eins der wohl größten Probleme bildet dabei das schmilzen der Polarkappen und der damit verbundene Anstieg der Meere. Im Jahr 2018 ist der Meeresspiegel um einen Rekordwert von 3,7 mm angestiegen. Zu den  Folgen dieses Anstieges  gehören unter anderem höher ansteigende Sturmfluten oder die Versalzung von Grundwasser. Eine weitere Gefahr das Schmelzen der Polarkappen, der Verlust der Lebensräume zahlreicher Tiere. Folge davon ist das Auftauchen wilder Tiere wie z.b. Eisbären in Zivilisationen, Da sie ihres natürlichen Lebensraumes beraubt wurden.

Ich habe hier nur eine Folge des Klimawandels aufgeführt und dies auch schon in Kurzform. Bedenkt man, wie viele negative Auswirkungen es auf die Menschheit haben wird, wenn wir den Klimawandel nicht stoppen, scheint es mir nochmal unverantwortlicher, wie unsere Regierung mit dem Thema umgeht.

Es wird Zeit zu handeln, anstatt Jahrzehnte lang zu verhandeln denn diese Zeit haben wir nicht.

  • Es muss Schluss sein mit dem Brechen von Klimazielen,
  • Schluss sein mit Ausreden suchen,
  • Schluss sein mit dem hin- und herschieben der Verantwortung.

Wir wollen, dass sich die Politik bei jeder Entscheidung überlegt, welche Auswirkungen sie fürs Klima haben wird. Deswegen fordern wir sowohl auf Bundes- sowie auch auf Komunalebene den Ausruf des Klimanotstandes. Auf kommunaler Ebene sollte sich Ahlen dabei ein Vorbild an Hamm nehmen, wo letzten  Dienstag der Klimanotstand ausgerufen wurde.

  • Wir wollen und werden weiter demonstrieren, bis die Politik handelt und endlich anfängt, die Klimaziele einzuhalten.
  • Wir werden weiter demonstrieren, bis die Politik statt Wirtschaftsinteressen Unweltinteressen vertritt.
  • Wir werden weiter demonstrieren, bis  der letzte Braunkohlebagger steht.

Wir appelieren an jeden Einzelnen von euch, mitzumachen und mitzukämpfen für Ahlen, für Hamm, für Deutschland für die Zukunft.


Zweite Rede

  • Schrumpfende Fisch-Populationen in unseren Meeren,
  • Kaum noch Insekten in unseren Lüften,
  • Pandas und Eisbären verlieren ihr Zuhause.

Aber nicht nur auf die Tierwelt wirkt sich der Klimawandel drastisch aus. Wir Menschen – jeder von uns – ist von Auswirkungen ganz persönlich betroffen.
In Wüstenregionen herrscht jetzt schon Hunger und Dürre, das Wasser ist knapp.

Südseestaaten (wie Papua-Neuguinea) werden schon bald vom ansteigenden Meeresspiegel verschlungen sein. Metropolen in Asien sind von Wetterextremen umgeben, die durch die gesamte Menschheit geschaffen wurden.

In Europa, somit auch in Deutschland, werden wir mit mehreren 100 Millionen Klimaflüchtlingen rechnen müssen. Mit den Flüchtenden kommen humanitäre Krisen und Kämpfe um Ressourcen und Flächen.

Wenn wir so weiter machen, können wir bald den Mensch als Spezie auf die Rote Liste setzen.

Um genau dieses Szenario aufzuhalten sind wir hier!

Wir stehen hier gemeinsam, um die Strippenzieher unserer Gesellschaft auf die kommende Katastrophe aufmerksam zum machen und sie zum Handeln zu bewegen.

Wir streiken, bis ihr handelt!


Dritte Rede

Auch ich freue mich, dass ihr zu unserer Fridays for Future Veranstaltung gekommen seid.
Aus gegebenem Anlass möchte ich heute mit euch über den Klimawandel sprechen, denn darum geht es ja hier.
Barak Obama sagte bereits 2015, dass wir die erste Generation sind, die den Klimawandel spüren wird und die letzte Generation, die dagegen etwas unternehmen kann.
Und er hatte Recht! – Die momentanen Wetterbedingungen ÜBERALL auf der Welt sind keineswegs normal und dem natürlichen Wandel des Klimas zuzuschreiben. NEIN! Der Mensch ist Schuld!
Wir haben über Generationen hinweg die Menge an CO2 in der Atmosphäre so stark vergrößert, dass der Planet beginnt, sich aufzuheizen.
Bereits 2016 hat sich die Erde um 0,94° erwärmt. Das klingt nicht nach einer großen Veränderung, hat aber bereits verheerende Folgen. Die Gletscher und Polarkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt jährlich um 3,4 mm – Tendenz steigend.
Die Weltmeere haben sich bereits um 0,5°C erwärmt und das hat ein Massensterben der Korallen ausgelöst, welches unter anderem die Artenvielfalt im Meer bedroht.
Durch milde Winter und längere Sommer verschieben sich die Entwicklungsphasen von Pflanzen und Tieren. Die Folge davon sind geringere Ernteerträge, Insektenplagen und das Aussterben von millionen Tierarten.
Durch die wärmeren Temperaturen kommt es auch immer wieder zu starken anormalen Wetterereignissen und Dürreperioden. Das aktuellste Beispiel für die Folgen der Hitzeperioden ist Indien: Dort waren es vor kurzem in einigen Teilen des Landes bis zu 52°C warm, in den Städten ist der Asphalt geschmolzen und es kam zu Messerstechereien und Toten bei dem Kampf um das knappe Wasser.
Auch ohne Fremdeinwirkung fordert die extreme Hitze etliche Tote.
All das passiert in der Welt und gefährdet unsere Zukunft!

Und was macht die Politik?
Sie nimmt all diese Zeichen nicht ernst…

  • Es interessiert sie scheinbar nicht, dass die 16 wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen alle nach dem Jahr 2000 kamen.
  • Es interessiert sie nicht, dass der Juni schon wieder der wärmste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war.
  • Es interessiert sie nicht, dass das Pariser Klimaabkommen genau aus diesen Gründen festgelegt wurde; sonst hätten sie die Ziele ja eingehalten, oder?

Es muss scheinbar erst die Jugend auf die Straße gehen, damit die Politik beginnt, sich für den Klimawandel zu interessieren!
Das kann nicht sein!

Darum streiken wir so lange, bis gehandelt wird!
Wir wollen eine Veränderung und zwar JETZT!

Dankeschön!


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Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten, sondern diesebei uns einreichen.

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