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Bewahren statt zerstören

Hier ein Kommentar von Bernhard Meyer dazu:

Am 18.01.2020 zur Demo ‚Wir haben es satt‘ in Berlin!

Die industrielle Landwirtschaft ist eine wesentliche Ursache für das massive Artensterben, das wir gerade erleben. Die Zukunft der Zivilisation und der Umwelt ist bedroht durch unsere Art und Weise, wie wir Lebensmittel herstellen. Deswegen gehen am Samstag, den 18.01.2020, wieder zehntausende Menschen auf die Straße in Berlin und sagen ‚Wir haben es satt‘.

https://www.wir-haben-es-satt.de/

In den letzten Monaten hat die Klimakrise die Nachrichtenlage bestimmt, insbesondere durch die erschreckenden Bilder der flammenden Zerstörung im Amazonas, in Afrika und jetzt auch in Australien. Auch dafür ist die Landwirtschaft mitverantwortlich: Der im letzten Jahr veröffentlichte Bericht des IPCC-Sonderberichts über Klimawandel und Landsysteme (www.de-ipcc.de/…) schätzt, dass Ackerbau und Viehzucht einen Anteil von 23 Prozent bei den Treibhausgasen (www.scinexx.de/…)  einnehmen.

In den Hintergrund gerückt ist dabei das gewaltige, vom Menschen verursachte Artensterben, das gerade stattfindet. Im letzten Jahr hatte sich der Weltbiodiversitätsrat IPBES mit einem dramatischen Bericht (www.de-ipbes.de/…) an die Öffentlichkeit gewandt. Unter anderem konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachweisen, dass bis zu eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind, viele davon bereits in den nächsten Jahrzehnten, das Artensterben heute mindestens zehn- bis einhundertmal höher ist als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre und über 85 % der Feuchtgebiete in den letzten 300 Jahren verloren gegangen sind. Als Haupttreiber nennt der Bericht „Veränderungen in der Land- und Meeresnutzung; direkte Ausbeutung von Organismen; Klimawandel; Verschmutzung und invasive Arten“.  Die Landnutzungsänderungen würden hauptsächlich durch die Land- und Forstwirtschaft, sowie durch die Urbanisierung verursacht, die eng mit Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung verknüpft seien. (www.weltagrarbericht.de/…)

Noch in diesen Tagen wandte sich der Evolutionsbiologe, Systematiker und Wissenschaftshistoriker Matthias Glaubrecht mit einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit. Unter der Überschrift „Bedrohlicher als der Klimawandel – Das Verschwinden der Arten ist die Krise des Jahrhunderts“ (m.tagesspiegel.de/…) schilderte er die dramatische Situation auf dem Planeten Erde:

„Die nächsten Jahrzehnte werden darüber entscheiden, ob wir Millionen Arten vor dem Untergang retten können. … Setzen wir mit weiteren Milliarden Menschen unsere fatale Art des Wirtschaftens, den Raubbau an der Natur fort, wird es zu einem gewaltigen Artenschwund und Artensterben kommen, das irreparable Schäden in den Ökosystemen auslösen wird.“

Glaubrecht zeigt in seinem Artikel den Weg auf, um diese Bedrohung für die Erde zu stoppen: Wir benötigen einen bewussteren Umgang mit der Natur und eine nachhaltigere Lebensweise.

Die Agrarwende ist damit neben der Energie- und Verkehrswende wesentliche Säule für den Plan, das Überleben auf der Erde zu sichern. Die Maßnahmen, die dazu ergriffen werden müssen, sind bekannt und wissenschaftlich belegt. Es mangelt lediglich an dem politischen Willen, die Zukunft der Menschheit zu sichern.

„Essen ist politisch“ – so lautet ein Mobilisierungs-Motto der Agrar-Demo in Berlin am 18.01.2020. Die Veranstaltung wird von einem breiten Bündnis von Misereor und Brot für die Welt über BUND bis hin zur Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft getragen. (www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis/) Damit richtet sich die Veranstaltung an die Politik und macht deutlich, dass die Zeit für den notwendigen Umbau der Landwirtschaft unerbittlich abläuft. Der Protest der Landwirte in den letzten Wochen unterstreicht, dass es ein ‚Weiter so‘ nicht geben kann, da die bisherige Politik nun auch konventionelle landwirtschaftliche Betriebe in eine Sackgasse geführt hat.

Für einen Ausweg aus der Abwärtsspirale der Zerstörung lohnt es sich, sich nach Berlin auf den Weg zu machen, um für die Bewahrung der Schöpfung auf die Straße zu gehen.

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