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Blockaden und Mahnwachen gegen Uranmülltransport erfolgreich

Hier eine kurze Zusammenfassung des aktionsreichen kalten und regnerischen Tages (Stand 18.11.2019, 22.00 Uhr). Wir haben eine der größten Anti-Atom-Protestaktionen in NRW seit mehreren Jahren gesehen, selbst in Russland berichteten abends schon Medien.

Hier findest du

  1. Pressemitteilung des Aktionsbündnisses
  2. TV WDR Aktuelle Stunde 18.11.2019 18:45 Uhr
  3. TV WDR Lokalzeit Münsterland 18.11.2019 19:30 Uhr
  4. TV DW (Deutsche Welle) 18.11.2019
  5. Fotos
  6. SPENDENAUFRUF (!)
  7. Pressespiegel

Gronau/Münster/Moskau, 19. November 2019
Pressemitteilung

Massive Kritik an Laschets Umwelt-Äußerungen

Ecodefense, Russland ♦ Greenpeace Russland ♦ Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen ♦ Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau ♦ Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf ♦ Enschede voor Vrede ♦ SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster ♦ Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm ♦ Hamm gegen Atom ♦ Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland ♦ Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg ♦ Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) ♦ IPPNW – Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung

Nach siebeneinhalbstündiger Abseilaktion:
Uranmülltransport rollt quer durch NRW Richtung Küste

Nach der umfangreichen gestrigen 7,5-stündigen Abseilaktion bei Burgsteinfurt vor dem aktuellen Uranmüllzug mit 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) von der Urananreicherungsanlage Gronau zur Entsorgung in Russland, konnten AtomkraftgegnerInnen den weiteren Verlauf der Fahrt durch NRW recherchieren: Der Uranmüllzug erreichte gestern Abend gegen 20.15 Uhr den Hammer Güterbahnhof, wo er fast die gesamte Nacht abgestellt wurde.

Erst gegen 5 Uhr heute morgen nahm der Uranmüllzug wieder seine Fahrt auf und fuhr nach diversen Beobachtungen über die Bahnstrecke Unna-Hagen-Wuppertal-Düsseldorf nach Duisburg-Rheinhausen, wo er gegen 7.20 Uhr gesichtet wurde. Nach Fahrt durch Mönchengladbach verließ der Uranzug gegen 9.20 Uhr bei Venlo NRW. Von Venlo sind die drei möglichen Verladehäfen Amsterdam, Rotterdam und auch Antwerpen fahrtechnisch leicht zu erreichen. Damit steht nun fest, dass der Atomzug in NRW mitten durch die dichtbesiedeltsten Städte des Landes gefahren ist, größtenteils ohne polizeiliche Sicherung. Das Uran soll später per Schiff nach St. Petersburg in Russland zur Verbringung zur Atomanlagen Novouralsk bei Jekaterinburg transportiert werden.

Gestern gab es zudem eine weitere Abseilaktion über der Bahnstrecke in Gronau sowie Mahnwachen in Gronau, Münster, Drensteinfurt, Hamm und Enschede.

Teilnehmer der Mahnwachen in Münster und Hamm war Vladimir Slivyak, Ko-Vorsitzender von Ecodefense Russland. Er kritisierte:

„Wir freuen uns sehr über die solidarischen Proteste in Deutschland gegen die Uranmülltransporte von Gronau nach Russland. Wir fordern nun von der Betreiberfirma Urenco, von den deutschen Anteilseignern RWE und EON sowie von der Bundesregierung die sofortige Einstellung dieser verantwortungslosen Uranmüllexporte. Das Gronauer Uran stellt eine massive Gefährdung auch für die Umwelt in Russland dar.“

Unterdessen kritisieren die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland scharf die Äußerungen von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der gestern ausgerechnet die Umweltbewegung für die hohen CO2-Emissionen in Deutschland mitverantwortlich gemacht hat und implizit Laufzeitverlängerungen für Atomanlagen forderte.

„Was Ministerpräsident Laschet hier versucht, ist ein dreistes Abschieben von Verantwortung für die Klimakrise. Die Umweltbewegung und die Anti-Atom-Bewegung in NRW haben schon deutlich vor Fukushima gegen den damals unter Ministerpräsident Rüttgers (CDU) sehr forcierten Neubau von Kohlekraftwerken in NRW protestiert. Es ist Herr Laschet, der aktuell die Inbetriebnahme des nächsten Kohlekraftwerks in Datteln fordert. Es ist auch Herr Laschet, der vor zwei Jahren der belgischen Regierung Braunkohlestrom aus NRW als Ersatz für das Risse-AKW Tihange angeboten hat. Vom persönlich angekündigten Exportstopp für angereichertes Uran und Brennelemente für die belgischen Rissereaktoren ist hingegen nicht mehr die Rede. Ministerpräsident Laschet will sowohl Kohle wie auch Atom einen politischen Rettungsring zuwerfen, mit Klimaschutz hat das überhaupt nichts zu tun. Nachhaltige Umweltpolitik wird es nur ohne Kohle und Atom geben,“

ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Kontakt:

  • Vladimir Slivyak, Ecodefense, Tel. 007-903-2997584
  • Rashid Alimov, Greenpeace Russland, Tel. 007-962-6956641
  • Matthias Eickhoff, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Tel. 0176-64699023
  • Udo Buchholz, AKU Gronau/BBU, Tel. 02562-23125

Weitere Infos:

TV WDR Aktuelle Stunde (Ausschnitt)

TV WDR Lokalzeit Münsterland(Ausschnitt)

TV DW (Deutsche Welle, Teil des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks)

RU: Ввоз ядерных отходов в Россию: почему немцы против?
DE: Import von Atommüll nach Russland: Warum sind die Deutschen dagegen?

Fotos

Spendenaufruf

Proteste kosten leider Geld und Abseilaktionen bringen oft auch Strafverfahren mit sich sowie Materialschäden. Ohne solidarische Unterstützung von außen lässt sich das oft nicht so gut stemmen. Deshalb möchten wir euch heute Abend freundlichst um Spenden für die Proteste heute und in den kommenden Monaten bitten – internationale Zusammenarbeit ist wichtig, kostet aber auch Geld. Zusammen werden wir die Uranmüllexporte von Gronau nach Russland stoppen – für eure solidarische Unterstützung ganz herzlichen Dank im Voraus!!!

Unser Spendenkonto:

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
IBAN DE49 8309 4495 0003 3619 18
Ethik Bank
Stichwort: Gronau

Pressespiegel

 

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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