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Artenvielfalt: Meisen mit Spinne vor dem Nistkasten

Die Natur rächt sich

So sieht in Hamm EPS-Bekämpfung aus: Eine EPS-Hotline bearbeitet EPS-Meldungen, um EPS-Nester zu beseitigen. – Es hat seinen Grund, wenn in der Verwaltung der Stadt Hamm der Eichenprozessionsspinner mit der Abkürzung „EPS“ bezeichnet wird. Schließlich hat dieses Tierchen nicht nur im letzten Jahr sehr viel Unheil angerichtet.

Entsprechend umfangreich wurden in diesem Jahr die Gegenmaßnahmen geplant. Die Pressemitteilung der Stadtverwaltung dazu veröffentlichen wir am Ende dieses Artikels . Am 12. Februar dieses Jahres haben wir über eine Aktion von AGE und ZWAR berichtet, die damals Meisenkästen gebaut haben, weil der Eichenprozessionsspinner zur Leibspeise der Meisen gehört. Meisen sind also in der Lage, den lästigen Zeitgenossen zu dezimieren. Die Stadtverwaltung scheint diese beflügelten Helfer deshalb in diesem Jahr fest einzuplanen. Dazu passen jedoch nicht die Meldungen der Vogelschützer, die von einem Massensterben der Meisen berichten. Hier die Mitteilung des NABU Hamm vom 1. Mai 2020:

Quelle: National Geographics

Struppig aufgeplusterte Blaumeisen und Tausende von toten Meisen wurden in den letzten Wochen von vielen Vogelfreunden entdeckt. Die Laboruntersuchung von eingeschickten Tieren ergab, dass sie durch das Bakterium Suttonella ornithocola an Lungenentzündung erkrankt und gestorben sind. Die Ursache des Meisensterbens ist nun bekannt, seine Ausmaße noch nicht. Die landesweite Vogelzählung zur Stunde der Gartenvögel wird darüber Aufschluss geben.

Mehr dazu:

Pressemitteilung der Stadt Hamm, 04.05.2020

Hotline zur EPS-Meldung freigeschaltet

Die Stadt Hamm wird auch in diesem Jahr gegen die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners (EPS) vorgehen, dabei aber auf das Ausbringen von Bioziden verzichten. So werden Schäden an der Hammer Flora und Fauna vermieden.

Als erste Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die im öffentlichen Raum oder im heimischen Garten Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt haben, hat die Stadt Hamm eine Hotline im Ordnungsamt eingerichtet. Unter Tel. 02381/17-7272 können Bürger Nesterfunde melden und erste Antworten zum Umgang mit den Nestern erhalten. Um einen Überblick über die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners in Hamm zu erhalten, bittet die Stadt Hamm darum, auch Funde im heimischen Garten unbedingt bei der Hotline zu melden. Die Hotline ist montags bis donnerstags von 7 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 7 bis 12.30 Uhr erreichbar. Außerhalb der Hotline-Zeiten können Funde unter ordnungsamt@stadt.hamm.de an die Stadt Hamm gemeldet werden.

Drei Fachfirmen sind von der Stadt Hamm mit der Beseitigung des EPS im öffentlichen Raum beauftragt worden, die jeweils in festgelegten Bezirken die EPS-Bekämpfung übernehmen. Hinweise über die EPS-Hotline leitet die Stadt Hamm nach einer Vorabkontrolle an eine der Fachfirmen weiter. Die Entfernung der EPS-Nester von den befallenen Eichen erfolgt durch die Absaugung der Nester. Mit Blick auf die große Anzahl an Nestern in den vergangenen Jahren wird es je nach Ausbreitung des EPS eine Priorisierung nach Ort des Nestfundes geben: Auf Spielplätzen, an Kindertagesstätten und Schulen oder anderen stark frequentierten Wegen und Plätzen sowie an Bushaltestellen wird die Beseitigung der EPS-Nester innerhalb von 72 Stunden durchgeführt. Andere öffentliche Bereiche werden binnen zehn Tage nach Auftrag bearbeitet.

Grundsätzlich ist der Grundstückseigentümer für die Entfernung des EPS zuständig. Die Stadt Hamm rät allen Eigentümern, die gefahrlose Entfernung der Nester con einem Fachbetrieb mit entsprechender spezieller Kenntnisse und Schutzausrüstung durchführen zu lassen.

Unter www.hamm.de/eps sind Informationen rund um den Eichenprozessionsspinner sowie Hinweise für Grundstückseigentümer zum Vorgehen bei einem Fund zusammengestellt.

Medienarchiv Stadt Hamm

An drei Orten, die in den vergangenen Jahren besonders stark vom EPS befallen waren, hat die Stadt Hamm mehr als 80 Meisenkästen aufgehängt. Die Vögel sind natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners und sollen dessen Verbreitung auf natürlichem Weg eindämmen. Die Meisenkästen für das Pilotprojekt sind von ehrenamtlichen Helfern der AGE (Agentur für gesellschaftliches Engagement) und ZWAR (Zwischen Arbeit und Ruhestand) gemeinsam mit geflüchteten Menschen gebaut und der Stadt Hamm zur Verfügung gestellt worden.

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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