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Die Skandalgeschichte des ‚modernsten‘ RWE-Kohlekraftwerks Westfalen in Hamm-Uentrop

(C) Sabine Begett, 07.02.2021

Am 04.12.2020 hat der Westfälische Anzeiger (WA) in Hamm einen Artikel über die kurzfristige Abschaltung des neuen ‚Kraftwerk Westfalen‘ in Hamm-Uentrop veröffentlicht und titelte damals:

Begründung des Bundes:
Effizient aber schmutzig: Darum muss das Kraftwerk Westfalen vom Netz
[WA-Online] [PDF-Archiv]

Karlheinz Röcher, 1. Vorsitzender unseres Kooperationspartners Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen e.V. hat im WA vom 08.12.2020 mit folgendem Leserbrief reagiert:

Leserbrief von Karlheinz Röcher, WA 08.12.2021
Leserbrief von Karlheinz Röcher, WA 08.12.2021

Die Skandalgeschichte des von RWE errichteten „modernsten“ Kohlekraftwerks Westfalen in Hamm-Uentrop wird also weiter fortgeschrieben: Zu Lasten der Steuerzahler allgemein, der Stromkunden und der beteiligten Kommunen. Wobei letztere auch an RWE selbst beteiligt sind. Mit der im Jahre 2006 bekannt gewordenen Planung war eigentlich klar: Hier soll was errichtet werden, was die notwendige Energiewende aufgrund der Klimakrise auf nahezu 50 Jahre ignoriert und konterkariert. Davon unbeeindruckt ließen sich zahlreiche NRW-Kommunen mit ins RWE-„Boot“ ziehen. Heute werden die damals handelnden Personen vermutlich sagen: Nein, dass konnte ja keiner ahnen… vor allem auch nicht den Bau einer 50%-igen Ruine. Die Stilllegung bedeutet das Eingeständnis, dass das Kraftwerk gar nicht erst hätte errichtet werden sollen. Um nicht weiter die RWE-Bilanz zu belasten, wird dem Konzern durch die Bundesnetzagentur noch ein stattlicher 3-stelliger Millionen Euro-Betrag hinterher geworfen. Der Europa weit größte CO2-Emittent lässt sich auch mit diesen Mitteln seinen Konzernumbau („Wir sind das neue GRÜN“) auf Kosten der Allgemeinheit finanzieren. Der „Schadensersatz“ für das Auslaufen der Braunkohlenförderung und für die Stilllegung der Braunkohlekraftwerke sind bereits gesetzlich verankert. Der mit den Stilllegungen einhergehende Verlust von gut bezahlten Arbeitsplätzen zeigt erneut, dass es in der fossilen Energiewirtschaft keine sicheren Arbeitsplätze (mehr) gibt. Die Lasten dieser Fehlplanung mit bislang insgesamt weit über 3 Mrd. Euro müsste RWE und nicht die Bevölkerung tragen. Aber hören wir einen Aufschrei in der Bevölkerung?

… Nun: Wie wird es denn weitergehen mit der am 01.01.2021 still gelegten Ruine in Hamm-Uentrop bzw. auch weiterer Kraftwerke?
RWE will damit sicherlich nichts mehr zu tun haben, aber ggfls. für gutes Geld noch das Industriegelände an andere verkaufen.

Um zukünftig dieser „Selbstbedienung“ mit Unterstützung der Politik einen (kleinen) Riegel vorzuschieben, ist zu fordern, dass die Abrisskosten aller Kohle-Kraftwerke den Betreibern auferlegt werden müssten, wie das beim Abbau von Windrädern selbstverständlich ist.

Karlheinz Röcher, Bergkamen [E-Mail]

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Beitragsbild: (C) Timo Klostermeier / pixelio.de

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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