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Windräder in Hamm, Kraftwerke im Hintergrund

Eine Liebeserklärung pro Windkraft

(C) Antje Habeck | facebook

Dieser Beitrag ist mir in der Facebook-Gruppe „Europäische Energiewende“ aufgefallen, weil hier eine Freundin der Windenergie sehr engagiert und auch fachlich beschreibt, warum sie sich der Windkraft verschrieben hat. – Verschrieben nicht nur emotional, sondern auch beruflich. Das hier abgebildete Foto hat sie in ihrem Album „Liebeserklärung“ abgelegt. Antje Habeck (Facebook-Profil) hat mir genehmigt, ihren Beitrag vom 04.12.2020 zu veröffentlichen.

Warum ich so stolz auf mein schönes Tattoo bin und es auch gern zeige: 🙂

Mich faszinieren Windkraftanlagen, seitdem ich sie zum ersten Mal sah. Liebe auf den ersten Blick sozusagen! Ich denke, das ist so ca. 25 Jahre her! Mir imponierte die Idee, Energie aus der Luft einzufangen und sie in Elektrizität umzuwandeln! Anmutig und ästhetisch zogen die Flügel ihre Kreise und schienen dem Raum damit eine Art Dreidimensionalität zu geben. Ich muss dazu sagen, es handelte sich dabei um Mecklenburger Land..

Viel später strandete ich in Berlin, und hatte den Spaß meines Lebens während ich meine Studienabschlussarbeit über Windkraft schrieb. Über Kleinwindkraftanlagen – ziemlicher Murks: kaum Ertrag, viel zu nervig!

Doch dann ging’s los..mir gelang der große Coup: der Bundesverband Windenergie wollte mich – und ich ihn! Wieder eine Liebe auf den ersten Blick und so radelte ich tagein tagaus, vorbei an Checkpoint Charlie, Brandenburger Tor und Bundestag, ins Büro! Als ich dann das erste Mal oben auf einer Windkraftanlage war, war es wirklich ganz um mich geschehen ich weiß, total verrückt! Aber isso!

Dann gesellten sich noch mehr Kinderchens in mein bisweilen schon sehr aufregendes Leben und mit ihnen die Sehnsucht nach dem Land! Also Sachen zusammengepackt und ab ins Abenteuer: die unendlichen Weiten Meckpomms

Angekommen beim Landesverband Erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern habe ich die Herausforderung angenommen: Klimaschutz durch Wärmewende und Sektorenkopplung! Hört sich langweilig an? Das Gegenteil ist der Fall! Aber dazu gleich mehr!

Neben der Windkraft sind Wildbienen meine große Passion! Also nicht die, die den Honig bringen, sondern die, die einfach so für sich privat umherfliegen!
Ihre Lebensweise ist ebenso faszinierend wie die der Schmetterlinge oder Libellen! Die mag ich auch gern! In meinem Garten habe ich heimischen Wildpflanzen viel Platz gelassen. Ich freue mich immer sehr wenn ich sehe, wie sie sich daran laben . Und gleichzeitig leide ich mit ihnen – denn ihr Lebensraum und damit ihr Überleben ist bedroht. Nicht nur durch die Folgen unserer intensiven Landwirtschaft, sondern auch in zunehmendem Maße durch den Klimawandel. Den Tieren wird es zu warm hier, sie brauchen kalte Winter, warum steht im Biobuch (falls es jemanden interessiert)!

Und da kommen die Windkraftanlagen wieder ins Spiel . Sie sind wahre Klimaschutzanlagen! Wollen wir unseren Lebensstandard behalten (ich möchte das gern) aber gleichzeitig die Folgen der Erderwärmung so gering wie möglich halten (gerade so erträglich wären 1,5 Grad mehr als jetzt, sagen die Klimaforscher), dann müssen wir JETZT! echt JETZT! in die Puschen kommen. Im Strombereich sind wir schon ganz gut! Sonne, Wind, Wasser und Biomasse geben ihr bestes! Im Jahresdurchschnitt kommen 50 % Erneuerbare aus der Steckdose! Aber sie können noch viel viel mehr! Und sie müssen auch! Mehr als die Hälfte unseres Endenergieverbrauchs dient der Bereitstellung von Wärme. Der Anteil der Erneuerbaren ist hier bis jetzt verschwindend gering (naja, immerhin auch ca. 14 %).

Öl, Gas und Kohle treiben unser Emissionsbudget unerträglich in die Höhe! Ich denke da an meine Mutter, für sie war die in den frühen Neunzigern eingebaute Ölheizung auch nach 25 Jahren eben noch die neue Heizung. Und so geht es vielen! Nach dem Prinzip -never stop a running system- bleiben die Heizungen drin bis es wirklich gar nicht mehr geht und naklar, das ist (abgesehen vom Brennstoff) ja auch nachhaltig! ABER: der Brennstoff .

Und nun wieder zurück zu den Windkraftanlagen! Windwärme ist das Zauberwort – und mir wird schon ganz warm, wenn ich nur daran denke! Draußen ist es eisig kalt und der Wind pfeift um die mittelmäßig gut gedämmten Häuser und mit jeder Drehung (im übertragenen Sinn ) heizt ein überdimensionierter Tauchsieder einen noch überdimensionierteren Wassertank auf, der einer Thermoskanne gleich, gut isoliert, das windstromerhitzte Wasser speichert und bei Bedarf in ein Wärmenetz einspeist! Das nennt sich Power-to-Heat! Und wenn das Tätowieren nicht so verdammt schmerzhaft und ungesund wäre, würde ich mir das noch mit dazu stechen lassen .

Geht das nicht auch mit Solaranlagen? Nö, geht nicht… denn genau dann wenn unser Energiebedarf am Höchsten ist, fallen die Solaranlagen in ihren Winterschlaf. Das ist ganz wunderbar im Bild in den Kommentaren zu erkennen… da geht’s um Erträge von Solaranlagen und Windkraftanlagen im Jahresverlauf im Vergleich. Irgendwie kann man einfach nicht anders als Windkraftanlagen zu lieben . An dieser Stelle allen Wegbegleitern und -bereitern ein herzliches Dankeschön .

Ach, ich könnte noch soviel mehr schreiben, unter anderem warum jetzt noch nicht die Zeit ist aus WindEnergie Wasserstoff zu produzieren (ohje, bitte macht das nicht), aber genug für heute!

Kurzum: Windkraft – du bist die Beste

Hier mit Genehmigung von Antje Habeck veröffentlicht.
Permalink des Facebook-Artikels
Beitragsbild: (C) Andreas G.-Mantler, Hamm

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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