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Elektromobilität im WA, in Hamm und im Bund

Artikel im WA „wissenschaftlich falsch“.

2021-12-02 WA YOURZZ Kritischer Blick auf die Elektro-Idee
WA 02.12.2021

Jens Kneißel hat sich heute mit einem Leserbrief zu einem Artikel im Westfälischen Anzeiger geäußert, der am 02.12.2021 auf der Yourzz-Seite erschienen ist. Dieses ist eine Seite mit Inhalten und Layout für Jugendliche. Wir zitieren:

Auf der Yourzz-Seite veröffentlichten Sie einen Beitrag, der sich kritisch mit der Elektrifizierung unseres Alltags im Rahmen der insbesondere für den Klimaschutz notwendigen Energiewende auseinandersetzt. Ich frage mich seitdem:

Was hat Sie bewogen, fachliche Laien zu diesem äußerst komplexen Themenfeld zu befragen, obwohl es in dieser Stadt ausgewiesene Experten dazu gibt? – An der HSHL Hamm kann man „Energietechnik und Ressourcenoptimierung“ studieren. Da sollten sich fachlich kompetente Wissenschaftler finden. Warum lassen Sie die geäußerten Meinungen unkommentiert stehen? – Wäre es nicht Ihre journalistische Pflicht gewesen, die Aussagen kritisch zu hinterfragen beziehungsweise durch Fakten in einen Sachzusammenhang einzuordnen? – Beispiel: Herr Sträter trägt vor, dass jährlich 8 500 Bussarde in Norddeutschland durch Windkraftanlagen zu Tode kommen. Diese Zahlen sind falsch: Eine Progress-Studie von 2016, welche sich auf Mäusebussarde konzentrierte, zählte pro Windrad 0,04 Schlagopfer. Bei geschätzten 10 000 Windkraftanlagen in Norddeutschland wären das rund 440 Tiere. Bundesweit kommen Sing- und Greifvögel in übrigens einem noch viel größerem Maße durch den Straßenverkehr, durch Kollisionen mit Gebäuden und insbesondere streunende Hauskatzen ums Leben. Auch die intensive Landwirtschaft und der immense Verbrauch von Naturflächen sorgen für den seit Jahrzehnten beklagenswerten Artenschwund. Wollten wir tatsächlich die Natur schützen, sollten wir die wirklich relevanten Gefahren beseitigen.

Wann werden Sie eine/n Expert/innen zu Wort kommen lassen? – Die oder der könnte nachvollziehbar erläutern, warum die geäußerten Bedenken gegen Batterien bei völliger Außerachtlassung der immensen Schäden durch fossile Energieträger (und zwar von der Förderung bis zur Verbrennung) unwissenschaftlich und einseitig sind. Das Thema Kinderarbeit ist als Verbrechen zu Recht in den Fokus des allgemeinen Interesses gerückt. Interessanterweise spielt dies erst durch die Verbreitung der Elektromobilität eine Rolle. Smartphones, Notebooks, Tablets, et cetera sind wie vieles weitere heute Akku-Geräte. Funfact am Rande: Mein eigener Pkw

Akku (Typ „LFP“: Lithium-Eisen-Phosphat) kommt gänzlich ohne das erwähnte Kobalt aus.

Wissenschaftlich falsche Aussagen werden auch durch Wiederholung durch technische Laien nicht wahrer: Wissenschaftler/innen erklären seit Jahren, dass auf Wasserstoff basierende Antriebe in Pkws Energieverschwendung sind. Auf der einen Seite kritisieren die von Ihnen zitierten Laien die Erzeugung regenerativen Stroms durch Windkraftanlagen, auf der anderen Seite propagieren sie

die Erzeugung entsprechenden Wasserstoffs. Jeder Experte kann vorrechnen, dass ein batterieelektrisches Fahrzeug mit der gleichen Menge elektrischen Stroms bis zu fünfmal weiter kommt, als wenn dieser den Umweg über weitere Energieformen nimmt. Das batterieelektrische Fahrzeug (BEV) ist der effizienteste Pkw.

Jens Christian Kneißel, Hamm

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung durch Jens Kneißel

Stadt Hamm: Elektromobilität ist auf dem Vormarsch

Wir zitieren die Pressestelle der Stadt Hamm: In Hamm werden Elektrofahrzeuge immer beliebter: Allein im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Zulassungen von Elektrofahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 85 Prozent. Mittlerweile sind mehr als 1.200 reine E-Fahrzeuge in Hamm angemeldet.

Zu den 1.210 reinen E-Fahrzeugen (2020: 565) kommen noch 1.339 Fahrzeuge mit einem kombinierten Betrieb mit Benzin und Elektromotor (2020: 865) sowie 491 Fahrzeuge in der Dieselvariante (2020: 308). Zusätzlich sind derzeit 845 Fahrzeuge (2020: 377) mit einem Hybridantrieb mit Benzin und extern aufladbarem elektrischen Speicher (Plug-in-Hybrid) zugelassen sowie 84 in der vergleichbaren Dieselvariante (2020: 40).

Unabhängig von der Fahrzeugart sind die Zulassungszahlen im vergangenen Jahr gestiegen, insgesamt waren Ende 2021 129.954 Fahrzeuge und damit 1.292 Fahrzeuge mehr als im Vorjahr (128.662) zugelassen. Dabei wurden sowohl mehr PKW (100.631 zu 99.856), LKW (5.645 zu 5.595) und Motorräder (7.551 zu 7.357) als auch Anhänger (12.070 zu 11.903) und Busse (234 zu 216) registriert. Ebenso steigt die Zahl der Oldtimer um 100 Fahrzeuge auf inzwischen 1.075. Voraussetzung für die Zulassung als Oldtimer ist das Erstzulassungsdatum, das mindestens 30 Jahre zurückliegen muss sowie der Nachweis durch ein spezielles Gutachten. Das älteste in Hamm registrierte Fahrzeug ist von 1927.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Hamm vom 07.01.2021

Kraftfahrt-Bundesamt:

Die Nummer 1 der alternativen Antriebsarten im Dezember 2021

PKW-Neuzulassungen (Kraftfahrtbundesamt und ZDF)Aufgrund der dynamischen Entwicklung auf dem Gebiet alternativer Antriebe weist das KBA in seiner monatlichen Pressemitteilung zur Nummer 1 der Segmente seit Februar 2021 auch das zulassungsstärkste Modell nach ausgewählten alternativen Antriebsarten aus.

In der Reihung der zulassungsstärksten Modelle im Dezember 2021 stand bei den Elektrofahrzeugen (BEV) der Tesla Model 3 an erster Stelle, bei den Plug-in Hybriden war es erneut der Mercedes GLK, GLC. Der Hyundai Nexo war wie im Vormonat das zulassungsstärkste Brennstoffzellenfahrzeug. Bei Fahrzeugen mit hybridem Antrieb (ohne Plug-in Hybrid) wies der Suzuki Vitara die meisten Neuzulassungen auf, bei der Kraftstoffart Gas (insgesamt) wurde erneut der Dacia Sandero am häufigsten registriert. Für die Antriebsart Wasserstoff erfolgte keine Neuzulassung.

Quelle: Pressemitteilung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) vom 07.01.2022

Eine Grafik, die nachdenklich macht

Ist der motorisierte Individualverkehr (MIV) eigentlich sozialverträglich?

Bei diesen Grafiken stellt sich die Frage, was die Politik eigentlich ernsthaft für die Zielgruppe macht, die für die hellblauen Balken verantwortlich sind.

PKW-Besitz nach Haushaltseinkommen
Quelle: ZDFheute Infografik
Städtebau vs Mobilität
Quelle: Twitter

Beitragsbild: Georg Sander / pixelio.de

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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