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Energiewende: Jetzt profitieren auch Mieterhaushalte

In Westtünnen wurde jetzt die zweite Mini-PV-Anlage auf Hammer Stadtgebiet installiert!

Unter den Großstädten in NRW steht Hamm mit einem durchschnittlichen Wert von 200 Watt installierter Photovoltaikleistung pro Einwohner an der Spitze der Solarlandesliga, noch vor Münster und Bielefeld. Doch die Verteilung ist alles andere als gerecht: Während vor allem landwirtschaftliche Betriebe und Eigenheimbesitzer in Photovoltaikanlagen investieren und von deren wirtschaftlichen Erträgen profitieren können, stehen Mieterhaushalte außen vor.  Denn um umweltfreundlichen Solarstrom zu produzieren und selbst nutzen zu können, musste man bislang Eigentümer sein.

Seit 2018 gibt es jedoch für Mieterhaushalte eine neue Möglichkeit: Kleine Photovoltaik-Anlage bis 600 Watt Leistung dürfen grundsätzlich an die Stromkreise von Wohnungen angeschlossen werden. Auf Initiative der Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS e.V.) wurden seit 2016 ein eigener DGS-Sicherheitsstandard und entsprechende Normen mit dem VDE erarbeitet, die die Zulässigkeit und die Bedingungen für den Anschluss und Betrieb von Mini-PV-Anlagen in Deutschland erleichtern.

In Hamm sind nun im April die ersten beiden offiziell angemeldeten Mini-PV-Anlagen in zwei Mieterhaushalten in Werries und Westtünnen in Betrieb gegangen. Initiator Rüdiger Brechler und seinen beiden Mitstreiter Dirk Hanke und Ulrich Mandel haben für die Projekte Mittel aus dem Bürgerwettbewerb „Klimaschutz gemeinschaftlich vor Ort gestalten“ verwendet, der erstmals 2018 als Maßnahme des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Hamm stattgefunden hatte.

Während es sich im ersten Fall um eine Balkonanlage handelte, befindet sich das Solarstrom-Modul der zweiten Anlage ganz klassisch auf der Südseite eines Giebeldachs. Julia Hartmann, Marc Meier und Töchterchen Milla sind als Mieter Nutznießer der Eigenstromerzeugungsanlage. Andrea Pfeifer als Hauseigentümerin und Vermieterin hat das Projekt von Anfang mit unterstützt. Die Anlage besteht aus einem Standard-PV-Modul mit 300 Watt und einem Mikrowechselrichter, der den Gleichstrom des Solarmoduls in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt. Im vorliegenden Fall wurde die Anlage direkt an die Stromverteilung der Wohnung angeschlossen. Im Unterschied zu normalen größeren Photovoltaikanlagen wird der umweltfreundliche Strom bei Mini-PV-Anlagen direkt im Haus verbraucht und nicht in das örtliche Stromnetz eingespeist. „Im Jahr wird diese kleine Anlage wohl 180 bis 200 Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugen,“ schätzt Berthold Velken, Inhaber des Elektromeisterbetriebs Velken aus Nordkirchen, dessen Team beide Mini-PV-Anlagen in Hamm installiert hat. Diese Strommenge entspricht einem Betrag von knapp 60 Euro, den die junge Familie ab sofort jährlich einspart.

Julia Hartmann, Marc Meier und Töchterchen Milla mit Solarteur Berthold Velken (rechts) und seinem Team mit dem Solarmodul der neuen Mini-PV-Anlage

Die Hammer Initiatoren hoffen, dass noch viele Mieter-Solaranlagen dazu kommen werden. Das Potenzial ist bei rund 46.000 Mietwohnungen allein in Hamm auf jeden Fall vorhanden. Mieter oder auch Vermieter, die Fragen zu Mini-PV-Anlagen haben, können diese gerne an Rüdiger Brechler (Mobil 0178 59 61 650 oder brechler@dgs-nrw.de) richten.

Wir werden an dieser Stelle auch weiterhin regelmäßig über Mini-PV-Anlagen berichten!

Rüdiger Brechler

Rüdiger Brechler

Interessierter Bürger aus Hamm, Klimaschützer, Dipl-Ing. & Mediator, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), Teil der "Visioneere": visioneere.de

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