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Windräder in Hamm, Kraftwerke im Hintergrund

‚Es gibt keine Entschuldigung mehr!‘

Hermann Scheer
(CC BY-SA 3.0)

Hermann Scheer (∗1944, †2010) war ein deutscher Politiker. Er war von 1980 bis zu seinem Tod Mitglied des Deutschen Bundestags und von 1993 bis 2009 Mitglied des Bundesvorstandes der SPD. 1999 wurde ihm der Right Livelihood Award für sein Engagement für die erneuerbaren Energien verliehen. (Quelle: Wikipedia) – Es war jedoch nicht die einzige Auszeichnung.

Wir haben den O-Ton eines Films abgeschrieben, der in Gedenken an Hermann Scheer von der fechnerMEDIA GmbH veröffentlicht wurde.

Die Aussagen von Hermann Scheer im Film:

Ohne Energie geht nichts, das muss man wissen.

„Der Wechsel zu Erneuerbaren Energien hat eine zivilisationsgeschichtliche Bedeutung“

Energienutzung – Energieverbrauch – ist überall wo Menschen arbeiten und leben. Die Förderung von Erdgas, Kohle, Uran findet in ganz wenigen Ländern der Welt statt und wird immer knapper, die Abhängigkeiten werden größer und sie sind existenzieller Art. Demgegenüber setze ich das Ziel der Energieautonomie. Es ist ein Wechsel von kommerzieller Primärenergie zu kostenloser Primärenergie wie Sonnenstrahlen, Sonnenwärme, Wind, Laufwasserkräfte, Wellen und geothermische Energie. – Kostenlos von der Natur geliefert. Wir dürfen das jetzt bekannte Potential schon gar nicht mehr verbrennen. Das hält die Biosphäre des Erdballs – und wir sind ein Teil davon – nicht mehr aus.

Genauso wenig, wie man es heute erlaubt, längst nicht mehr in Kulturstädten; dass einfach der Müll auf die Straße geworfen wird. Genauso wenig darf man heute noch erlauben, dass man einfach Energieemissionen hinterlässt, und damit die gesamte Gesellschaft dem aussetzt mit all den damit verbundenen Folgen, statt dass man diese Energieemissionen vermeidet. Dieses geht nur durch Ablösung atomarer und fossiler Energie durch erneuerbare Energie. Das ist die einzige Möglichkeit.

Das Regierungen angesichts dieser Vorgänge bei einer instabiler werdenden Welt noch ruhig schlafen können, kann man nur mit einem psychopathologischen Verdrängungsprozess erklären. Es ist die Unterwerfung der Politik unter die Interessen der Energiewirtschaft und das alles wird nur gemacht – nur aus einem einzigen Grund – damit man weiter festhalten kann an der herkömmlichen Energieversorgung – ein paar Jahrzente mehr – Hauptsache keine erneuerbaren Energien!

Es gibt keine Entschuldigung mehr. Das ist der Punkt. Es gibt keine Entschuldigung mehr. Wer sich immer noch unverantwortlich fühlt und irgendwo aber eine verantwortliche gestaltende Funktion hat und diese nicht wahrnimmt, weil er zu denkfaul ist oder weil er sich diesen neuen Anforderungen und Möglichkeiten nicht stellt – noch nicht mal dadurch stellt, dass er sich informiert. – Es gibt keine Entschuldigung; dann muss man die Auseinandersetzung damit aufnehmen und zwar hart. Es geht nämlich darum, dass jeder hier seiner Mitverantwortung gerecht werden muss.

Wir müssen uns eigentlich nur von einem einzigen Prinzip lösen. Der Vorstellung – der isolierten Vorstellung sogar – dass alles schneller, höher, größer und weiter gehen muss. Es muss im Grunde genommen alles, was neu installiert wird, erneuerbare Energien sein. Dann ist man beim Thema.

„Menschenrechte repräsentieren ethische Prinzipien, deren Beachtung nicht davon abhängig gemacht werden darf, ob sie sich rechnen oder die Wettbewerbsfähigkeit gefährden.“

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