Abschrift WA 09.02.2019

Quelle: Westfälischer Anzeiger vom 09.02.2019

Kolumne „WIE ICH ES SEHE“
von Dirk Ippen

Energiewende fährt gegen die Wand

Quelle: WA vom 09.02.2019

Der deutsche Traum, unser Land zuverlässig mit „grüner“ Energie aus Sonnenschein und Wind zu versorgen, ist nur eine Utopie. Obwohl schon heute große Teile der Küstenländer mit Windturbinen verschandelt sind und trotz aller Sonnenzellen auf den Dächern decken Wind und Sonne nur 27 Prozent unseres Strombedarfes und nur 5 Prozent der gesamten benötigten Energie ab. Dafür wurden bereits 550 Milliarden Euro ausgegeben. Überhöhte Energiekosten treffen die Wirtschaft und private Haushalte ‑ Landbesitzer und Turbinenbauer werden reicher. Das ist eine unsoziale Umverteilung von unten nach oben.

Und schlimmer noch bedroht diese Art der Energieversorgung unser Stromnetz. Konventionelle Kraftwerke müssen ständig hoch und runter gefahren werden, um die stark schwankende Stromlieferung auszugleichen. In windreichen Zeiten wird die Überproduktion an Nachbarländer abgegeben, die den Strom gar nicht wollen und für dieses „Dumping“ viel Geld verlangen. Die Windstromerzeuger aber bekommen trotzdem 90 Prozent der zu viel gelieferten Energie voll bezahlt. Die Kosten tragen die Stromkunden in Deutschland. Großverbraucher von Strom müssen schon heute in Zeiten geringer Stromproduktion ihre Betriebe vom Netz nehmen. Diese Kosten tragen auch die Stromverbraucher.

Wind- und Sonnenstrom sind unzuverlässige Energien, und das mindert ihren Wert erheblich. Die notwendige Grundlast kann nur durch konventionelle Kraftwerke aufgebracht werden. Der Effekt einer Verringerung von Treibhausgasen wie CO 2 ist nicht eingetreten, sodass Deutschland seine selbstgesteckten Klimaziele nicht erreichen wird. Dazu wäre es nötig, zur Energieversorgung einen Übergang auf Erdgas in Erwägung zu ziehen. Das ist mit horizontaler Bohrtechnik und hydraulischer Technik auch in Deutschland reichlich vorhanden. Dieses sogenannte „Fracking“ ist aber hierzulande verpönt. Ebenso wie die Nutzung der Kernkraft es ist. Sie empfiehlt sich aber als die immissionsfreieste Energiequelle überhaupt.

Mit dem jetzt in Gang gesetzten Ausstieg aus der Kohle hätte man bei allen Bemühungen um weniger Treibhausgas-Emissionen anfangen müssen, anstatt sich von der Kernkraft zu verabschieden, nur weil es in Japan ein Seebeben gab.

In der jetzt geplanten absoluten Form ist der Kohleausstieg allerdings auch wieder unrealistisch. Ohne Kohle kann man auch keinen Stahl erzeugen und auch keinen Zement und damit unter anderem auch keine Windmühlen. Die bestehen nämlich, abgesehen von den Rotorblättern, aus Fiberglas, zumeist aus Stahl und Betonfundamenten. Windmühlen brauchen auch seltene Erdmetalle für die Magneten in den Turbinen. Deren Produktion in der Mongolei und anderswo erzeugt giftigsten Abfall in großen Mengen. Die Phrase „saubere Energie“ ist nur ein schlechter Witz.

Deutschland verabschiedet sich mit dieser Energiewende zu alledem auch noch von der Wettbewerbswirtschaft auf dem gesamten Gebiet der Energieerzeugung. Die wird nun ersetzt durch ein System staatlicher Steuerung mit Subventionen und Vorschriften jeder Art. Ein solches System staatlich gelenkter Wirtschaft ohne einen wettbewerblichen Ansatz, wie ihn zum Beispiel der EU-Emissionshandel bietet, ist immer und überall zum Scheitern verurteilt.

Albert Einstein als Symbol von Vernunft und Wissenschaft wird durch unsere verfehlte Klimapolitik heute zum zweiten Mal aus diesem Land vertrieben. Der Kolumnist ist erreichbar unter ippen@tz-online.de.


Aktion

Wer Dirk Ippen schreibt, wird gebeten, dem Klimabündnis Hamm eine Kopie zu schicken. So gehen Reaktionen nicht unter und können veröffentlicht werden.

Gemeinsam für den Klimaschutz in Hamm (Westf.)