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Flyer der Stadt Hamm zu Schottergärten

„Spar Zeit und Geld… mach‘s grün!
Hammer Vorgärten blühen auf“

Uns hat auf Umwegen ein Email aus dem Büro des Rates erreicht:

Sehr geehrte Damen und Herren der Rates und der Bezirksvertretungen,
des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr sowie des Umweltausschusses,

Das Stadtplanungsamt hat in Kooperation mit dem Ökozentrum einen Flyer zum Thema „grüne Gestaltung von Vorgärten“ aufgelegt, (…). Hintergrund ist das vermehrte Auftreten sogenannter Schotter- und Steingärten, die sowohl städtebaulich als auch unter Aspekten des Mikroklimas und der Wohnqualität kritisch zu betrachten sind.

Der Flyer wird an verschiedenen öffentlichen Stellen (Bürgerämter, „Insel“ etc.) ausgelegt, ist unter hamm.de/…PDF  sowohl auf der Startseite des Bauportals als auch auf der Seite zu den neuen Baugebieten abrufbar und wird zudem vom Bauordnungsamt mit jeder Baugenehmigung für den Neubau eines Ein- oder Mehrfamilienhauses versendet.

Auszug daraus:

Bedeutung des Vorgartens

Der Vorgarten ist sowohl die Visitenkarte eines  Hauses als auch ein Raum, der von Bewohnern täglich durchquert wird und das Stadtbild maßgeblich prägt. Dabei ist die Begrünung eines Vorgartens keine Frage des Geschmacks, sie bietet für Bewohner, Anwohner und Umwelt objektive Vorteile.

Begrünte Vorgärten – Ungeahnte Potenziale

  • Reduzierung von Hitzeentwicklung durch Beschattung und Verdunstung
  • Entlastung der Kanalisation durch Aufnahme von Regenwasser
  • Bindung von Feinstaub
  • Dämpfung von Straßenlärm
  • Sichtschutz
  • Lebensraum für Insekten und Vögel

… und ein Beitrag zum Klimaschutz.

 

Wir meinen dazu: Gute Idee. Aber vielleicht sollte der Flyer nicht nur mit Baugenehmigungen an Häuslebauer gehen. Gerade auch diejenigen, die schon seit langem einen Garten angelegt haben und an eine Umgestaltung denken, benötigen diese Infos. Es wäre also passend, diesen Flyer spätestens mit der nächsten Grundsteuerrechnung an ALLE Immobilienbesitzer zu schicken. Der Rat der Stadt Hamm sollte außerdem ein allgemeines Verbot von Steingärten beschließen. – Und zum Inhalt: Heimische Arten werden leider nicht als Gestaltungsmerkmal herausgehoben. Diesen Job muss mal wieder die Zivilgesellschaft übernehmen. Deshalb gibt es für die ehrenamtlich tätigen Bündnispartner des Klimabündnis Hamm, zum Beispiel für den BUND und den Nabu, aber auch für „Die Ökologische – Zeitschrift für Hamm“, Ausgabe Nr. 4 gerade erschienen, immer genug zu tun.

Flyer_Schottergaerten

Update 17.02.2020

Eine Pressemitteilung von Bündnis 90/DIE GRÜNEN dazu:

Beim Thema Schottergärten ein klein wenig zu nachsichtig

Mittlerweile hat die Stadt Hamm ein Informationsblatt zur naturnahen Gestaltung von Vorgärten aufgelegt, dass sie allen Baugenehmigungen – also den Bauherren – mit auf den Weg geben will. Den Trend zu Schottergärten will die Stadt so aufhalten.

„Ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Siegbert Künzel, Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss. Er hatte dies im letzten Jahr angeregt, um in Neubaugebieten die Anlage von Schottergärten zu verhindern.

Auf die Einsicht der Bauherren und -frauen zu setzen, sei natürlich wichtig und richtig. Allerdings fehlt Künzel in dem Blatt der kleine, aber entscheidende Hinweis, dass sowohl die Landesbauordnung als auch viele jüngere Bebauungspläne die Begrünung der Vorgärten verbindlich vorschreiben. Es ist also eigentlich nicht im Befinden des einzelnen Bauherren oder der einzelnen Baufrau, ob man sich für oder gegen einen Schottergarten entscheidet: wer den Vorgartenbereich versiegelt oder als Schottergarten anlegt, verletzt ganz eindeutig die geltenden Regeln.

Die Stadt Hamm ist zudem gefordert, wie am Beispiel des Baugebiets „Auf dem Beisenkamp“ geschehen, die Einhaltung der Vorgaben auch zu kontrollieren. Einsicht ist sicherlich besser, aber Kontrolle manchmal notwendig.

Dieses Informationsblatt, so wünscht sich Künzel, sollte zudem auch an alle anderen Hauseigentümer in der Stadt verschickt werden – denn auch in alten Wohngebieten ist der Trend zur Versiegelung ungebrochen. „Eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit ist da dringend angesagt, vielleicht auch ein Wettbewerb unter denjenigen, die ihre Schottergärten wieder zurück bauen“, hofft Künzel auf eine positive Veränderung.

Mehr dazu

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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