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GRÜNE Hamm: Neue Wege des klimagerechten Bauens notwendig

Die künftige Autobahn GmbH des Bundes wird einen neuen Bürokomplex hinter dem B&B-Hotel am Bahnhof beziehen. Die dafür notwendige 2.750 m² große Fläche hatte sich die Hammer Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) hinter dem Hotel Ende 2016 gesichert. Nach einem kombinierten Architekten-Investoren-Wettbewerb mit sechs Bewerbern veräußert die SEG das Grundstück samt Zu- und Abfahrten nun an den Gewinner. Die Autobahn GmbH des Bundes tritt als Mieter auf.

Die SEG als 100%-ige Tochter der Stadt Hamm ist selbstredend den Beschlüssen des Rates zum Klimaschutz und der Klimafolgenanpassung verpflichtet. Im Klimaaktionsplan der Stadt wird die hohe Bauintensität in Hamm als Chance verstanden, über den „Standard“ hinaus weitergehende Ziele und Ansprüche zu finden. Jetzt wollen die GRÜNEN auch Taten sehen.

Beispiel für moderne Architektur (C) Lupo / pixelio.de

Arnela Sacic, OB-Kandidatin der GRÜNEN, verweist darauf, dass etwa die Hälfte der gesamten CO2-Emissionen eines Gebäudes während des Bauprozesses und der Herstellung der Materialien entsteht. Beton gehört zu den kohlenstoffintensivsten Materialien beim Bau. Hinzu komme, dass Ressourcen wie z.B. Sand mit einer bestimmten Korngröße für die Herstellung von Beton knapp werden. „Ein Umdenken hinsichtlich der Verwendung dieses Baustoffes ist längst überfällig“, so Sacic. Es reiche nicht, allein die Energieeffizienz eines Hauses zu optimieren.

Siegbert Künzel, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr fragt sich deshalb, ob die SEG beim Verkauf des Grundstücks auch den Aspekt des CO2-armen Bauens sowie Aspekte der klimaneutralen Energie- und Wärmeversorgung vertraglich mit dem Investor vereinbart hat. „Schließlich ist der potentielle Mieter eine Bundesbehörde – mit entsprechendem Vorbildcharakter!“ sieht Künzel gute Gründe für Alternativen zum klassischen Beton-Büro-Bau mit netter Fassade. Es gibt bereits interessante Projekte, bei denen auf Basis der Wiederverwertung von Materialien durch Upcycling oder Recycling auch architektonisch qualitätvolle Häuser entstanden sind. Auch Gebäude in Holzbauweise seien eine Alternative.

Gerade jetzt in der Corona-Krise ist es aus Sicht der GRÜNEN sehr wichtig, dass uns bewusst wird, dass wir unsere Wirtschaft anders gestalten müssen. „Hier sind Bund und Kommune besonders gefragt“, so Arnela Sacic, „um solche nachhaltigen Ideen zu unterstützen und zu fördern“. Künzel und Sacic sind sich sicher, dass dadurch auch ein deutlicher Zugewinn an Prestige für die Stadt Hamm, den Architekten und den Investor möglich ist. „Über so ein Gebäude spricht man dann Europaweit und Hamm wäre – nach langer Zeit – mal wieder Trendsetter einer Entwicklung.“ Und vielleicht gibt es ja sogar schon Chancen auf eine entsprechende finanzielle Förderung.

Quelle: Pressemitteilung vom 30.07.2020

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Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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