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Mahnwache trotz Bahnverspätung

Mahnwache am 09.12.2019 vor dem Hbf Hamm / Foto: UMa

Am letzten Montag (09.12.2019) sollte der zehnte Atommülltransport in diesem Jahr von Gronau über Hamm nach Russland stattfinden. Der Zug fuhr jedoch erst am Tag darauf.

Okay, Bahnverspätungen kennen wir. Die gehören zum Alltag des Schienenverkehrs. – Aber hatte diese Verspätung etwas damit zu tun, dass wir und andere Gegner*innen der Atomkraft seit Jahren und Jahrzehnten mit größter Penetranz und in einigen Orten auch mit viel Phantasie und Risikobereitschaft auf

Mahnwache Bf Drensteinfurt 09.12.2019 sehr früh morgens. Für zahlreiche Berufspendler nicht zu übersehen.

die hochgefährlichen Uranmülltransporte aufmerksam machen? Solche Aktionen sind ja bekanntlich hilfreich, wenn es darum geht, Pressevertreter zu motivieren, Verantwortliche vor die Kamera oder vor das Mikrofon zu holen. – Und Politiker*innen dürfte immer schwerer fallen, der Öffentlichkeit zu erklären, warum der Export von Atommüll verboten ist, aber die Firma URENCO in Gronau mit Hilfe eines großen Polizeiaufgebots ihren Atommüll nach Russland exportieren darf, indem sie ihn als „Wertstoff“ deklariert.

Interview mit Horst Blume im WA vom 09.12.2019 [Zoom]

„… schon in kleinsten Mengen tödlich“

Horst Blume hat in einem Interview mit dem Westfälischen Anzeiger erläutert, warum gerade für Hamm der Transport eine Bedrohung darstellt.

Es gibt gerade in Hamm noch einen weiteren Grund, gegen die Urananreicherungsanlage (UAA) zu demonstrieren: Urenco forciert aktuell Entwicklung und Bau von mehreren hundert kleinen Hochtemperatur-Modulreaktoren weltweit, will den dafür notwendigen nuklearen Brennstoff gleich mitliefern und daraus ein lukratives Geschäft machen. Nähere Infos dazu im neuen THTR-Rundbrief Nr. 152

Hamm’se mal ’n bisschen Hirn?

Hat die Atomwirtschaft nicht aus den Fehlern gelernt? Gern empfehlen wir an dieser Stelle die Lektüre der Homepage ‚Reaktorpleite.de‚. Dort archiviert Horst Blume seit Jahrzehnten alle Ereignisse rund um den THTR-300 in Hamm, der 1989 wegen einiger Störfälle und auch durch den Druck der BI Umweltschutz abgeschaltet werden musste.

Pressemitteilung des Aktionsbündnisses vom 10.12.2019Abseilaktion vor Uranmüllzug bei Münster

  • Uranmüllzug von Urananreicherungsanlage Gronau erneut gestoppt  – spontane Mahnwachen in Gronau, Ochtrup und Burgsteinfurt
  • „Uranmüllexporte von Gronau nach Russland einstellen“
Atommülltransport Blockade 10.12.2019

Der heutige Uranmüllzug mit 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) aus der  Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau/Westfalen Richtung Russland wurde heute (10.12.19) zwischen Münster-Häger und Münster-Kinderhaus durch eine Abseilaktion von der Brücke der A1  erneut aufgehalten. Die Polizei stoppte daraufhin den Uranzug kurz vor 12 Uhr im Bahnhof von  Altenberge und ist vor Ort. Ein Kletterteam der Polizei ist um 13 Uhr eingetroffen. Um 13.20 Uhr  wurde die Aktion beendet. Anti-Atomkraft-Initiativen kündigten allerdings weitere Protestaktionen  gegen den Uranmüllexport nach Russland an. Um 14.15 Uhr passierte der Sonderzug den  Münsteraner Hauptbahnhof und fuhr Richtung Hamm weiter.

Atommülltransport Blockade 10.12.2019

Heute Vormittag gab es spontane Mahnwachen in Gronau, Ochtrup und Burgsteinfurt, wo der  Uranzug ebenfalls zehn Minuten mitten im Bahnhof stand. AtomkraftgegnerInnen fordern ein Ende  der Uranmüllexporte von Gronau nach Russland. Für heute Nachmittag wurden weitere spontane  Mahnwachen entlang der Bahnstrecke angekündigt, u. a. um 14.30 Uhr am Bahnhof von Unna  sowie um 16 Uhr in Ennepetal am Bahnhof.

Bereits beim letzten Uranmülltransport von Gronau nach Russland Mitte November stoppten AtomkraftgegnerInnen den Uranzug bei Burgsteinfurt im Münsterland mit einer Abseilaktion für  mehr als sieben Stunden. Auch in Russland werden neue Proteste geplant. Rund 54 000 Menschen  haben dort bereits eine Online-Petition von Greenpeace Russland gegen die Uranmüllexporte unterschrieben. Gestern unterstützte der Ko-Vorsitzende der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Vladimir Slivyak, die Mahnwachen in Münster und in Unna.

Streckenverlauf des Urantransports von Gronau nach Amsterdam

Atommülltransport 10.12.2019

Der Uranzug wird nach Abschluss der jetzigen Protestaktion zunächst nach Münster weiterfahren.

Bislang fuhren die Uranzüge dann weiter zum Güterbahnhof in Hamm, um dort zu rangieren. Im weiteren Verlauf sind zwei Routen möglich:

Nordroute: Von Hamm über Lünen-Recklinghausen-Herten-Gelsenkirchen Buer-Gladbeck-Bottrop- Oberhausen nach Duisburg-Rheinhausen und Krefeld.
Südroute: Von Hamm über Unna-Hagen-Ennepetal-Wuppertal-Düsseldorf nach Mönchengladbach.

Ab Viersen geht es dann auf einer Strecke über Venlo-Eindhoven-Rotterdam nach Amsterdam.Wichtig: Der Uranzug kann heute in Münster bereits südlich des Hauptbahnhofs rangieren und dann  erneut durch den Hauptbahnhof über Greven-Emsdetten-Rheine-Salzbergen-Schüttorf-Bad
Bentheim-Hengelo-Deventer nach Amsterdam fahren.

Zusätzlich fahren auch LKWs mit UF6 in zwei Chargen an zwei Tagen von Gronau über Enschede- Hengelo-Almelo-Deventer-Amersfoort zur Verladung nach Amsterdam.

In Amsterdam erfolgt die Verladung im Amerikahaven, wo bereits seit Freitag das Transportschiff  Mikhail Dudin wartet.

Erste Presseauswahl:

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Kennzeichnung beim Schienentransport
Kennzeichnung beim Schienentransport

Titelfoto: Motivbild eines Atommülltransportes

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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