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Uhr 5 nach 12

Bericht: Mehr Grün für Rhynern!

UPDATE 29.04.2022

Wohnraum schaffen – Freiraum schützen

Den Vortrag am 27.04.2022 werten die Veranstalter Bi Dreiländereck und die IG Papenloh als vollen Erfolg. Das zentrale Thema lautete: Wohnraum entwickeln ohne auf der grünen Wiese zu bauen. Der Referent Daniel Fuhrhop ist Wirtschaftswissenschaftler und Buchautor. Er ist eigens aus Potsdam angereist, um über die vielfältigen Möglichkeiten zu referieren, wie Wohnraum im Bestand entwickelt werden kann.

Es ist machbar, auf die Vernichtung von grünen Wiesen, Äckern und Natur zu verzichten, aber trotzdem neuen Wohnraum zu schaffen. Viele Länder, darunter z. B. Frankreich und Belgien setzen bereits konsequent Projekte um. In der Kombination von z. B. Umbau, Vermietung von Leerständen, Wohnungstausch und sozialen Modellen rechnet Fuhrhop mit bundesweit etwa 100.000 zusätzlichen Wohnungen jährlich, die schnell, einfach, kostengünstig und sogar klimafreundlich im Bestand gewonnen werden können. Beispielsweise ziehen jüngere Leute zu Älteren, zahlen wenig oder keine Miete, helfen im Haushalt, beim Einkaufen oder im Garten. Auf vielen Ebenen entstehen für die Beteiligten Synergieeffekte, sei es bei gemeinsamen Wohnprojekten, Übernahme von Sicherheiten, Belebung von schwachen Gebieten. 2017 hat die Stadt Hamm eine Wohnbaulandinitiative vorgestellt. Seitdem ist viel passiert. 2019 wurde der Klimanotstand ausgerufen. 2022 hat der Krieg in der Ukraine in aller Deutlichkeit gezeigt, wie wichtig die Nahrungsmittelproduktion im Landesinneren auf heimischen Äckern ist. Was muss noch passieren, damit Politik und Verwaltung einlenken? Klimaschutz ist mehr als Dächer von Haltestellen zu begrünen, so wie Frieden auch mehr verlangt als eine Kerze anzuzünden.

Bei der Veranstaltung glänzten die eingeladenen Ratsmitglieder, OB Herter, Bezirkspolitiker und die Verwaltung durch Abwesenheit. Als einzige Mandatsträgerin war Andrea Pfeifer von den Grünen vor Ort, die direkt politische Fragen beantwortete. „Wenigstens die grüne Fraktion muss laut Parteiprogramm doch dafür einstehen, den Bodenverbrauch zu stoppen“, wunderten sich die Besucher über das Desinteresse der gesamten restlichen politischen Vertreter. „Wir erleben hier die Realität der in den Wahlprogrammen aus 2020 so gepriesenen neuen Bürgernähe“, war die Meinung in der sich anschließenden Diskussionsrunde.

Bei dem offensichtlichem Desinteresse aller eingeladenen politischen Entscheidungsträger wunderte sich keiner der Gäste darüber, dass in Hamm der Klimawandel verschlafen wird und dass gewohnte „WEITER SO“ der Standard ist. Wenn wir als Bürger nicht die Politik wach rütteln, werden im Bezirk Rhynern unsere dringend benötigten Freiflächen verschwinden. Deshalb wurde den abwesenden Entscheidungsträgern des Rates und des Bezirkes symbolisch ein grüner Wecker überreicht, der auf 12:12 Uhr zeigte.

Das Fazit der Veranstaltung lautete:

„Wir fordern von der Politik die Umsetzung: Bodenverbrauch stoppen – Wohnbestand entwickeln – Bäume statt Beton.“

Für die Bürgerinitiative Dreiländereck

mit frischen und weckenden Grüßen

Andreas Jürgenliemk

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Martin Lauven Bi Dreiländereck 
Verwendungszweck: WiR machen wach


Die Termin-Ankündigung:

Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Dreiländereck und der Interessengemeinschaft Papenloh. Referent ist Daniel Fuhrhop, von dem dieses Zitat stammt:

„Soziales Wohnen ermöglichen bedeutet zugleich, Wohnraumreserven nutzbar zu machen: Wenn man EigentümerInnen von Altbauten berät, wie sie ihre Wohnwünsche erfüllen, dann wird als Nebeneffekt Wohnraum frei – und andernorts kann man Neubau vermindern und Freiraum schützen.“

Beitragsbild: Rainer Sturm / pixelio.de

 

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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