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Mehr Augenhöhe wagen!

Unsere Wahlempfehlung für die Stichwahl am Sonntag:

Die kommenden fünf Jahre sind auch für Hamm entscheidend beim Kampf gegen die Klimakrise. Das Ergebnis der Stichwahl um den Posten des Oberbürgermeisters wird aufzeigen, mit welcher Haltung die Stadtgesellschaft sich dieser Aufgabe stellen wird. Marc Herter (SPD) sollte die Chance bekommen, sich als Hammer Oberbürgermeister diesen Herausforderungen zu stellen.

„Ein ‚Weiter-so‘ darf es nicht geben“

Auf diese Sichtweise für die kommende Amtszeit des Oberbürgermeisters konnten sich Ulrich Mandel und Jürgen Kinschner vom Klimabündnis Hamm mit Marc Herter, OB-Kandidat der SPD, und Justus Moor, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, rasch einigen. Was dies konkret bedeutet, sollte in einem einstündigen Gespräch weiter vertieft werden. In der auch kontrovers geführten Diskussion stimmten die Teilnehmer darin überein, dass der Dialog mit der Zivilgesellschaft entscheidend dafür ist, um die Klimaziele in Hamm zu erreichen.

Die Industriestadt Hamm steht dabei vor großen Herausforderungen, wenn der Ratsbeschluss zur Klimaneutralität umgesetzt wird. Hier könnten moderne Konzepte für einen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe zum Zuge kommen. Marc Herter brachte moderne Teilhabe-Konzepte wie z.B. Zukunftsforen in das Gespräch ein. Auch für die Einsetzung von BürgerInnen-Räte zeigte er sich offen. Diese hatte der Französische Präsident Macron zum Thema Klimaschutz eingerichtet, und es konnte aufgezeigt werden, dass ein solcher Ansatz die unterschiedlichen Interessen der Zivilgesellschaft ausgleichen kann. Im Ergebnis lag in Frankreich ein umfassender Plan für engagierten Klimaschutz vor.

Bei der Abwägung unterschiedlicher Beteiligungsformen der Stadtgesellschaft am Umbau der Stadt Hamm stand ein Begriff im Zentrum: Augenhöhe. Kinschner und Mandel führten zahlreiche Beispiele an, wie in den letzten Jahren von Seiten des Klimabündnisses die Verwaltung um einen Dialogkanal angefragt wurde, dieser aber genau so regelmäßig auch verwehrt wurde. „Wir sind keine Bittsteller, wir sind die engagierte Zivilgesellschaft, die Hamm mitgestalten will“, legte Mandel dar. Kinschner verwies darauf, dass das zähe Ringen um Fortschritte beim Schutz von Klima, Umwelt und Natur in den vergangenen Jahren viel Energie gekostet hat – mit dem Ergebnis, dass man viel früher und viel konsequenter auf die Mahnungen der Umwelt- und Naturschützer hätte hören müssen.

Herter und Moor sprachen sich gemeinsam dafür aus, dass ein derartiges Kommunikationsversagen abgestellt werden müsse. „Aufgabe eines Oberbürgermeisters ist es, die verschiedenen Gruppen der Stadtgesellschaft an einen Tisch zu bringen“, beschrieb Herter seine Rolle. „Und natürlich geht es dann auch darum, Augenhöhe herzustellen – von FridaysForFuture bis zum Industrieverband.“ Die Stadt Hamm kann und muss mehr machen, gerade auch bei der Einbindung junger Menschen und bei der Nutzung sozialer Netzwerke.

Die Äußerungen von PolitikerInnen sind ein Zukunftsversprechen an die Menschen, insbesondere zu Wahlkampfzeiten. Die Botschaft, dass der Kampf gegen den Klimawandel in Hamm eine Teilhabe der Stadtgesellschaft auf Augenhöhe dringend benötigt, stieß bei Herter und Moor auf kreative Zustimmung. Daher sollten die Sozialdemokraten in Hamm ihre Chance bekommen, um von der Spitze der Verwaltung aus die Industriestadt aus der Klimakrise heraus in die Klimaneutralität zu führen.

Auch an diesem Punkt waren sich die Gesprächsteilnehmer einig: Einen riesigen Standortvorteil würde sich für Hamm durch die von Herter eingebrachte Wasserstoff-Initiative ergeben. Wenn in Hamm, natürlich nur mit Strom aus erneuerbaren Quellen, Wasserstoff produziert wird, bringt das riesige Vorteile für den Industriestandort und somit für die Arbeitsplätze in Hamm. Jedoch sollte dieser Kraftstoff nicht für den motorisierten Individualverkehr verschwendet werden. Wasserstoff kann viel mehr.

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