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Mini-Solaranlagen machen Hammer Mieter zu „Prosumern“

Ein weiteres Projekt des Klimaschutzwettbewerbs 2018 der Stadt Hamm ist umgesetzt!

Im Frühjahr 2018 hatten sieben Gewinnerteams einen Betrag von je 2.500 Euro für die Realisierung ihrer eingereichten Projektideen von der Stadt Hamm erhalten. Vorausgegangen war der Bürgerwettbewerb „Klimaschutz gemeinschaftlich vor Ort gestalten“ im Rahmen des städtischen Klimaschutzkonzeptes. Als eines der letzten Projekte werden jetzt zwei Mieterhaushalte in Hamm mit Mini-Phtovoltaikanlagen ausgestattet.

Die Idee, auch Mieter mit geringem Haushaltseinkommen im Stadtgebiet Hamm unmittelbar an der Energiewende zu beteiligen entstand Rüdiger Brechler, als er Ende 2017 von der unmittelbar bevorstehenden Veröffentlichung einer nationalen Norm für steckbare Mini-PV-Anlagen erfuhr. Gemeinsam mit den Mitinitiatoren Dirk Hanke und Ulrich Mandel sprachen die drei ab Sommer 2018 geeignete Mieterhaushalte in Hamm an, die Interesse daran hatten, eine eigene kleine Solarstromanlage zu betreiben.

Reinhold Rosentreter mit seiner neuen Balkon-Solaranlage

„In einigen unserer Nachbarländer wie Österreich oder den Niederlanden ist es bereits seit Jahren erlaubt, kleine Photovoltaikanlagen bis max. 600 Watt einfach an die Haushaltssteckdose anzuschließen,“ erklärt Rüdiger Brechler. „Hier in Deutschland betritt man bei dem Versuch, solche schon mehrere Jahre als „Guerilla-Anlagen“ erhältlichen PV-Anlagen auch legal zu betreiben noch relatives Neuland. In Hamm werden ab sofort zwei dieser Anlagen ganz ordnungsgemäß angemeldet und betrieben.“

 

Ein erster Mieterhaushalt, bei dem jetzt eine Mini-Photovoltaik-Anlage umgesetzt wurde, ist der von Reinhold Rosentreter aus Werries. Als Stromsparhelfer beim Katholischen Sozialdienst Hamm kennt er sich mit knappen Haushaltsbudgets aus – auch dem eigenen. Mieter, die eine Mini-PV-Anlage auf ihrem Balkon betreiben möchten, sind im Regelfall auf die Zustimmung ihrer Vermieter angewiesen. Die Gespräche mit dem Vermieter von Reinhold Rosentreter in Werries, der Unnaer Kreis- Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS), liefen im konkreten Fall erfolgreich, auch wenn dort bislang keine Erfahrungen mit solchen kleinen Balkonanlagen für den Eigenverbrauch vorlagen. „Letztendlich konnte die UKBS mit Unterstützung der Katholischen Sozialdienstes Hamm und auch der EnergieAgentur.NRW dafür gewonnen werden, das Pilotprojekt zu unterstützen,“ freut sich Rüdiger Brechler.

Die beiden hier verwendetn semiflexiblen Module mit je 110 Watt sind mit ihrem geringen Gewicht (2,5 kg pro Modul) besonders geeignet für weniger massiv ausgeführte Balkongeländer. Der Alurahmen wurde passgenau durch den Elektromeisterbetrieb Velken für das Balkongeländer angefertigt.

 

Mitte April 2019 wurden zwei extra leichte semiflexible Minimodule mit je 110 Watt an dem Geländer des Südbalkons von Reinhold Rosentreter angebracht. Zusätzlich ist auf Wunsch des Vermieters eine spezielle Einspeisesteckdose für den Anschluss des Mikrowechselrichters gelegt worden. Arbeiten, die natürlich von einem Fachunternehmen auszuführen sind. Als Vertragspartner der UKBS übernahm der Elektromeisterbetrieb von Berthold Velken aus Nordkirchen die Installation. Auch für die erfahrenen Elektro-Handwerker war dies ein Novum, da sie für ihre Kunden normalerweise sehr viele größere Photovoltaikanlagen bauen.

Die neu installierte Einspeise-Steckdose für die Balkon-Solaranlage

Die Balkonanlage von Reinhold Rosentreter wurde inzwischen beim für Hamm zuständigen Stromnetzbetreiber (Energie- und Wasserversorgung Hamm GmbH) und auch im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet.

Noch in diesem Monat wird eine weitere Mini-Photovoltaikanlage in Westtünnen in Betrieb gehen.

Wir werden an dieser Stelle weiter berichten!

Rüdiger Brechler

Rüdiger Brechler

Interessierter Bürger aus Hamm, Klimaschützer, Dipl-Ing. & Mediator, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), Teil der "Visioneere": visioneere.de

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