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Scientists for Future Münster: „Ziviler Ungehorsam ist legitimes Mittel angesichts des planetaren Notstands“

Unter der Überschrift „GEHORCHEKEINEM“ – dem Leitspruch an der Glasfassade der Universitäts- und Landesbibliothek Münster – legt die Regionalgruppe Münster von Scientists for Future in dem Debattenbeitrag dar, dass angesichts des planetaren Notstands eine Reaktion mit zivilem Ungehorsam ein legitimes Mittel sei.

Die Stellungnahme von Scientists for Future Münster listet nochmals den aktuellen Stand der Klimaforschung auf mit besonderem Verweis auf die Kipppunkte, die bereits in wenigen Jahren erreicht werden könnten. Das Auftauen von Permafrostböden und das Abschmelzen polarer Eismassen können in sich gegenseitig verstärkende Prozesse münden, so dass das Erdklima in eine Heizzeit abrutschen könnte. Selbst bei Einhaltung der Verpflichtungen aus den Pariser Klimazielen würde die Welt auf eine Temperaturerhöhung von 3°C hinsteuern und damit die kritische Grenze einer Erhöhung von maximal 1,5°C deutlich überschreiten.

Deutschland selber hat sich in seinen klimapolitischen Maßnahmen nicht an den Zielen des Pariser Abkommens und den daraus ableitbaren Restmengen an CO2-Emissionen orientiert, die den einzelnen Ländern rechnerisch als CO2-Budget zur Verfügung stehen. Mit dem Klimapaket wird es voraussichtlich noch nicht einmal gelingen, die unzulänglichen bisherigen Ziele zu erreichen. Das Kohleausstiegsgesetz sieht ohne energiewirtschaftliche Notwendigkeit einen zu späten und zu teuren Ausstieg vor.

Angesichts dieses planetaren Notstandes stellen Scientists for Future Münster fest:
„Wir sind der Auffassung, dass in dieser Situation jede*r Einzelne in der Verantwortung steht. Insbesondere wohlhabende und einflussreiche Menschen müssen zum einen ihren Lebensstil ändern und sich zum anderen öffentlich für mehr Klimaschutz einsetzen, selbst wenn sie befürchten, damit an Ansehen zu verlieren.“

In Ihrer Stellungnahme verweist die Regionalgruppe auf Beispiele der Geschichte, in der ziviler Ungehorsam der Auslöser für bedeutende gesellschaftliche Veränderung war wie z.B. die Befreiung Indiens von der Kolonialherrschaft und die Bürgerrechtsbewegung in den USA. Auch wird festgehalten, dass die Fridays for Future mit den Schulstreiks bereits zivilen Ungehorsam geleistet haben.

Dr. Mathis Bönte, Strafverteidiger und Sprecher der Scientists for Future Regionalgruppe Münster, sieht im zivilen Ungehorsam angesichts der außergewöhnlichen Umstände eine „Gewissensentscheidung zum Erhalt unserer Zivilisation“.


Der vollständige Text der Stellungnahme von Scientists for Future Münster ist hier zu finden.

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