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Entwicklung der Stromkennzeichnungen 2004-2018 / Unsere Grafik

Stromkennzeichnung 2019

Strommix in Hamm:

Wieder mehr EEG-Strom, weniger Kohle- und Atomstrom.
Aber auch ein Rückgang bei Strom aus sonstigen erneuerbaren Energien.

Der Trend  ist weiterhin positiv. Und mit der Abschaltung des letzten deutschen Atomkraftwerkes zum Ende 2022 wird spätestens 2023 auch der Hammer Strommix völlig vom ungeliebten gelben Strom (in der Grafik oben die blaue Linie) befreit sein. So, wie es auch im Koalitionsvertrag der neuen Hammer Ampelkoalition vereinbart wurde:

„Der Bezug von Atomstrom wird zu Ende 2022 schrittweise auf null zurückgefahren. Ein neuer Bezug von Atomstrom ist nach Möglichkeit zu vermeiden.“  

Manchmal muss man sich einfach auch Ziele setzen, die tatsächlich erreichbar sind 😉 . Im vorliegenden Fall sogar sehr einfach. Geschenkt! Der Ausstieg hat schließlich lange genug gedauert.

Sonstige Erneuerbare Energien?
Der KLIMASTROM der Stadtwerke Hamm

Als eher kleineres Stück im Tortendiagramm des Hammer Energiemixes fällt er kaum auf: Der Anteil der sog. „sonstigen erneuerbaren Energien“.

Dieser lag im Jahr 2019 mit 6,67 % niedriger als in den Vorjahren mit 8,04 % (2018), 7,51 % (2017) oder 8,18 % (2016). Doch was bedeuten eigentlich die „sonstigen erneuerbaren Energien“?

Kurz zusammengefasst: Bei diesem Anteil handelt es sich um Strom aus z.B. Solar-, Windenergie- oder Wasserkraft-Anlagen, die keine Vergütung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten. Weil sie zum Beispiel nicht in Deutschland stehen. Oder älter als 20 Jahre sind und somit keine Vergütung aus dem EEG mehr erhalten.  Oder weil die Anlagenbetreiber von Anfang an direkte Abnahmeverträge mit Ökostromlieferanten abgeschlossen haben.

Denn der Strom aus EEG-Anlagen darf von Stromlieferanten wie den Stadtwerken nicht als Öko- oder Grünstrom vermarktet werden, weil er mit Einspeisung und Vergütung Teil des deutschlandweiten Strommixes geworden ist. Im Falle der Stadtwerke Hamm macht dieser Anteil im Jahre 2019 60,42 % aus. Mit jährlich stark wachsender Tendenz. Weil in Deutschland jährlich weitere Photovoltaik-, Windenergie-, Wasserkraft- und auch Biomasse-Anlagen in Betrieb genommen werden.

Während der Anteil der „Erneueren Energien – finanziert aus der EEG-Umlage“ letztendlich rechnerisch von dem bundesweiten EEG-Strompool auf die lokalen Stromkunden heruntergebrochen wird, kann der Anteil der „sonstigen Erneuerbaren Energien“ durchaus als Indikator für das zusätzliche Engagement eines Energieversorgers angesehen werden. Im Fall der Stadtwerke Hamm dürfte hierunter insbesondere der Anteil des angebotenen KLIMASTROMS an der verkauften Gesamtstrommenge fallen. Dieser scheint seit Jahren zu stagnieren. Zuletzt sogar mit rückläufiger Tendenz. Woran liegt das? Wird der KLIMASTROM zu wenig beworben? Ist er zu teuer? Oder für echte „Ökos“ zu wenig glaubwürdig?

KLIMASTROM ist das Ökostrom-Angebot der Stadtwerke Hamm, das Herkunftsnachweise aus Eneuerbare-Energien-Anlagen innerhalb der EU verwendet. Dieses Ökostrom-Angebot wird regelmäßig vom TÜV Rheinland zertifiziert. Der KLIMASTROM-Kunde hat so also die Gewissheit, dass er mit seinem finanziellen Beitrag Erneuerbare Energien-Anlagen in der EU unterstützt.

Irgendwo in der EU? Und was ist mit neuen Anlagen in Hamm?

Auch hier gibt der Koalitionsvertrag der neuen Hammer Ampel eine eindeutige Richtung vor:

  „Die Stadtwerke Hamm werden zum Motor für eine strategische regenerative Energieversorgung in unserer Stadt und so zum Vorreiter der Energiewende.“

Wir freuen uns darauf!

Bis dahin … ein schönes Erklärvideo von Klaus Russell-Wells aus Münster, das er für den BR produzieren durfte.

Informationen der Stadtwerke Hamm für 2019:

Kennzeichnung der Stromlieferungen 2019 / Quelle Stadtwerke Hamm
Kennzeichnung der Stromlieferungen 2019 / Quelle Stadtwerke Hamm
Kennzeichnung der Stromlieferungen 2019 / Quelle Stadtwerke Hamm

Grafik im Titel von Uli Mandel

Rüdiger Brechler

Interessierter Bürger aus Hamm, Klimaschützer, Dipl-Ing. & Mediator, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), Teil der "Visioneere": visioneere.de

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