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Qualmende Kraftwerks-Kühltürme

Systemschmelze #13

Das Unternehmen DNV, Experte für maritime Versicherungen und Risiko-Management, hat seinen fünften Energy Transition Outlook veröffentlicht. Das Fazit: Die Erde bewegt sich auf eine Temperaturerhöhung von über 2°C zum Ende des Jahrhunderts zu.

Remi Eriksen, Group President und CEO von DNV, wies in seiner Präsentation darauf hin, dass sich an dieser Zukunftsprognose in den letzten fünf Jahren nichts geändert hat. Was aber auch bedeutet, dass es keinen Fortschritt gibt beim Kampf gegen die Klimakatastrophe. Die globale Gesellschaft ist offensichtlich nicht in der Lage, ihre Treibhausgas-Emissionen derart zu reduzieren, dass die Pariser Klimaziele eingehalten werden können.

Weltweite energie-bezogene Emissionen von CO2, DNV, ETO 2021

Bereits in 2029 – so der ETO von DNV – wird das CO2-Budget für des 1,5°C-Ziel aufgebraucht sein, da die Emissionen sich nur um 9% verringern werden. Die Elektrifizierung unserer Lebenswelt wird Fahrt aufnehmen. Doch der Umstieg vollzieht sich zu langsam. Zwar wird Strom bis 2050 hauptsächlich durch Wind und Sonne produziert. Doch lediglich ein gutes Drittel des Energiebedarfs wird über Elektrizität abgedeckt.

Deckung des globalen Primärergiebedarfs, aufgeteilt in Energiequellen, DNV, ETO 2021

 

Für 2050 bedeutet dies, dass die fossilen Energieträger Kohle, Gas und Öl noch mit 50% im globalen Energiemix enthalten sein werden. Ein Grund für die verheerenden Aussichten ist, dass die Investitionen zur Stimulierung der Weltwirtschaft nach COVID-19 im wesentlichen kohlen­stoff­in­tensive Systeme stabilisieren. Hier stellt lediglich Europa eine Ausnahme dar.

Überschreitung des CO2-Budgets

Das IPCC  hat errechnet, dass für eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5 °C die kumulierten Emissionen beginnend ab 2020 die Menge von 400 Gt CO2 nicht überschreiten darf. Um unter 2,0 °C zu bleiben, dürfen 1150 Gt CO2 nicht überschritten werden.

Unter Verwendung der IPCC-Kohlenstoffbudgets und der aggregierten CO2-Emissionen stellt DNV fest, dass das 1,5 °C-Budget bereits 2029 erschöpft sein wird. Um das Budget auszuschöpfen, das mit der 2,0 °C-Schwelle verknüpft ist, dauert es weitere 24 Jahre bis 2053.

Eriksen stellt klar:

„Das Urteil ist klar: Die Welt braucht wesentlich mehr Ökostrom, sowohl direkt als auch indirekt, mehr Biokraftstoffe und mehr CO2-Abscheidung und -Speicherung in einem dramatisch beschleunigten Zeitrahmen.“

Die Politik sieht Eriksen nun in der Pflicht, mit entsprechenden Maßnahmen und Rahmensetzungen für die große Beschleunigung zu sorgen. Denn klar ist auch: Das Fenster, Paris noch zu ermöglichen, schließt sich nun rasch.

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