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Systemschmelze #4

Die Corona-Krise hat weltweit zum stärksten Einbruch der globalen Wirtschaft seit 100 Jahren geführt. Die Auswirkungen auf die CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre? Sind nicht messbar!

In einer Online-Präsentation hat Glen Peters, Forschungsdirektor am Center for International Climate Research CICERO, die jüngsten Forschungsergebnisse zusammengestellt. Dabei wird aufgezeigt, wie sich Treibhausgasemissionen auch auf kürzeren Zeitskalen entwickeln. Im Rahmen der Präsentation findet sich diese sehr anschauliche Animation der Entwicklung der jährlichen Treibhausgasemissionen:

Die Konzentration von CO2 – gemessen in Parts per Million (ppm) am Mauna Loa auf Hawaii – wächst unaufhaltsam und spiegelt die jahreszeitlichen Gegebenheiten wieder. In den aktuellen Zahlen ist dabei eine Auswirkung der Pandemie nicht zu erkennen, da bereits die natürlichen Schwankungen der Messwerte bei der Treibhauskonzentration diesen Effekt überlagern.

Die World Meteorological Organization (WMO) hat im November ihr jährliches Bulletin veröffentlicht und stellt darin fest:

„The industrial slowdown due to the COVID-19 pandemic has not curbed record levels of greenhouse gases which are trapping heat in the atmosphere, increasing temperatures and driving more extreme weather, ice melt, sea-level rise and ocean acidification, …“
WMO Greenhouse Gas Bulletin (GHG Bulletin) – No. 16: The State of Greenhouse Gases in the Atmosphere Based on Global Observations through 2019

Wenn der stärkste Einbruch der globalen Wirtschaft seit 100 Jahren zu keinem nachweisbaren Effekt führt, macht dies eindrucksvoll deutlich, wie gigantisch die Aufgabe ist, vor der die Menschheit beim Kampf gegen die Klimakrise steht.

Gleichzeitig treten die Auswirkungen der Klimakrise immer deutlicher zu Tage. In Frankfurt sind aktuell über 98 Prozent der Bäume krank. Die Umweltdezernentin Rosemarie Heilig spricht von einer „echten Katastrophe“ und ruft dazu auf, radikal CO2 einzusparen.

In einem Kommentar fasst Stefan Lauscher die verheerende Situation in der Klimakrise folgendermaßen zusammen:

„Was wir unseren Wälder antun, ist ein Armutszeugnis. Und selbst das nehmen wir kaum mehr als achselzuckend zur Kenntnis.“

Im November waren die Temperaturen viel zu hoch und die Dürre hatte sich weiter verschärft. Doch nicht nur in Deutschland, sondern weltweit droht das Wetter neue Hitze-Rekorde aufzustellen.

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