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Systemschmelze #6

Das Jahr 2020 liegt hinter uns. Es stand im Zeichen der Corona-Pandemie. Gleichzeitig verschärfte sich die Klimakrise. Doch das hat die Politik so gut wie gar nicht interessiert. Es wird Zeit, über Klima-Übersterblichkeit zu reden.

Das Jahr 2020 hat mit seiner Oberflächentemperatur gleichgezogen mit dem Jahr 2016. Zur Erinnerung: Die hohe Temperatur vor gut vier Jahren kam wegen eines außergewöhnlichen El-Nino-Ereignisses zu Stande, welche in regelmäßigen Abständen u.a. für eine besondere Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur führt:

Das europäische Klimabeobachtungsprogramm Copernicus ordnet 2020 als zweitwärmstes Jahr ein. Ein Update von Animationen zur globalen Temperaturentwicklung sind hier zu finden.

Besonders besorgniserregend ist die rasante Zunahme von Wärme (also Energie) in den Ozeanen weltweit, wie diese Graphik von Zeke Hausfather auf CarbonBrief aufzeigt:

Alle Daten zeigen also deutlich auf, dass sich die Erde in Richtung einer ‚Roten Zone‘ bewegt.

Das diese Klimakrise bereits heute tödliche Folgen in Deutschland hat – darauf hat Dr. Eckart von Hirschhausen in einer Diskussion zur Corona-Pandemie hingewiesen:

„Wir sind das Land mit den dritthäufigsten Hitzetoten nach China und Indien – warum kommt das in den Medien nicht vor?“

2020 war in Deutschland mit 10,4 Grad Celsius bereits um 2,2 Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990, wie das Online-Portal Telepolis berichtete. Das Umweltbundesamt berechnet bereits in Modellen die Übersterblichkeit durch Hitzetote in den nächsten Jahren:

„Modellrechnungen prognostizieren für Deutschland, dass zukünftig mit einem Anstieg hitzebedingter Mortalität von 1 bis 6 Prozent pro einem Grad Celsius Temperaturanstieg zu rechnen ist, dies entspräche über 5.000 zusätzlichen Sterbefällen pro Jahr durch Hitze bereits bis Mitte dieses Jahrhunderts.“

Damit steuert in der viel bedrohlicheren Klimakrise die Politik auf ein wesentlich größeres Versagen zu als bei der Bekämpfung der Pandemie.

Beitragsbild: nasa.gov

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