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Systemschmelze

Das Klimasystem der Erde heizt sich immer mehr auf. Auch in diesem Sommer purzeln Rekorde reihenweise. Der Klimawandel entfaltet seine Zerstörungswucht.

Das europäische Klimaüberwachungsprogramm Copernicus vermeldet für den Juli einen laufenden 12-Monate-Durchschnittswert, der mit dem Rekordjahr 2016 gleichzieht. Damit hat das Jahr 2020 sich endgültig auf dem Niveau des Ausnahmejahres eingerichtet, das noch durch ein El-Niño-Ereignis geprägt war. Die aktuelle Temperaturerhöhung von 0,65°C in den Copernicus-Daten wird im Vergleich zu den Durchschnittswert der Jahre 1981 bis 2010 angegeben. Damit ergibt sich ein Anstieg gegenüber den Temperaturen vor der Industrialisierung von knapp 1,3°C (Addition von 0,63°C).

Der britische Informationsdienst Carbon Brief vergleicht die Entwicklung der Jahresdurchschnittstemperatur vom Beginn eines jeweiligen Jahres bis Ende Dezember. Darin ist zu erkennen, dass das Frühjahr 2016 noch durch die Wetter-Anomalie El Niño geprägt war, im Laufe der zweiten Jahreshälfte sich das Klima aber wieder abkühlte. 2020 zeichnet sich nun aber dadurch aus, dass selbst ohne die zusätzliche Erwärmung die Temperaturen sehr hoch sind im Vergleich zu anderen Jahren:

„For all surface temperature records, 2020 will most likely be either the warmest or second warmest on record.“
Zeke Hausfather, Carbon Brief, 30.07.2020

Direkte Auswirkungen haben diese Rekordwerte bei den globalen Temperaturen auf die Arktis und dessen Eispanzer. Die Region um den Nordpol ist von den rasch ansteigenden Temperaturen besonders betroffen und erhitzt sich im Vergleich zu anderen Gebieten der Erde wesentlich schneller. Die Folge: Der Verlust des arktischen Eises hat einen neuen Rekordwert erreicht, wie die aktuellsten Daten der NASA ausweisen.

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