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Windräder in Hamm, Kraftwerke im Hintergrund

Windkraft: Tonnenweise Sondermüll

Wenn es um Windkraft geht, stellen sich für Gegner und Befürworter dieser umweltfreundlichen Energieerzeugung die Frage der Weiterverwendung nach dem Abriss der Windräder. Nach meinem Artikel über die geplanten Riesen-Windräder in Hamm machte mich Carmen D. Weller auf den Artikel „Abriss alter Windräder: Tonnenweise Sondermüll“ des NDR [»LINK«] aufmerksam. Ihre Stellungnahme dazu:

Immerhin jährlich 20.000 Tonnen und keiner weiß wohin damit…..

Ich bin nicht gegen Windenergie aber es fehlen Richtlinien zur umweltschonenden Entsorgung.

Flächen an Autobahnen mit PV-Aufbauten unter denen Schafe grasen können statt neue Logistikunternehmen, das wäre – glaube ich – sinnvoller.

Ich habe Prof. Dr. Olaf Goebel von der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL), Bereich Energietechnik, um eine Aussage dazu gebeten. Ich zitiere:

Ich kann dem Artikel nur zustimmen: Stahl und Kupfer sind super zu recyclen, aber GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) und vor allem CFK (Carbonfaserverstärkter Kunststoff) ist schwieriger.

GFK kann verbrannt werden. Bei CFK gibt es die Problematik mit den Staubfiltern.

Was man immer machen kann: Das geschredderte Zeug im Straßenbau mit verbauen. Dann ist es erst mal „weg vom Hof“.

Wie in dem Artikel gesagt: Man muss daran forschen. Das Filterproblem ist lösbar. Bisher gab es halt keinen Bedarf CFK zu entsorgen oder zu recyclen. Das ändert sich jetzt, und die Industrie wird Antworten finden.

Trotzdem: Das Problem gibt es. Da gibt es nichts schön zu reden. Wenn Menschen Energie verbrauchen, entsteht immer irgendein Eingriff in die Natur. Es gibt die Energie nirgendwo zu (Umwelt-) Nulltarif. Die Frage ist: Mit welcher Technologie ist der Eingriff in die Natur am geringsten. Und eine WKA, die 20 Jahre lang Strom erzeugt hat ohne Verbrennung von fossilen Brennstoffen, hat sehr viel Gutes getan. Damit muss der anfallende GFK- und CFK Schrott in Relation gebracht werden.

Berechnung der Kohleeinsparung durch eine 4 MW WKA:

  • Standort Hamm => 2500 Vollaststunden im Jahr => 10 000 MWh Strom in Jahr
  • Lebensdauer 20 Jahre (mindestens) => 200 000 MWh (200 Mio. kWh) in 20 Jahren
  • Kohleverstromung in modernsten Kraftwerken: 1 Tonne Kohle erzeugt 3600 kWh
  • Also müssten für die besagten 200 Mio. kWh der WKA 55.555 Tonnen Kohle verfeuert werden. Das sind 2777 schwere LKW (mit je 20 t Kohle), das ist eine LKW-Schlange von 55,5 km Länge! (z.B. von Hamm bis Recklinghausen)
  • Vergleichen Sie das mal mit dem Haufen geschreddertem GFK/CFK! Die passen auf weniger als 10 LKW!!

Aber wie immer gilt: Die beste kWh ist die, die nicht verbraucht wird, denn dann muss sie auch gar nicht erst erzeugt werden! Also: Fahrrad statt Auto und Urlaub in der Nähe statt Flugreise etc.

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Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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