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Wir waren 35.000!

Es war wieder eine riesige Demonstration. 35.000 Teilnehmer (BZ) zählten die Veranstalter der Demo „Wir haben es satt“ am Samstag, den 19.01.2019 in Berlin. Es war die neunte Veranstaltung dieser Art.

Wir waren dabei

Sehr frühe Abfahrt mit der Bahn ab Hamm. Drei Stunden Fahrt. Nach 16 Stunden wieder zurück. Zwischendurch sehr kalte Füße während der Auftakt-Kundgebung, die dann aber bei der Latschdemo rund um das Brandenburger Tor und über die Paradestraße „Unter den Linden“ wieder warm wurden. – Es hat sich gelohnt, denn die Stimmung bei Demos dieser Art verschafft ein sehr gutes Feeling. Sehr beeindruckend war z.B. die Abfahrt von 171 Traktoren, die teilweise sehr lange Anfahrten auf sich genommen haben, um dort dabei zu sein.

„Essen ist politisch“

Demo „Wir haben es satt“ 19.01.2019 Berlin. Foto: U.Mandel

Eine bunte Teilnehmer-Schar: Bauern und ihre Verbände (ABL, Bioland, Naturland u.a.), Winzer, Imker, Verbraucher, Molkereien, alle bekannten Umweltgruppen, kirchliche Gruppen, Parteien und andere Organisationen wie z.B. „Die Tafel“, deren Sprecher auf der Bühne sehr deutliche Worte dazu fand, dass in unserer Wohlstandsgesellschaft Lebensmittel weggeworfen oder industriell vernichtet werden, die noch sehr gut für den Verzehr geeignet sind. Es wurde in allen Reden deutlich, dass es der Verbraucher in der Hand hat, an den herrschenden Verhältnissen etwas zu ändern, denn „Essen ist politisch!“. – Aber auch die Politik wurde in die Pflicht genommen, da sie die nötigen Rahmenbedingungen schaffen muss, damit Agrarindustrie gestoppt und die ökologisch, sowie ethisch vertretbare bäuerliche Landwirtschaft gefördert wird. Die Forderung war klar: „Wir brauchen eine echte Agrarwende!“

Filme des Demo-Bündnisses

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Bericht eines Teilnehmers aus Drensteinfurt

Auch in diesem Jahr war Drensteinfurt wieder mit einer Delegation auf der „Wir haben Agrarindustrie satt“-Demonstration in Berlin vertreten. Organisiert vom Grünen OV traf die Reisegruppe am vergangenen Samstag pünktlich unter dem Brandenburger Tor ein, um den Aufmarsch von über 170 Schleppern, Treckern und weiteren landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu bestaunen. Insgesamt gingen in der Hauptstadt rund 35.000 Menschen für eine Agrarwende und den Schutz des Planeten Erde auf die Straße. Die Demonstration, die in diesem Jahr unter dem Motto „Essen ist politisch“ stand, wird von einem zahlreichen und breiten Gruppenspektrum abgedeckt, dem u.a. Misereor, Brot für die Welt, der BUND, der Naturschutzbund, Greenpeace und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft angehören.

„Ohne die Agrarwende ist die Zerstörung des Planeten Erde nicht zu stoppen“, erläutert Jürgen Blümer, der bereits zum dritten Mal an der Veranstaltung teilnahm, seine Motivation. „Statt über den Bauplatz von Hähnchenställen zu diskutieren, muss endlich der Umbau von industrieller Agrarwirtschaft hin zur bäuerlichen Landwirtschaft voran kommen“. Insbesondere Deutschland sei im Agrarbereich ein Niedriglohnland, in dem die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur eine tragende Säule des Geschäftsmodells ist, so Blümer.

Im Anschluss an die Demonstration wurden im Berliner Heinrich-Böll-Haus herausragende Projekte zum Thema ‚Agrarwende‘ vorgestellt. „Beeindruckend war ein preisgekröntes Projekt in einer 20.000-Seelen-Gemeinde im Senegal, deren Bürgermeister eine lokale Agrarwende vorangetrieben hat“, berichtete Blümer. Der Kommune ist es dank lokaler Wirtschaftskreisläufe gelungen, Hunger und Armut wesentlich zu verringern und die bäuerlichen Strukturen zu stärken. „Dieses Beispiel hat gezeigt, was auch auf lokaler Ebene möglich wäre, wenn man Agrarwende, Klima- und Naturschutz wirklich ernst nehmen würde.“ (von J. Blümer)

Mitschnitt der Tagesschau um 20 Uhr:

Weitere Veranstaltungshinweise:

Donnerstag, 24.01.2019 um 19 Uhr
Abendgespräch: Folgen der industriellen Landwirtschaft
mit Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW
VHS Hamm, Platz der Deutschen Einheit 1

Dienstag, 12.03.2019
‚Zukunft Heimat‘ – Projekt #werseblühen
Drensteinfurt

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