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Es war ein Rückfall in die Stein(Kohlen-)zeit

Kraftwerk Westfalen in Hamm-Uentrop (C) Sabine Begett

Horst Blume hat nach der Ankündigung, dass das letzten Kohlekraftwerk in Hamm, das Kraftwerk Westfalen der RWE in Hamm-Uentrop, zum Ende dieses Jahres vom Netz genommen wird, in seinem Archiv geforscht und dieses alte Flugblatt gefunden. Es macht deutlich, dass Umweltschützer schon 2008 vor diesem Kraftwerk gewarnt haben. Horst hat uns folgende Erklärung dazu gegeben:

Mit drei Leuten haben wir von der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm im Jahr 2008 bei der Grundsteinlegung gegen das Uentroper Kohlekraftwerk demonstriert, als Angela Merkel vorbei kam. Zwei hielten das Transparent. Einer verteilte das Flugblatt (siehe unten). So wenige waren wir damals! Jetzt geht das Kohlekraftwerk vom Netz und Milliarden von Euro wurden an der falschen Stelle investiert …

„Man fasst es nicht, wie viel Recht wir als Umweltschützer damals hatten“
(Zitat eines Mitglieds unserer Redaktion)

Wer sich für weitere Veröffentlichungen von Horst interessiert, wird im Archiv der Seite reaktorpleite.de auf jeden Fall fündig.

Hier das Flugblatt von damals. Eine barrierefreie Fassung ist weiter unten

Flugblatt der BI Umweltschutz von 2008

Barierefreie Fassung:

Rückfall in die Stein(Kohle-)zeit:

RWE-Kohle-Elefant im Klima-Porzellanladen!

Dieses Märchen kann die Bundeskanzlerin nur kleinen Kindern erzählen, die für ihre angemalten Papier-Elefanten dabeisein dürfen, wenn Merkel ihren wirklichen Herren von der RWE bei der Grundsteinlegung zu Diensten ist: Diese zukünftigen Kohlekraftwerke sollen doch tatsächlich dem Klimaschutz dienen!

Die beiden Kohlekraftwerksblöcke C und D werden 8,9 Mio Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. Selbst wenn der elektrische Wirkungsgrad tatsächlich 46 % erreichen sollte, werden immer noch fast 40 % der erzeugten Wärme über die Kühltürme ungenutzt an die Atmosphäre abgegeben. An den Wirkungsgrad von 57 % bei modernen GuD-Kraftwerken kommen sie nicht heran.

Die Kohleblöcke D und E bleiben 30 oder 40 Jahre lang in Betrieb. Sie behindern so mittelfristig den Ausbau der erneuerbaren Energien und machen ambitionierten Klimaschutz unmöglich. Und dies ist von den Konzernherren der RWE auch genauso gewollt, denn sie wollen ihre Gewinne nicht mit klein- und mittelständischen Betrieben aus dem Alternativenergiesektor teilen. Sie wollen mit allen Mitteln Konkurrenten aus ihrem einträglichen Energiegeschäft heraushalten und nutzen ihre Monopolstellung schamlos aus.

Die Folge: Als „nur“ drittgrößter Stromproduzent Europas stößt RWE mit rund 150 Millionen Tonnen pro Jahr die größte Menge an CO2 –Emissionen aus. Mindestens 15 Prozent der Treibhausgase aus der europäischen Stromerzeugung gehen auf die Rechnung von RWE. Dieser Konzern hat sich damit den zweifelhaften Titel verdient, Europas „Klimakiller Nummer 1“ zu sein!!

Wenn diese unzeitgemäßen Dreckschleudern wie  diejenigen in Hamm-Uentrop gebaut werden, dann scheitert Deutschland mittel- und langfristig mit seinen Klimaschutzzielen.

Den gigantischen Erfolg seiner Jahresbilanzen verdankt RWE vor allem seinen Kunden. Sie bezahlen Jahr für Jahr mit überhöhten Preisen das auf Kohle- und Atomenergie konzentrierte Geschäft des Konzerns.

Die Zukunft beginnt jedoch mit E: Erneuerbare Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz – die drei Säulen für eine klimafreundliche Zukunft. Die Energiewende ist technologisch machbar. Ein energiesparender dezentraler Energiemarkt ohne fossile und nukleare Brennstoffe kann weltweit dazu beitragen, das Problem der Rohstoffabhängigkeit, des Atommülls und des Klimawandels zu lösen.

Krebsfälle am THTR

Hier in Hamm-Uentrop steht direkt neben der neuen Baustelle der inzwischen stillgelegte Skandal- und Störfallreaktor Thorium-Hochtem-peraturreaktor (THTR). In ihm befindet sich noch immer 1,5 kg hochradioaktiver Kernbrennstoff. Im Juli 2008 wurden dem Bundesumweltminister Gabriel in Berlin 4.000 Unterschriften übergeben, die eine Krebsstudie rund um den THTR  fordern. Die Fehlentscheidungen vergangener Jahrzehnte zeigen immer noch schlimme Nachwirkungen: Viele Menschen in dieser Region sind wegen zahlreicher Krebsfälle sehr beunruhigt.

Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm

Horst Blume
Schleusenweg 10
59071 Hamm

Quelle: Archiv Horst Blume, 2008

Uli Mandel

Gründer, Administrator und Koordinator des Klimabündnis Hamm. Motto: "Taten, statt warten!“ oder "Auch ein Schritt zurück kann Fortschritt sein." Wer in meinen Beiträgen Fehler findet, sollte sie nicht behalten. Bitte per Mail zuschicken!

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