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Ready for Action

Einmal kurz in Viersen im EndeGelände-Camp gewesen. Der Gewittersturm hatte mich ziemlich beeindruckt und fast den Laptop im Rucksack angefeuchtet. Ansonsten stehen die AktivistInnen in den Startlöchern.

Die Bustüren gingen auf und der Regen fiel in Sturzfluten vom Himmel. Zu viert irrten wir mit unseren Rucksäcken durch einen Wasserfall. Ich spannte meinen Regenschirm auf, erntete bei den beiden jungen Männern neben mir großes Gelächter und der vierte, grauhaarige Mann mit Baskenmütze hatte seine Schuhe ausgezogen. Als kleine Gruppe eilten wir die Bahnüberführung bei Viersen hinauf und den abschüssigen Weg hinab zum ersten Gemeinschaftszelt im Ende-Gelände-Camp, vorbei am Begrüßungszelt, welches ein wenig verloren in den Starkregenfluten herumstand.

Die wenigen Minuten hatten bereits genügt und der Gewittersturm ganze Arbeit geleistet, so dass T-Shirt und Sporthose bis auf die Haut durchnässt waren. Im Zelt hockten bereits zahlreiche Menschen mit Rucksäcken, Matratzen, Zelten und warteten auf das Ende des Regens. Da ich wenig Zeit hatte an diesem Abend, beschloss ich, weiter meinem Regenschirm zu vertrauen und mir das Camp in Ruhe anzuschauen.

Der heftige Regen machte das Herumschlendern durch das Camp nicht zum Vergnügen. Es war eher eine Abfolge von Kurzsprints zu den einzelnen Zelten. Auf dem Camp-Marktplatz gab es dann auch gleich zwei wirklich existenzielle Fragen zu klären: Müssen Crêpes-Verkäufer immer aus Frankreich anreisen und bekommt man mehr Marmelade in die Crêpes, wenn man auf Französisch bestellt?

Um 19 Uhr begann pünktlich das ActionLogistik-Plenum zur Verteilung der Aufgaben rund um die eigentlichen Aktionen. Der Regen trommelte dabei auf das Dach des großen Zirkuszeltes, so dass man im Inneren kaum noch sein eigenes Wort verstand. Immer wieder fiel die Beleuchtung aus, so dass man froh war, dass die Lautsprecheranlage die Planungsdiskussion wacker bis zum Ende der Versammlung verstärkte.

Und während ich noch so darüber nachdachte, wann ich was zur Aktionsunterstützung tun könnte, wurde ich von der Seite angesprochen: „Hey, wir brauchen hier im Zelt mal vier Abendessen für die ActionLogistik – hilfst Du mir tragen?“ Und so gingen wir zu zweit rüber zur Küche und in der Schlange bekam ich einen kurzen Überblick, was man bei der Auswahl der Aufgaben beachten sollte: „Wichtig ist, dass man zuverlässig und pünktlich ist, denn wir verlassen uns darauf, dass die Aufgaben auch wirklich übernommen werden.“

Und so versprach ich, die Sache wirklich Ernst zu nehmen, während wir die Teller mit dem Kohl-Reis-Kichererbsen-Abendbrot ins Zelt reinreichten. Ich trug mich also ein in die Aufgabenliste, während die Regentropfen nur noch müde herunter regneten, um das braune Papier der Planungstabellen dunkel anzufeuchten. Regencapes in allen Farben flitzten über die Pfützen und während ich mich auf den Weg zurück nach Aachen machte, traf ich am Zeltplatzausgang, an den Bushaltestellen und am Bahnhof auf zahlreiche Gruppen, die sich auf dem Weg ins Lager machten.

Das könnte eine größere Sache werden, dieses Ende-Gelände-Ding.

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